Diakonie

Hilfe für Wohnungslose

Diakoniepräsident Michael Bammessel in der neuesten Ausgabe von Menschenskind, dem Videoblog der #DiakonieBayern zur Hilfe für Obdachlose.

Wohungslose Männer

Wohnungslosigkeit hat viele Gesichter. Früher waren hauptsächlich alleinstehende Männer wohnungslos. Doch der Anteil von Frauen, Familien, Alleinerziehenden, Menschen mit Migrationshintergrund, Menschen mit einer psychischen Erkrankung und/oder einer Suc

Bild: www.diakonie-bayern.de

Vom 15. bis zum 21. Oktober sammelt die Diakonie in Bayern für Wohnungslose. Die Sammlung startete mit einem Eröffnungsgottesdienst in Hof.

Mehr als 12.000 wohnungslose Menschen leben in Bayern. Das zumindest sind die offiziellen Zahlen einer Stichtagserhebung  - aus dem Jahr 2014. Aktuellere Zahlen gibt es leider nicht. Für ganz Deutschland liegt die Zahl der Betroffenen noch weit höher: Hier geht man von über 800.000 Personen aus, die von Wohnungslosigkeit betroffen sind. Doch dies sind nur Schätzungen, eine bundesweite Wohnungslosenstatistik, von der Diakonie schon lange gefordert, gibt es nicht. Angesichts der aktuellen Situation auf dem Wohnungsmarkt dürften die Zahlen mittlerweile jedoch noch höher ausfallen.

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Die Wohnungslosigkeit betreffe nicht nur alleinstehende Männer, sondern zunehmend auch Frauen. Ziel der Wohnungshilfe der Diakonie sei es, soziale Probleme anzugehen, neue Perspektiven aufzuzeigen und für die Betroffenen langfristig eine eigene Wohnung zu bekommen. Auch deshalb stellt die Diakonie in Bayern die Wohnungslosenhilfe in den Mittelpunkt ihrer diesjährigen Herbstsammlung, die vom 15. bis 21. Oktober 2018 in ganz Bayern stattfindet.

Mit einem zentralen Gottesdienst eröffnete die Diakonie Bayern am Sonntag, den 14. Oktober 2018, in der Hofer Lorenzkirche ihre diesjährige Herbstsammlung. In seiner Predigt sagte der bayerische Diakoniepräsident Michael Bammessel: „Unser Sozialstaat ist zwar gut, aber er hat auch weiterhin viel zu tun.“  Schon in der Bibel gab es das Problem der Wohnungslosigkeit, so Bammessel in seiner Predigt weiter. „Die ohne Obdach sind, die führe ins Haus - diese Aufgaben, die der Prophet Jesaja nennt, haben sich bis heute nicht geändert. Nur die Formen der Hilfe haben sich gewandelt.“

Wohungslose Männer

Wohnungslosigkeit hat viele Gesichter. Früher waren hauptsächlich alleinstehende Männer wohnungslos. Doch der Anteil von Frauen, Familien, Alleinerziehenden, Menschen mit Migrationshintergrund, Menschen mit einer psychischen Erkrankung und/oder einer Suc

Bild: www.diakonie-bayern.de

Trotz vielfältiger Hilfsangebote des Sozialstaats dürfte man diese Hilfe aber nicht einfach nur an die „professionellen Helfer und Helferinnen“ delegieren. „Wir dürfen uns der Not anderer nicht entziehen. Der Graben zwischen jenen, die etwas haben, und jenen, die nichts haben, wächst sonst immer weiter.“ Christen und Christinnen müssten sich, so Bammessel, von der Not anderer anrühren lassen. „Uns muss immer klar sein: Das könnten auch wir sein, die da auf der Parkbank sitzen.“ Schon die Bibel habe gewusst: Wenn Menschen es aber schaffen, ihr Herz zu öffnen, wird sich ihr Land verwandeln.

Vom 15. bis zum 21. Oktober werden Ehrenamtliche, Mitarbeitende der Diakonie sowie Schüler und Konfirmanden für die Wohnungshilfe, aber auch für andere Arbeitsfelder Spenden sammeln. Am Freitag, 19. Oktober, gibt es von 11 bis 15 Uhr in der Hofer Altstadt einen Infostand zur diesjährigen Herbstsammlung der Diakonie. Im Mittelpunkt der Sammlung steht das Thema "Hilfe für Wohnungslose".

Jeder Mensch braucht eine Wohnung

Wohnungslosigkeit hat viele Gesichter. Früher waren hauptsächlich alleinstehende Männer wohnungslos. Doch der Anteil von Frauen, Familien, Alleinerziehenden, Menschen mit Migrationshintergrund, Menschen mit einer psychischen Erkrankung und/oder einer  Suchterkrankung ist in den letzten Jahren stark angestiegen. Körperliche Bedürfnisse wie Hunger, Durst und Wärme lassen sich ohne eigene Wohnung und bei geringen finanziellen Mitteln schwer befriedigen. Wohnungslose Menschen erleben vielfach Abneigung und soziale Kälte. Bürokratische Hürden erschweren zudem eine Teilhabe an der Gesellschaft: Eine Wohnung gibt es oft nur bei geregeltem Einkommen und einen Job nur bei festem Wohnsitz. Menschen in Wohnungsnot kennen oft ihre Rechte nicht und haben Probleme ihre Ansprüche durchzusetzen.

Informationen zum Thema Herbstsammlung 2018

Herbstsammlung 2018

Die traditionelle Herbstsammlung der Diakonie Bayern findet seit über sechzig Jahren statt. Gesammelt wird sowohl in den evangelischen Gottesdiensten, auf der Straße und an den Haustüren. Spenden sind aber auch online unter www.diakonie-bayern.de, telefonisch unter der Spendenhotline 0800 – 700 50 80 möglich oder an
Diakonische Werk Bayern e.V.,
Evangelische Bank eG
IBAN: DE20 5206 0410 0005 2222 22
BIC: GENODEF1EK1
Stichwort: Herbstsammlung 2018

Die Wohnungslosenhilfe der Diakonie handelt aus der Tradition der christlichen Armenhilfe: „Arme habt ihr allezeit bei euch, und wenn ihr nur wollt, könnt ihr ihnen Gutes tun“ (Markus 14,7). Bei unseren bedarfsgerechten Hilfen steht ein respektvoller Umgang mit Menschen in Notlagen an erster Stelle. Neben den Problemen werden auch die Stärken der betroffenen Menschen gesehen. Hoffnungen werden wieder geweckt und neue Perspektiven aufgezeigt. Unser Ziel ist es, Armut und soziale Ausgrenzung zu verhindern und die individuelle Lebenssituation der betroffenen Menschen zu verbessern. Mit ihnen gemeinsam entwickeln wir Perspektiven, um sie bei der Integration in die Gesellschaft zu unterstützen.

Für diese Angebote für Wohnungslose und von Wohnungslosigkeit bedrohte Menschen sowie für alle anderen diakonischen Leistungen bittet das Diakonische Werk Bayern anlässlich der Herbstsammlung vom 15. bis 21. Oktober 2018 um Ihre Unterstützung.  70 Prozent der Spenden an die Kirchengemeinden verbleiben direkt im Dekanatsbezirk zur Förderung der diakonischen Arbeit vor Ort. 30 Prozent der Spenden an die Kirchengemeinden werden vom Diakonischen Werk Bayern für die Projektförderung in ganz Bayern eingesetzt. Hiervon wird auch das Info- und Werbematerial finanziert.


15.10.2018 / epd/Diakonisches Werk