Kunstprojekt in Ansbach

HeimWeh

Kunstinstallation 'CAMP' von Tobias Regensburger

Ein Herzstück des Kunstprojektes "HeimWeh" ist "das Camp", eine Installation zwischen Holzhütte und Helicopter.

Bild: Gonnermann

Wie prägen die Gegebenheiten eines Landes die Identität seiner Einwohner? Rund um das Thema HeimWeh dreht sich ein Kunstprojekt in Ansbach, das noch bis zum 19. Juni zu Begegnung und Aktionen einlädt.

Zwei Veranstaltungsorte bilden den Rahmen des Projekts:  zum einen „das Camp“ von Tobias Regensburger im Museumshof – eine mehrdeutige Installation eine Verbindung aus Hubschrauber und Holzhütte, zwischen futuristischem Habitus und ärmlicher Improvisation. "Das Camp", das täglich von 9 bis 20 Uhr geöffnet, ist Treffpunkt und Veranstaltungsort beispielsweise für das Picknick, das dort jeden Donnerstag bis Sonntag von 15 – 18 Uhr stattfindet oder das wöchentliche Erzählcafé (samstags 16 Uhr).

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Zum anderen die gastgebende Kirche St. Gumbertus, die eine ganz besondere Ausstellung beherbergt: 29 Menschen – im Alter von sieben bis 71 Jahren aus fünf Kontinenten hat die bekannte Fotografin Herlinde Koelbl ("Spuren der Macht") beim Kommunizieren fotografiert, beim Flüstern und Zuhören, beim Kichern und Nachdenken – Menschen, die sich bei allen Unterschieden gut verstehen. „Über das Hören und das Verstehen“ heißt die Bilderfolge von 28 Schwarzweißfotografien, die noch bis 19. Juni täglich von 8 bis 20 Uhr in St. Gumbertus zu besichtigen ist. Im Rahmen des Kulturprojektes findet auch am Dienstag, 31.Mai,18.00 Uhr ein Fachvortrag von Herlinde Koelbl für Studierende der Studiengänge Ressortjournalismus, Multimedia und Kommunikation statt, zu dem auch die interessierte Öffentlichkeit eingeladen ist.

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HeimWeh ist der Auftakt zu einem regelmäßigen Kunst- und Kulturprojekt der Evangelisch- Lutherischen Kirchengemeinde St.Gumbertus in Ansbach, das alle zwei Jahre stattfinden soll. Der Initiator, Pfarrer Dieter Kuhn, ist mit der Resonanz bisher sehr zufrieden: "Das Projekt als Ganzes wird in erfreulicher Weise gut angenommen. Immer wieder werde ich positiv darauf angesprochen." Ziel des Kunstprojektes ANSPRUCH sei es, Menschen unterschiedlicher Altersgruppen, sozialer Schichten und Nationalitäten anzusprechen und Brücken zu bauen, erklärt die Ansbacher Synodale Christine Kaas, die dabei engagiert mitwirkt. "Durch Begegnung, Gespräch und gemeinsame Aktionen sollen Vorurteile abgebaut, Verständnis geschaffen und eine Annäherung ermöglicht werden." Dabei seien gerade die Neuankömmlinge in ihrem Bemühen neue Heimat zu finden im Blick. Langfristig soll ANSPRUCH den sozialen und gesellschaftlichen Zusammenhalt in Ansbach und Umgebung stärken, betonen die Organisatoren.

Vielfältiges Angebot

Das Programm von HeimWeh ist bunt und vielfältig und richtet sich an Junge und Alte aller Schichten und Kulturen. Einen besonderen Geist habe man bei dem Benefiz-Fußballspiel der Spielvereinigung Ansbach spüren können, erzählt Christine Kaas. Sie ist begeistert von der Atmosphäre im Stadion. "Die unbändige Freude der Spieler beim Fußballspiel, das Anfeuern der Zuschauer, die international durchgemischten Mannschaften!"  Gerade Mannschaftssport verbinde ungeachtet jeglicher Sprachbarrieren und sonstiger Verschiedenheiten. Jeder sei gefordert, sich um des Erfolges willen für den anderen einzusetzen. Das habe man bei diesem Spiel erleben können. Anstelle eines Eintritts hatte die Spielvereinigung Ansbach für das Frauenhaus gesammelt. Ebenso trägt das "Weltcafé" , das von Asylsuchenden aus unterschiedlichsten Ländern mitgestaltet wird, zur Integration bei. Die Zusammenarbeit mit dem Integrationsbeirat sei hervorragend, berichtet Dieter Kuhn.

Auch für Kinder ist einiges geboten, beispielsweise ein Kreativworkshop der Jungen Kunstschule. Unter Anleitung einer Künstlerin bauten die Kinder, unter anderen Schülerinnen und Schüler der evangelischen Schule, gemeinsam eine Brücke. Jetzt stehe diese Brücke in der St. Johanniskirche rufe großes Interesse hervor, berichtet Kuhn.  Er selbst ist besonders angetan von dem Theaterstück "Heimweh", das das Theater Kopfüber in der St. Gumbertuskirche spielt. Das interaktive Stück vergegenwärtige die Situation der Flucht. Kuhn: "Ein ungemein ansprechendes und gefangennehmendes Theaterstück im idealen Raum der Gumbertuskirche."

Weiteres Programm

Ein Poetry-Slam zum Thema HeimWeh (23. Mai, 20 Uhr St. Gumbertus), eine musikalische Dichtung „Heimat – Miteinander leben/Füreinander dasein“ (12. Juni 18.00 Uhr am CAMP), Weltmusik (17. Juni, 17.00 Uhr, CAMP) und ein Themengottesdienst (19. Uni, 18.00 Uhr St. Gumbertus) stehen noch auf dem Plan. Das Stück "Heimweh" des Theaters Kopfüber ist noch an den Samstagen 4. und 11. Juni, jeweils um 15 Uhr zu sehen.


18.05.2016 / ELKB