Eisenstadt Amberg

Impuls für den Frieden

Friedensimpuls der Landessynode im Hof des kurpfälzischen Zeughauses in Amberg - ein Video von Axel Mölkner-Kappl.

Dort, wo Eisen zu Macht und Reichtum verhalf, im Eisenland um Amberg, setzen die Synodalen am Dienstagmorgen einen Impuls gegen Waffenexporte und für Frieden.

Anstelle von Glocken hörten die Syodalen, die am Dienstagmorgen zu einem Friedensimpuls im Hof des kurpfälzischen Zeughauses, des fürstlichen Rüstungsarsenals, zusammengekommen waren, zu Beginn das Dengelnd von Eisen auf einem Amboss. Eisen ist das Brot der oberen Pfalz, die Eisenerzvorkommen waren seit jeher ein wichtiger Wirtschaftsfaktor der ansonsten eher armen Gegend. Im späten Mittelalter war die Oberpfalz, insbesondere die beiden benachbarten „Eisenstädte“ Amberg und Sulzbach, eine der größten Eisenproduzenten Europas. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde ein Eisenwerk in Sulzbach-Rosenberg errichtet und zu einem integrierten Stahl- und Hüttenwerk weiterentwickelt. Im Jahr 2004 musst die „Maxhütte“ endgültig schließen. In ihrem Friedensimpuls im  erinnerten die Synodalen an die zweifelhafte Macht de Eisens.

 

Zitat

Schwerter zu Pflugscharen. Das geht nicht von selbst. Der Schmied muß es wollen. Es erfordert Kraft, Mut, Ausdauer.

Robert Münderlein

Der eiserne Pflug, die Eisenreifen um das Wagenrad oder die Schiene der Eisenbahn stehen für Fortschritt und Entwicklung. Aus Eisen werden aber auch Klingen für Schwerter oder Lanzen oder Stahl für Gewehre gemacht: „Das Gold der Oberen Pfalz war Segen. Und ward zum Fluch. Das rostbraune Gold wird unter der Hand des Schmelzers, des Schmieds zum Werkzeug, zur Waffe. Eisen bricht den Acker auf, schafft Leben. Eisen schlägt durch Haut und Knochen, nimmt Leben,“ trägt die Synodale Käthe Pühl vor.

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Dabei profitiere Bayern massiv von Rüstungsexporten. 59 Prozent der im Jahr 2015 genehmigten deutschen Rüstungsexporte kämen aus Bayern. Bei den Kriegswaffen liege der bayerische Anteil sogar bei 80 Prozent, die Umsätze gingen in die Milliarden. „Was in einem anderen Land Leben und Kultur zerstört, bringt uns hier Steuereinnahmen und trägt zum Wohlstand der Region bei. Wie können wir mit diesem Tabu klar kommen?“, fragt die Synodale Elke Zimmermann nachdenklich.

Patronenkreuze

Patronenhülsen zu Kreuzen, von Kindersoldaten im Kongo geschnitten und gefeilt. Jeder Synodale nahm eine Patronnhülse mit als Erinnerung an die Aufgabe, Frieden zu bringen.

Bild: Mölkner-Kappl

„Waffen perfektionieren – das können wir. Werkzeuge für Frieden entwickeln – das wollen wir? Wollen wir gegen Waffen einstehen, eindeutige Worte finden gegen die Schwerter?“ fragt die Synodale Andrea Jamurskewitz. „ Statt den Krieg zu exportieren – denn jede Waffe findet ihren Krieg –, statt also den Krieg zu exportieren: Welche Friedenswerkzeuge wollen wir liefern als Evangelische Kirche? Auf dem Weg nach Lindau 2019 soll diese Frage in uns glühen wie das Eisen im Schmiedefeuer.“


29.11.2017 / ELKB