Hesselberg

Christen müssen ihren Glauben heute bewähren

Hesselberg

Tausende Besucher kamen an Pfingsten bei strahlendem Sonnenschein auf den Hesselberg.

Bild: ELKB

Bei dem Bayerischen Kirchentag auf dem Hesselberg rief Bischof Andreas von Maltzahn aus Schwerin Christen dazu auf ihren Glauben in die Gesellschaft hineinzutragen. 

Es gebe heute etliche Situationen, "in denen wir unseren Glauben zu bewähren haben", sagte der Bischofs des Sprengels Mecklenburg und Pommern der Nordkirche laut Manuskript in seiner Predigt am Pfingstmontag bei dem bayerischen Protestantentreffen auf dem Hesselberg (Landkreis Ansbach) vor Tausenden Teilnehmern. In diesen Situationen bräuchte ein Christen vielleicht auch ein wenig Mut, um von dem zu reden, was seinem Leben Kraft gibt. Die bayerische Landeskirche verbindet seit 70 Jahren eine Partnerschaft mit der Kirche in Mecklenburg. Von Maltzahns Besuch auf dem Hesselberg und die Predigt sind Teil der Feierlichkeiten dazu.

Der Bischof sagte weiter, der christliche Glaube habe sich zu bewähren, "wenn Gerüchte und Fake News nach Aufmerksamkeit gieren". Es gelte dann zu prüfen, was Fakt ist, und für die Wahrheit einzutreten: "Denn: Du sollst nicht falsch Zeugnis reden!", sagte von Maltzahn. Der Glaube müsse sich außerdem bewähren, wenn "Wahlkämpfer - welcher Partei auch immer - Ängste schüren und Ressentiments verstärken gegen Menschen, die anders sind". Dann gehöre es zur Verantwortung von Christen, klar zu machen: "Nicht in meinem Namen! Ob am Stammtisch oder in der Wahlkabine." Christen wüssten, welche "Kraft in unserem Glauben liegt", dieses Gefühl sollte man auch Kindern mit auf den Weg geben, sagte der Bischof.

Hesselberg

Landesbischof Bedford-Strohm hat die neue Kapelle des Evangelischen Bildungszentrums Hesselberg eingeweiht.

Bild: ELKB

Debatte ums Kreuz bei Bayerischem Kirchentag

Neben einem Festgottesdienst gehört die offene Gesprächsrunde mit Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm um die Mittagszeit zu den fixen Programmpunkten. Die kontroverse Debatte um das Kreuz in den bayerischen Amtsgebäuden hat die offene Gesprächsrunde beim Bayerischen Kirchentag auf dem Hesselberg (Landkreis Ansbach) bestimmt. "Wir brauchen als Kirche nicht die Politik, um über das Kreuz zu sprechen", sagte der Landesbischof. Er sei überhaupt erst Christ geworden, weil das Kreuz in den Menschen die Hoffnung wecke, dass Jesus für sie gestorben ist.
 
Die bayerische Synodalpräsidentin Annekathrin Preidel sagte, das Thema Kreuz sei auf unglückliche Weise wieder in die Öffentlichkeit gerückt. Wenn es nun gerade in Ämtern wieder vermehrt hänge, müsse seine Botschaft auch gerade dort gelebt werden. Beispielsweise für die Mitarbeiter von Jugendämtern könne dies eine Herausforderung sein, sagte die Präsidenten des Kirchenparlaments der rund 2,4 Millionen bayerischer Protestanten.
 
Ein weiteres Thema der offene Gesprächsrunde war der Pfarrermangel in den Gemeinden. Bischof Bedford-Strohm schlug vor, Gemeinden könnten sich beispielsweise mit einem Video bei potenziellen Pfarrern bewerben, um den möglichen Interessenten für eine Pfarrstelle zu signalisieren, dass sie mit offenen Armen empfangen würden.
 
Rund 13.000 Menschen besuchten am Pfingstmontag den 67. Bayerischen Kirchentag auf dem Hesselberg. Bereits am Sonntag wurde in einem Gottesdienst die neue Kapelle des Evangelischen Bildungszentrums Hesselberg ihrer Bestimmung übergeben und durch Landesbischof Bedford-Strohm eingeweiht.

Vor 67 Jahren eröffnete der damalige bayerische Landesbischof Hans Meiser (1881-1956) auf dem 689 Meter hohen Berg die neu gegründete Landvolkshochschule, daraus entwickelte sich der dann Kirchentag. Der Berg hat eine dunkle Vergangenheit: In der NS-Zeit fanden dort zwischen 1933 und 1939 die "Frankentage" mit bis zu 100.000 Zuhörern statt. Der Bayerische Kirchentag ist die größte Freiluftveranstaltung in der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, er stand  unter dem Motto "Orte des Glaubens".


23.05.2018 / epd