Landesstelle Glücksspielsucht in Bayern

Bundesweiter Aktionstag gegen Glücksspielsucht

Bundesweiter Aktionstag gegen Glücksspielsucht

Glücksspielsucht ist eine schwerwiegende Erkrankung, die noch viel stärker in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt werden muss.

Bild: iStock-audioundwerbung

Am 26. September findet der bundesweite Aktionstag gegen Glücksspielsucht statt. Thematischer Schwerpunkt in diesem Jahr: Werbung für Glücksspiele.

Wie in den Vorjahren nimmt die Landesstelle Glücksspielsucht in Bayern (LSG) gemeinsam mit Fachstellen aus ihrem Kompetenznetzwerk Glücksspielsucht in zahlreichen Städten im Freistaat wieder an dem Aktionstag teil. Mehrere Hundert Millionen Euro gibt die Glücksspielindustrie jährlich für Werbung aus – und das allein in Deutschland. Ob auf Bussen, im Fernsehen oder im Internet – überall begegnet uns täglich eine Vielzahl raffiniert verpackter Botschaften und Eye-Catcher, die zum schnellen Spiel mit dem Glück verführen sollen. Konrad Landgraf, Geschäftsführer der Landesstelle Glücksspielsucht in Bayern, sieht diese Entwicklung mit zunehmender Sorge: „Gerade Jugendliche, die per Gesetz in besonderem Maße vor den Risiken des Glücksspielens geschützt werden sollen, erreicht diese aggressive Form der Werbung sehr schnell und wirksam.“ Auch wenn sich Werbung für Glücksspiel nicht gezielt an Jugendliche wenden darf, so sind junge Menschen doch besonders anfällig für diese Botschaften. Neben der Tatsache, dass mit Werbung natürlich auch neue Kunden für das Glücksspiel gewonnen werden sollen, stellt sie aber vor allem für Personen, die bereits Probleme mit dem Glücksspielen haben, einen besonderen Anreiz zur Spielteilnahme dar.

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Um auf die Risiken des Glücksspiels aufmerksam zu machen, veranstaltet die LSG im Rahmen des bundesweiten Aktionstags gegen Glücksspielsucht in ganz Bayern zahlreiche öffentlichkeitswirksame Aktionen. Landgraf hofft wieder auf möglichst viele Besucher, denn, so der Suchtexperte: „Mit unseren Aktionen erreichen wir die Menschen direkt, wir kommen mit ihnen ins Gespräch und können sie so verstärkt auf die Problematik aufmerksam machen und informieren. Denn Glücksspielsucht ist eine schwerwiegende Erkrankung, die noch viel stärker in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt werden muss. Dazu können unsere Aktionen einen wertvollen Beitrag leisten.“

Aktuell geht die LSG von rund 34.000 pathologisch Glücksspielenden und weiteren 33.000 Menschen aus, die ein problematisches Spielverhalten zeigen. Nicht zu vergessen, dass dadurch auch viele andere, etwa Angehörige, Freunde sowie Kolleginnen und Kollegen, in Mitleidenschaft gezogen werden. Und: Der Schuldenstand von Personen, die in Beratung sind, beläuft sich im Durchschnitt auf rund 24.000 Euro. Bei keiner anderen Abhängigkeitsform ist dieser Wert so hoch. Die Folgen übermäßigen Glücksspielens sind oftmals dramatisch, wie Landgraf sagt: „Häufig bedeutet Glücksspielsucht den Ruin ganzer Familien. Diese Sucht stellt eine immens hohe psychische Belastung für alle Betroffenen und deren Angehörige dar.“

Die Landesstelle Glücksspielsucht koordiniert bayernweit Prävention, Forschung, Beratung und Hilfe rund um das Thema pathologisches Glücksspielen. Sie besteht seit Juni 2008 und wird vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege finanziert. Kooperationspartner sind die Bayerische Akademie für Sucht- und Gesundheitsfragen BAS Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt), der Betreiberverein der Freien Wohlfahrtspflege Landesarbeitsgemeinschaft Bayern für die Landesstelle Glücksspielsucht in Bayern e.V. und das IFT Institut für Therapieforschung München. Die LSG arbeitet fachlich unabhängig und ist nicht weisungsgebunden.


24.09.2018 / Landesstelle Glücksspielsucht in Bayern (LSG)