Ingolstadt

Gehörlosenarbeit feiert Jubiläum

GVIUS e.V.

GVIUS steht für Gehörlosenverein Ingolstadt und Umgebung mit Sportabteilung.

Bild: GVIUS e.V.

100 Jahre Gehörlosenseelsorge und 75 Jahre Gehörlosenverein wird am Samstag, 15. Juli, in Ingolstadt mit einem ökumenischen Gottesdienst und einem großen Fest gefeiert. 

Regionalbischof Manfred Weiss und Bischof Gregor Maria Hanke aus der Diözese Eichstätt gestalten ab 10 Uhr einen ökumenischen Gottesdienst in der Franziskanerkirche in Ingolstadt. Der Gottesdienst wird von einem Gebärdendolmetscher simultan übersetzt.

Im Anschluss feiert der Gehörlosenverein sein Jubiläumsfest unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Christian Lösel im Gehörlosenzentrum, Permoserstraße 82. Auf dem Programm stehen unter anderem eine Stadtführung für Gehörlose, Aktivitäten für Kinder und Familien, sowie eine Ausstellung zur Geschichte der Gehörlosengemeinschaft in Ingolstadt. Im Festzelt sind Getränke und Brotzeiten zu kaufen und das Abendprogramm mit Theater und Tanz endet mit einer Überraschung.

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Auch wenn der Verein in diesen Tagen auf sein 75-jähriges Jubiläum zurückblicken kann: Die Gehörlosenarbeit und Gehörlosenseelsorge in Ingolstadt sind deutlich älter. Schon 1917 begannen – nach mündlicher Überlieferung – die Franziskaner damit, sich um Gehörlose und andere Menschen mit Behinderung in Ingolstadt zu kümmern. Schriftlich belegt sind ab 1927 regelmäßige Treffen der Gehörlosen und Sprachgeschädigten aus Ingolstadt und dem Umkreis mit dem Franziskanerpater Dr. Edelbert Kurz. Er feierte mit den Gehörlosen Gottesdienste in der Waisenhauskapelle und traf sich anschließend mit ihnen im Gasthaus zur Glocke zu Gesprächen. 1942 gründete Pater Kurz den Gehörlosenverein Ingolstadt. 1966 wurde zusätzlich zum Gehörlosenverein noch ein Gehörlosensportclub gegründet. Beide haben sich 1993 zusammengeschlossen und nennen sich seitdem GVIUS e.V. –Gehörlosenverein Ingolstadt und Umgebung mit Sportabteilung. Seinen Sitz hat der Verein im Gehörlosenzentrum, das im Jahr 2008 in der Permoserstraße eingeweiht wurde. Es ist seitdem eine Heimat für rund 3000 Gehörlose, Hörbehinderte und Taubblinde in Ingolstadt und der Region. 


12.07.2017 / GVIUS e.V./Kerygma