Equal Pay Day 2018

Altersarmut ist weiblich

"Altersarmut ist weiblich" mit einem gemeinsamen Clip machen verschiedene kirchliche Dienste auf die Folgen der Lohnlücke zwischen Männern und Frauen aufmerksam.

Evangelische Organisationen haben zur Lohnlücke zwischen Frauen und Männern Stellung bezogen. Anlass war der Equal Pay Day – der Tag im Jahr, bis zu dem Frauen statistisch gesehen umsonst arbeiten.

Er fiel in diesem Jahr auf den 18. März. In einem vom FrauenWerk Stein, der Diakonie Bayern, dem Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt, den Evangelischen Frauen in Bayern und dem Referat für Chancengleichheit der Evangelischen Kirche in Bayern verabschiedeten Positionspapier heißt es, eine "fatale Kombination aus traditioneller Arbeitsverteilung und fragmentierter Erberwerbsbiographie führt dazu, dass Frauen vor allem im Alter deutlich stärker von Armut bedroht sind als Männer."

Zitat

Existenzsicherung und Anerkennung menschlicher Arbeit gehören nach evangelischer Auffassung zu den fundamentalen Bedingungen einer gerechten Gesellschaft. Chancen- und Geschlechtergerechtigkeit sind zentrale Anliegen, für die wir gemeinsam eintreten."

Aus dem Positionspapier

Der so genannte "Gender Gap" beträgt dem Statistischen Bundesamt zufolge in Deutschland 21 Prozent. Im Alter wird der geschlechtsspezifische Unterschied zwischen Frauen und Männern sogar noch größer: So betrug die Altersrente 2016 bei den Männern im Durchschnitt 1.096 Euro, bei den rund 372.300 Neurentnern waren es rund 1.008 Euro. Die Höhe der durchschnittlichen Altersrente bei den Frauen belief sich dagegen nur auf 665 Euro, die der 411.400 Neurentnerinnen auf 681 Euro. In keinem anderen OECD-Land ist das Gefälle zwischen Rentnerinnen und Rentnern so hoch. Die Rentenlücke – der "Gender Pension Gap" – liegt bei über 50 Prozent. 

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"Das Ziel der Gleichstellung von Frauen und Männern ist noch längst nicht erreicht – das zeigen der Equal Pay Gap und der Gender Pension Gap", so Michaela Wachsmuth, geschäftsführende Vorständin im FrauenWerk Stein. "Frauen müssen dafür weiter kämpfen". Nach Ansicht der zeichnenden Organisationen ist die "gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern in allen Lebensbereichen nach christlicher Überzeugung ein Gebot der Gerechtigkeit." Existenzsicherung und Anerkennung menschlicher Arbeit gehören nach evangelischer Auffassung zu den fundamentalen Bedingungen einer gerechten Gesellschaft. Im Positionspapier heißt es weiter: "Chancen- und Geschlechtergerechtigkeit sind zentrale Anliegen, für die wir gemeinsam eintreten."

Bis zum 18. März umsonst gearbeitet

Der "Equal Pay Day" bezeichnet den Aktionstag für Entgeltgleichheit zwischen Männern und Frauen. An diesem Tag wird auf den bestehenden Gender Pay Gap (GPG) – den geschlechterspezifischen Lohnunterschied – aufmerksam gemacht. Der Aktionstag markiert symbolisch den Tag, bis zu dem Frauen umsonst arbeiten, während Männer seit dem 1. Januar für ihre Arbeit bezahlt werden.


16.03.2018 / ELKB