Mission EineWelt

Globale Probleme brauchen globale Lösungen

Jahresempfang von Mission EineWelt im Zeichen der neuen Jahreskampagne

Podiumsdiskussion beim Jahresempfang von Mission EineWelt: Gabriele Hoerschelmann, Geraldo Grützmann, Johannes Paul, Gisela Bornowski

Bild: MEW

Über 130 Gäste kamen am 16. Mai zum Jahresempfang von Mission EineWelt. Im Mittelpunkt des Programms stand die neue Jahreskampagne von Mission EineWelt, "Die Schöpfung - Not for Sale".

Klimawandel ein neues Thema? - Mitnichten: Im Jahr 1895, mit einem Zitat des schwedischen Chemikers Svante Arrhenius, begann der Reigen der Zitate zum Klimawandel, den Gabriele und Hanns Hoerschelmann, DirektorInnen von Mission EineWelt, für den Jahresempfang zusammengestellt hatten. Noch wesentlich älter ist der göttliche Auftrag zur Bewahrung der Schöpfung. Die Jahreskampagne von Mission EineWelt soll daher beides: an die besondere Verantwortung von ChristInnen erinnern und die bisherigen Bemühungen bündeln sowie aktuell einen Beitrag dafür leisten, dass die Menschheit verantwortungsvoller mit ihrem Planeten umgeht als bisher.

Gerade der weltweite Blick aus Sicht der Menschen in den Partnerkirchen sei dabei wichtig, betonte Gabriele Hoerschelmann, denn: "Eine globale Herausforderung lässt sich eben nur global lösen." Die Kampagne von Mission EineWelt solle sich dabei nicht in Papieren und Verlautbarungen erschöpfen, erläuterte Hanns Hoerschelmann. Vielmehr gehe es darum, im Dialog Erfahrungen auszutauschen und Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln.

Als Einzelperson könnte man es zum Beispiel so halten wie Anne Mäusbacher und ihre Familie, die im Alltag weitestgehend auf Plastik verzichten, und im Urlaub Plastikmüll an den Stränden einsammeln und aus dem Meer fischen. "Es ist fünf nach Zwölf. Alle müssen ihren Müll reduzieren - egal ob Plastik oder anderen Müll", forderte die Umweltaktivistin und Buchautorin (Kids for the Ocean) aus Nürnberg, die gemeinsam mit ihrem Sohn Peer an der Podiumsdiskussion beim Jahresempfang teilnahm. Mit Umweltingenieur Johannes Paul von der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), Gisela Bornowski, Regionalbischöfin im Kirchenkreis Ansbach-Würzburg, und Geraldo Grützmann, ökumenischer Mitarbeiter von Mission EineWelt aus Brasilien, diskutierten die Mäusbachers vor allem über das global immer drängender werdende Problem mit Plastikmüll. Ein Problem sei, dass der Plastikmüll nicht nur immer mehr werde, sondern auch in seiner Zusammensetzung "immer komplexer und immer chemischer", erläuterte Johannes Paul. Der Abfallexperte der GIZ machte zudem auf eine global signifikante Gleichung aufmerksam: "Hohes Bruttosozialprodukt, viel Müll - niedriges Bruttosozialprodukt, wenig Müll." Neben dem Aufkommen ist auch das Bewusstsein für Entsorgung und Recycling nicht überall auf der Welt gleich ausgeprägt.

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"Jeder Brasilianer verursacht im Durchschnitt ein Kilo Plastikmüll pro Woche", erläuterte Geraldo Grützmann. Dabei sei das Bewusstsein für Entsorgung und Recycling noch nicht überall sehr ausgeprägt. "Es gibt Orte, an denen Müll getrennt gesammelt wird, und Orte, wo nichts dergleichen passiert." Aber auch in Deutschland fehle die Transparenz, was denn eigentlich mit dem getrennten Müll passiere, ergänzte Anne Mäusbacher. "Den Gelben Sack versteht niemand mehr." Auf die Frage nach der Rolle der Kirchen forderte Gisela Bornowski, die Kirche müsste als "Mahnerin, Mittlerin und Motor" auftreten und "eine Vorbildfunktion" wahrnehmen. "Es kann nicht nur um das Aufzeigen von Problemen gehen. Wichtig ist vor allem auch die Frage, was wir zur Lösung dieser Probleme beitragen können." Die Regionalbischöfin verwies auf diverse Maßnahmen innerhalb der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, die vom Wechsel zu fairem Kaffee und dem Verzicht auf Einweggeschirr bis hin zur Förderung der energetischen Gebäudesanierung durch die Landeskirche und dem kürzlich von der Synode beschlossenen integrierten Klimaschutzkonzept reichen. Nachholbedarf sieht sie derzeit vor allem im Bereich Mobilität. Aber auch da bewege sich schon vieles in der ELKB. Ihr Fazit: "Es ist schon viel Sensibilität da, aber wir sind noch lange nicht am Ende."

Auf der Kampagnen-Website www.keine-ware.de gibt es eine Übersicht über verschiedene Angebote, die über weltweite Umweltzerstörung und -ausbeutung informieren und Wege aufzeigen, die aus dieser Katastrophenspirale herausführen könnten. Zudem werden Mitmach-Aktionen wie Plastikfasten, ein Konsumkrimi oder die Einrichtung eines Klima-Pilgerwegs und ähnliches angeboten.

"Die Schöpfung - Not for Sale" läuft schwerpunktmäßig in den Jahren 2019/20 und ist Teil 2 einer Dreijahreskampagne nach dem Auftakt mit "Der Mensch - Not for Sale" für die Jahre 2018/19. Für 2020/21 wird der Fokus auf dem Thema "Die Erlösung - Nor for Sale" liegen.


21.05.2019 / epd