Evangelische Barockkirche

300 Jahre St. Egidien

Egidienkirche

Die Ursprünge der Egidienkirche liegen im Jahre 1140, als sich das Benediktinerkloster der Reichsstadt aus einen Königs- und Wirtschaftshof aus der Frühzeit der Stadt entwickelte.

Bild: By DALIBRI [CC BY-SA 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], from Wikimedia Commons

Mit einer Reihe von Konzerten, Festvorträgen und Gottesdiensten feiert die Nürnberg Innenstadtkirche St. Egidien ihr 300-jähriges Jubiläum als Barockkirche.

Der zuständige Pfarrer Thomas Zeitler und seine Kollegen wollen das Profil der Kulturkirche St. Egidien weiter ausbauen und haben sich neue Kooperationspartner gesucht, wie Zeitler am Dienstag dem Evangelischen Pressedienst (epd) sagte. "Wir verstehen uns als Knoten im Netz der Stadt, von dem aus sich Kunst und Spiritualität, aber auch Bildung entwickelt", sagte Zeitler.

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Ein Höhepunkt des Jubiläumsjahrs ist am 20. Juni ein Vortrag von Thomas Schauerte, dem Leiter der Kunstsammlungen der Stadt Nürnberg, über den ehemaligen Hochaltar der Kirche, der aus der Werkstatt des berühmten flämischen Barockkünstlers Anthonis van Dyck stammt. Eine weitere Wiederentdeckung ist der Bachforschung zu verdanken: Christoph Birkmann, Mitte des 18. Jahrhunderts Pfarrer der Egidienkirche, hat Texte für die Johannes-Passion geschrieben, wie Christine Blanken vom Leipziger Bach-Archiv am 10. Oktober erläutern wird.

Die Künstlerin Marianne Vordermayer wird im Zuge der Internationalen Orgelwoche im Juni ihre Video-Installation "Zeitläufe" präsentieren. Mit Brüchen in Nürnbergs einziger Barockkirche und Spuren der Veränderung setzt sich eine Ausstellung in St. Egidien in Nürnberg ab Mittwoch, 13. Juni, bis FReitag, 20. Juli, auseinander. Außerdem kommt die Kirche zu TV-Ehren: Der Bayerische Rundfunk sendet aus ihr am 24. Juni einen Fernsehgottesdienst.

Die Ursprünge der Egidienkirche liegen im Jahre 1140, als sich das Benediktinerkloster der Reichsstadt aus einen Königs- und Wirtschaftshof aus der Frühzeit der Stadt entwickelte, erläuterte der Pfarrer von St. Egidien, Martin Brons. 1526 wurde neben der Kirche das Aegidianum, das heutige Melanchthon-Gymnasium, gegründet. 1696 brannte die ursprüngliche Kirche vollständig ab. Das heutige Kirchengebäude wurde 1718 wieder aufgebaut. "Vom Barock ist jedoch leider nicht mehr viel übrig", sagte Brons mit Blick auf die Zerstörung der Kirche im Zweiten Weltkrieg. Nach Kriegsende entschied man sich für einen "veränderten Wiederaufbau".


07.06.2018 / epd