Erntedank

Reich beschenkt

Erntedank

Erntedank: Das Wunder des Wachsen und Gedeihens.

Bild: iStock_Smileus

Am 1. Oktober feiern wir an Erntedank das Wunder des Wachsens und genießen den Segen eines reich gedeckten Tisches. Das Erntedankfest ist eines der ältesten Feste, das wir heute noch begehen. 

Das Erntedankfest gibt der Dankbarkeit Raum und wendet sie hin zu Gott. Mit dem Erntedankfest erinnern Christen an den engen Zusammenhang von Mensch und Natur. Gott für die Ernte zu danken, gehörte zu allen Zeiten zu den religiösen Grundbedürfnissen. 

Dabei ist das Erntedankfest kein Kirchenfest im engeren Sinne, im Kirchenjahr ist es nicht so fest verankert wie Weihnachten oder Ostern. Seine Wichtigkeit ist aber ebenso unbestritten wie seine Beliebtheit. Denn an Erntedank erinnern wir uns an die Grundlage unserer Existenz. Wir staunen über den reich gedeckten Altar und die Schönheit der reifen Früchte. Aber wir erinnern uns auch an das Wunder des Wachsens. Wer diesen Prozess einmal von der Aussaat über das Austreiben bis zur Erntereife verfolgt hat, der kann die tiefe Symbolik darin nachvollziehen: Wir Menschen können aussäen und gießen, aber das Wunder des Wachstums vollzieht sich ohne unser Zutun.

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Für die Kirche der Gegenwart hat das Erntedankfest eine wichtige Rolle eingenommen: In einer globalisierten und urbanisierten Gesellschaft hält die Kirchengemeinde inne und besinnt sich darauf, dass unsere Lebensmittel nichts Selbstverständliches sind. In den Erntedankgottesdiensten, die deutschlandweit am ersten Sonntag nach Michaelis gefeiert werden, werden nicht selten auch sozialkritische Töne angeschlagen: Es geht um die Zukunft der Welternährung und unsere Verantwortung für Menschen, die hungern.

Wir ernten viel mehr: Nahrung und Kleidung, jedes Wachsen und Gedeihen in Partnerschaft und Familie, große und kleine Erfolge im Beruf - da ist so viel, wofür wir danken können. Dafür gibt das Erntedankfest den Raum und Rahmen. 


26.09.2017 / ELKB