Dachau und München

Erinnerung an die Opfer der NS-"Euthanasie"

Tafel an der KZ-Gedenkstätte Dachau

Architektur, die Gefühle weckt - Die Versöhnungskirche in der KZ-Gedenkstätte Dachau

Bild: ELKB Jahresbericht

Erstmals widmete der Deutsche Bundestag die Gedenkstunde am Gedenktag für die NS-Opfer den mehr als 200.000 Opfern der NS-„Euthanasie“. Veranstaltungen in Dachau und München greifen dies auf.

Ein namentliches Gedenken an die Opfer der NS-„Euthanasie“ habe erst sehr zögerlich eingesetzt", berichtet der Landeskirchliche Beauftragte für evangelische Gedenkstättenarbeit, Kirchenrat Dr. Björn Mensing. Häufig hätten sich Familien nach dem Krieg nicht getraut, nachzufragen, wie ihre Angehörigen zu Tode gekommen seien. Andere seien bei ihren Recherchen nicht unterstützt oder von den Kliniken angelogen worden. So seien die ermordeten Verwandten häufig aus dem Familiengedächtnis verschwunden oder verdrängt worden. Dies ändere sich langsam: An vielen Orten gebe es jetzt Initiativen zur biographischen Erinnerung an Opfer der NS-Euthanasie. Oft seien Kirchengemeinden, kirchliche Bildungswerke und diakonische Einrichtungen an diesen Projekten beteiligt.

Gedenkveranstaltungen und Gedenkbuch

In Dachau bietet die Evangelische Versöhnungskirche am Mittwoch, 1. Februar, um 19 Uhr im Kino Cinema ein Filmgespräch zu dem Drama „Nebel im August“ (2016) an, das als erster Kinofilm konkreten Opfern der Krankenmorde ein eindrückliches Denkmal setzt. Im Mai werden dann in Dachau erstmals „Stolpersteine“ für drei Menschen aus dieser Gruppe der viel zu lange „vergessenen Opfer“ vor deren früheren Wohnhäusern verlegt. Im NS-Dokumentationszentrum München gestalten Angehörige von Euthansie-Opfern am Sonntag, 5. Februar, 17 Uhr, eine Gedenkveranstaltung. Ein Gedenkbuch für alle Münchner Euthanasie-Opfer steht kurz vor der Veröffentlichung.


30.01.2017 / ELKB