Augsburg

Neue Stadtklinik Augsburg eingeweiht

Kfm. Vorstand Claus Boldt, Rektor Heinrich Götz, Architekt Elmar Nitzl, Architekt Sebastian Endres, Oberin Christiane Ludwig

Gemeinsam für die neue Stadtklinik: Der Kaufmännische Vorstand Claus Boldt, Rektor Heinrich Götz, Architekt Elmar Nitzl, Architekt Sebastian Endres und Oberin Christiane Ludwig (v.l.).

Bild: diako Augsburg

Die Evangelische Diakonissenanstalt Augsburg hat den Neubau der "stadtklinik" vollendet. Am vergangenen Samstag wurde die hochmoderne Belegklinik in der Nähe des Hauptbahnhofs offiziell eingeweiht. 

Nun ist sie komplett, die stadtklinik Augsburg.  Die unweit des Hauptbahnhofs gelegene neue Klinik löst das alte, 1893 gegründete Diakonissenkrankenhaus ab, das abgerissen wurde. Der aktuelle Neubau wurde seit 2003 geplant und entstand in einer zehnjährigen Umbauphase in vier Abschnitten, die insgesamt 60 Millionen Euro gekostet haben. Nach Fertigstellung aller Bauteile wurde nun die Einweihung gefeiert.

Er habe "große Hochachtung vor dieser Leistung, zu der nicht nur hohe Fachlichkeit, sondern auch der christliche Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit gehört", sagte Bayerns Diakonie-Präsident Michael Bammessel anlässlich der Einweihung. Das Krankenhaus verfügt nach Beendigung des dritten und letzten Bauabschnitts über insgesamt 130 Betten. In der neuen Augsburger Stadtklinik arbeiten rund 300 Menschen. Das Krankenhaus verfügt nach Beendigung des dritten und letzten Bauabschnitts über insgesamt 130 Betten.

Mehr zum Thema

Bammessel betonte, nur "wenige diakonische Träger trauen sich heute noch an den Kliniksektor ran". Schuld daran sei unter anderem die "prekäre Finanzierung" im Klinikbereich. Weil die Krankenkassen höhere Personalkosten nicht ausreichend ausglichen, seien die Kliniken "chronisch unterfinanziert". Jeder Pfleger müsse heute 15 Patienten mehr versorgen als noch vor 25 Jahren, erklärte Bammessel.

Heute werden in der Klinik nach Angaben des Diako jährlich etwa 9.000 Menschen von rund 70 Fachärzten stationär behandelt. Hinzu kommen etwa 1.100 ambulante Patienten. Neben der Geriatrie gehören Anästhesie, Innere Medizin, Chirurgie, Urologie und Frauenheilkunde zu den Behandlungsbereichen. Im zuletzt fertiggestellten Ostflügel des Krankenhauses sind zwei Pflegestationen untergebracht. Die akutgeriatrische Station ist dabei nach Angaben des Rektors der Diakonissenanstalt, Heinrich Götz, eine der modernsten in ganz Deutschland: "Mit dieser Station sind wir Vorreiter", sagte Götz. Auf der Station werden alte Menschen behandelt, die etwa einen Unfall oder einen Schlaganfall hatten.

Einweihung diako Stadtklinik Augsburg Band wird durchschnitten

Neben Oberkirchenrat Detlev Bierbaum (5.v.r.), Regionalbischof Michael Grabow (3.v.l.), Diakoniepräsident Michael Bammessel (2.v.l.) und Rektor Heinrich Götz (2.v.r.) halfen weitere Vertreter von Kirche, Stadt und Staat, das Band zu durchschneiden.

Bild: David-Pierce Brill

Augsburgs evangelischer Regionalbischof Michael Grabow betonte, das Motto "Aus Liebe zu den Menschen" der Diakonissenanstalt sei in der neuen Klinik bereits zu spüren. "Hier weht ein heilender Geist", sagte Grabow. Er erinnerte jedoch daran, dass Pflege auch Zeit brauche: "Zeit für menschliche Zuwendung, die sich nicht in Fallpauschalen abrechnen lässt." Deshalb müsse man im Klinikbereich "nicht nur über Preise reden, sondern auch über die Qualität der Pflege".

Bayerns Sozial-Staatssekretär Johannes Hintersberger (CSU) verwies bei der Einweihung darauf, dass der Freistaat 2018 knapp 650 Millionen Euro an Fördergeldern für die Krankenhäuser zur Verfügung stelle. Es sei nötig, "die wirtschaftlichen Grundlagen der Menschen, die in der Pflege tätig sind, deutlich zu verbessern", räumte Hintersberger ein. Dies bedeutet aber auch, dass auf die Bürger höhere Beiträge an die Sozialkassen zukämen.


08.11.2017 / epd/diako