Rummelsberg

Diakoninnen eingesegnet

Von links: Oberkirchenrat Detlev Bierbaum, Studierendenbegleiterin Carola Reichl, Anja Vogel, Beatrix Bayerle, Nicola Nitz, Verena Elsterer, Veronika Jung, Katharina Storch, Klaudia Engelhaupt, Älteste Andrea Heußner, Sophia Lulla und Rektor Dr. Günter Br

Oberkirchenrat Detlev Bierbaum, Studierendenbegleiterin Carola Reichl, Älteste Andrea Heußner und Rektor Dr. Günter Breitenbach (hinten, v.l) .begleiteten die acht Diakoninen bei ihrer EInsegnung.

Bild: Arnica Mühlendyck

Anja Vogel und Veronika Jung sind zwei von acht Diakoninnen, die am vergangenen Sonntag in Rummelsberg eingesegnet wurden. Seit September arbeiten sie in Diakonie, Dekanaten oder Kirchengemeinden.

Die Frauen schauen dankbar auf die Ausbildungszeit zurück. „Eine bereichernde, aber auch anstrengende Zeit geht zu Ende“, sagt Anja Vogel. „Zu Beginn meiner Ausbildung als Diakonin konnte ich mir nicht vorstellen, mit Jugendlichen zu arbeiten. Ich wollte nicht mit einer Altersgruppe arbeiten, an der ich so nah dran bin. Aber jetzt bin ich ja auch schon fast 27, da verschwindet die Unsicherheit immer mehr!“

Die Diakonin arbeitet seit dem 1. September 2016 als pädagogische Fachkraft bei den Rummelsberger Diensten für junge Menschen und betreut 15 unbegleitete minderjährige Jugendliche in Weißenburg. „Die Jungs erleichtern mir das Ankommen auf der neuen Stelle ungemein, sie kommen zum Quatschen ins Büro und laden mich zum Essen ein, wenn sie gekocht haben“, freut sich die junge Frau. Gar nicht so einfach, den „Schutzraum Rummelsberg“ nach sechs Jahren Ausbildung zu verlassen, findet sie.

Herzlicher Empfang

Ähnlich geht es Veronika Jung. Seit September arbeitet sie als Gemeindediakonin in der Erlöser- und in der Paulanerkirche in Amberg. „Ich vermisse die Glocken am Morgen und dass ich immer liebe Frauen um mich habe, die sich um mich sorgen. Die Schulbank drücken – das vermisse ich nicht, ich liebe es, endlich tätig zu werden!“ Von Kinder- und Jugendarbeit bis zur Seniorenarbeit umfasst ihr Aufgabengebiet dabei alles, was im gemeindlichen Bereich anfällt. Da sie aus der klassischen Gemeindearbeit kommt, ist sie sehr glücklich über diese erste Stelle. „Ich wurde sehr herzlich von meinen beiden Gemeinden begrüßt“, freut die junge Diakonin sich. „Obwohl ich in große Fußstapfen trete, da mein Vorgänger sehr lange auf dieser Stelle war, spüre ich die Freude der Gemeindemitglieder, dass sich wieder jemand einbringen will und vielleicht auch neue Impulse geben wird.“ Ob es auch Startschwierigkeiten gab? „Ach, das sind nur ganz banale Dinge. Man muss halt jetzt erwachsen werden und sich mit Versicherungen und so Sachen auseinandersetzen.“

Vielfältige Einsatzorte

Die Einsatzorte der acht Diakoninnen reichen von Weilheim bis Nürnberg. Alle arbeiten in diakonischen Einrichtungen, Kirchengemeinden oder Dekanaten. So ist Klaudia Engelhaupt pädagogische Fachkraft in der integrativen Kindertagesstätte „Stadtspatzen“ in Nürnberg. Ihre Kolleginnen Katharina Storch und Nicola Nitz sind als Gemeindediakoninnen in der Reformations-Gedächtniskirche und der Simeonskirche in München sowie in St. Lukas in Nürnberg eingesetzt. Als Dekanatsjugendreferentinnen in Pappenheim und Neustadt an der Aisch arbeiten Verena Elsterer und Sophia Lulla. Und Beatrix Bayerle ist Dekanatsjugendreferentin in Weilheim und Gemeindediakonin in Tutzing.

Die neu eingesegneten Diakoninnen (von links) Klaudia Engelhaupt, Katharina Storch, Nicola Nitz, Verena Elsterer, Beatrix Bayerle, Veronika Jung, Sophia Lulla und Anja Vogel

Freuen sich über ihre Einsatzorte: die neu eingesegneten Diakoninnen (von links) Klaudia Engelhaupt, Katharina Storch, Nicola Nitz, Verena Elsterer, Beatrix Bayerle, Veronika Jung, Sophia Lulla und Anja Vogel

Bild: Arnica Mühlendyck

Anja Vogel steckt derzeit fast alle Energie in die Arbeit. Schichtdienst, Wochenenddienste und Nachtbereitschaften machen es sehr schwierig, private Kontakte in Weißenburg zu knüpfen. Auch ihre spirituellen Bedürfnisse sieht sie manchmal zu kurz kommen. Für die Zukunft erhofft sie sich, dass ihr die Diakoninnengemeinschaft fachliche Beratung und vor allem auch spiritueller Stärkung für den Dienst geben wird. Jeden Monat trifft sich ihre Regionalgruppe, der Diakoninnen aus der ganzen Region angehören, und bespricht sich miteinander kollegial, spirituell und privat.

Verbundenheit in der Gemeinschaft

„Ich wurde sehr nett aufgenommen in meiner neuen Regionalgruppe. Es tut gut, unter all den neuen Dingen vertraute Gesichter zu sehen und Frauen zu treffen, die mich stützen, wenn ich schwanke!“ Auch Veronika Jung freut sich über die Verbundenheit, die die Diakoninnengemeinschaft über die Ausbildung hinaus bietet. Sie findet es schön, dass sie in dieser Gruppe nicht erklären muss, was sie tut. „Viele Menschen kennen erst mal nur katholische Diakone und sind daher irritiert, wenn ich von meinem Beruf erzähle. Meine Heimat, Kahl am Main, ist eine sehr katholische Gegend. Aber mein näheres Umfeld weiß natürlich mittlerweile, was ich mache!“, lacht die Diakonin.

Auch einige von Anjas Vogels Freunden können mit kirchlichen Dingen nichts anfangen. Die Ausbildungsinhalte, von denen Anja ihnen erzählt hat, scheinen sie jedoch trotzdem überrascht zu haben. „Gerade die Tatsache, dass der kritische Blick auf Kirche und Gesellschaft nicht unterbunden, sondern eher gefördert wurde, war für viele erstaunlich“, erklärt sie. Auch die Jugendlichen in der Arbeit merken, dass sie „ein bisschen anders“ ist als die meisten anderen Betreuer. „Es ist interessant, mit ihnen in den Austausch darüber zu gehen, was sie für Glaubensfragen beschäftigen. Auch bei den Kollegen stößt das auf Interesse“, freut sie sich.

Briefe Christi

In seiner Einsegnungsansprache in der bis zum letzten Platz besetzten Rummelsberger Philippuskirche erinnerte Rektor Günter Breitenbach die Frauen daran, dass bereits vor 126 Jahren die ersten acht Diakone diesen Weg gegangen seien.Älteste Andrea Heußner ermutigte die Frauen, als „Briefe Christi“ in die Welt zu gehen und so dem Evangelium zu dienen.Und Oberkirchenrat Detlev Bierbaum überbrachte den Frauen die Grüße der Landeskirche.


12.10.2016 / Arnica Mühlendyck/ELKB