Rummelsberg:

Zehn Jungbrüder aufgenommen

Festzug der Jubilare vom Brüderhaus hinauf zur Kirche am Sonntag

Festzug der Jubilare vom Brüderhaus hinauf zur Kirche am Sonntag

Bild: Krätzer

Beim traditionellen Jahrestreffen der Rummelsberger Brüderschaft wurden zehn junge Männer in die Gemeinschaft aufgenommen.

„Wurzeln unseres Handelns – Zukunft auf gutem Grund“ war das Motto des Brüdertags, den Rektor Günter Breitenbach mit seinem Referat zum Thema und als Prediger im Sonntagsgottesdienst prägte.

Schon den Vorstellungsgottesdienst der Jungbrüder am Freitagnachmittag begleitete ein starkes Bild: Als Symbol für ihre Zusammengehörigkeit hatten sie das Boot gewählt – und trugen das Kanu gemeinsam auf ihren Schultern in die Philippuskirche. Wir wollen anpacken und mitrudern, lautete ihre Botschaft an die Brüderschaft. „Wir können zwar den Wind nicht ändern, aber helfen, die Segel neu zu setzen.“ Zehn junge Männer zählt dieser Jahrgang, die, nach dem bestandenen Grundseminar und den Eignungsgesprächen, nun in die Brüderschaft aufgenommen wurden. „Herzlich willkommen, junge Brüder, schön dass ihr da seid“, freute sich Brüdersenior Diakon Martin Neukamm.

Neues Leitungsgremium eingeführt

Auch die Entpflichtung der ausscheidenden Mitglieder des Brüderschaftsrates und die Einführung ihrer Nachfolgerinnen und Nachfolger wurde am Brüdertag gefeiert. Nach fünf Jahren ehrenamtlichen Engagements in diesem Leitungsgremium der Brüderschaft übergaben sie ihre Aufgaben jetzt an die neu in diesen Kreis gewählten Männer und Frauen.

Für sein Festreferat am Samstag über die „Wurzeln unseres Handelns“ hatte Rektor Günter Breitenbach das Bild des alten Feigenbaums gewählt. Wo ein Baum stehe, sei es kühler, informierte er seine Zuhörer, bis zu sechs Grad könne das ausmachen. Wurzeln seien ein Wunderwerk der Natur und trügen zum Reifen, Wachsen und Entfalten des Baumes bei. Näher beleuchtete er zudem die vier Säulen des Glaubens: Leiturgia (dem Glauben Ausdruck verleihen), Martyria (den Glauben bezeugen), Diakonia (Zuwendung erfahren und Verantwortung füreinander übernehmen) sowie Koinonia (einander begegnen, miteinander leben, Gemeinschaft). Besonders die Koinonia hob Breitenbach hervor, sprach von Tisch-, Lebens- und Dienstgemeinschaft. „Gemeinsam bedeutet gemeinsam durch den Bezug auf Jesus – und verbunden im Gebet.“

Gesicht zeigen

Beim Festgottesdienst am Sonntag in der Philippuskirche standen „Gesicht zeigen“ und die Menschen auf dem Altarbild im Mittelpunkt von Breitenbachs Predigt. Sie seien hellwach, bescheiden, zeigten unaufdringliche Präsenz – erst als Gruppe, dann als Einzelpersonen. „Und irgendwie auch als Repräsentanten der Brüderschaft.“ Gesicht zeigen sei angesagt, und das sei mehr als Profilierung. Unsere Kirche tue gut daran, den gesellschaftlichen Herausforderungen ihr Gesicht zuzuwenden, so der Theologe. „Wie in den Werken der Barmherzigkeit. Denn die Augenhöhe zu seinen geringsten Schwestern und Brüdern ist uns durch Christus gegeben.“

Geistliche Impulse und Gottesdienste, Wiedersehen, Feiern und Tischgemeinschaften, Ehrungen der Jubilare – mit Vergewisserung und Segen endete dieser an Impressionen reiche Brüdertag.


10.07.2019 / Dorothée Krätzer