Elf Jahre Weidenkirche

Pappenheim feiert

Elf Jahre Weidenkirche - Ein Film von Axel Mölkner-Kappl

"Kirche: natürlich!" - unter diesem Motto pflanzten über hundert Jugendliche die Weidenkirche in Pappenheim. Elf Jahre ist das her. An Christi  Himmelfahrt feierte die Evangelische Jugend ihre Kirche.

Eigentlich hätte schon im vergangenen Jahr das zehnjährige Bestehen begangen werden sollen, aber angesichts des größeren Reformationsjubiläums hatte sich die Evangelische Jugend entschlossen, das Jubiläum ihrer Weidenkirche erst 2018 - eben zum elfjährigen Bestehen -  zu feiern: mit ebunten Festprogramm und einem Festgottesdienst mit dem Landesbischof.

Schon seit elf Jahren stehe die Weidenkirche für das lebendige Bild der Kirche, "die sich einerseits um das Wort, das Gebet, die Gemeinschaft Jesu Christi versammelt und zugleich sich öffnet nach außen für die Welt", würdigte Heinrich Bedford-Strohm den Bau, der sich nach außen und dem Himmel zu öffne. "Es ist eine offene Kirche, die die Radfahrer, die hier vorbeifahren, einlädt zu verweilen, innezuhalten und über Gott und die Welt und sich selbst nachzudenken."

Zitat

Ein wunderbares Symbol für die Kirche, die zu sein wir gerufen sind."

Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm

Zahlreiche der 100 Mitarbeitenden, die an der Kirche mitgebaut und sie an Christi Himmelfahrt 2007 zusammen mit dem damaligen Landesbischof Johannes Friedrich eingeweiht hatten, waren auch 2018 dabei. "Mit welcher Hoffnung, mit welchen Wünschen habt Ihr an dieser Kirche mitgebaut? Was davon hat sich erfüllt? Wo seid Ihr enttäuscht worden?" wollte der Landesbischof in seiner Predigt wissen. Viele der damaligen Hoffnungen hätten sich in den Trieben der Kirche, aber auch in manchen Beschlüssen der Landesjugendkonvente  sowie "in Gesprächen, die Ihr geführt habt, im miteinander Lachen und Weinen" erfüllt.

 

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Auch die Mutter des kleinen Jesper Kasimir war unter den Erbauerinnen der Weidenkirche. Ihr Sohn wurde im Rahmen des Festgottesdienstes an dem neuen Taufbecken getauft, das der Künstler Clemens Hutter aus Wunsiedel, ehemaliger engagierter Ehrenamtlicher der EJB, für die Weidenkirche gestaltet hatte.

Mitternachtsandacht in der Weidenkirche

Schon am Vorabend hatte das Fest begonnen. Auf dem Programm standen vielfältige Angebote: gemeinsam kochen und essen an einer langen Tafel, Musik machen und singen, verschiedene kreative Workshops, eine Mitternachtsandacht und die Übernachtung in Zelten.

Bild: ejb

Die Jugendlichen sind stolz auf ihre Naturkirche. Eine Kirche ohne Steine und Mörtel, aber mit lebenden Wänden:  Die Weidenkirche  besteht aus vielen Weidenruten. Stahlrohre bilden das Rankgerüst. Das Kirchenschiff mit den sieben Rundbögen und zwölf Bögen für die Kuppel ist etwa 30 Meter lang und hat für ca. 150 Personen Platz.  Wie die Natur durchläuft auch die Weidenkirche den Wandel der Jahreszeiten: zart sprießend im Frühjahr, üppig grün im Sommer, sich zurückziehend im Herbst, klare Konturen zeigend im Winter. Jeweils im September wird zu einem „Pflegewochenende“ eingeladen, um die Kirche wieder in Form zu bringen.

Innehalten und Gottesdienst feiern

Direkt am Altmühl-Radwanderweg zieht die einmalige Naturkirche ihre Besucher an. Ein Altar aus Jurastein und ein robustes Stahlkreuz bilden den Mittelpunkt. Wanderer und Radfahrer, Gruppen der EJB oder aus dem nahegelegenen Bildungshaus kommen, um hier innezuhalten, zum stillen Gebet, Gottesdienst zu feiern oder einfach um Rast zu machen.

 


13.05.2018 / ELKB