Spirituelles Zentrum St. Martin

"Meditation als Alternative zur digitalen Welt"

Pfarrer Hanns-Hinrich Sierck

Hanns-Hinrich Sierck ist neuer Leiter des Spirituellen Zentrums St. Martin in München.

Bild: epd

Hanns-Hinrich Sierck, den neuen Leiter des Spirituellen Zentrums St. Martin in München im Gespräch mit dem epd über eigene Meditationsübungen und Herzensgebete.

Am 1. Oktober wird Pfarrer Hanns-Hinrich Sierck als Nachfolger von Andreas Ebert eingeführt. Der 58-Jährige war von 1991 bis 1997 als Pfarrer im südafrikanischen Harburg tätig, kam anschließend nach Donauwörth und unterrichtete zuletzt an drei Realschulen im Raum Ingolstadt. Ein Krebsverdacht brachte den gebürtigen Hessen vor sieben Jahren zur Kontemplation. Sierck ist mit einer Ärztin verheiratet und hat vier erwachsene Söhne.

Was heißt Spiritualität für Sie?
Spiritualität bedeutet für mich, täglich in der Gegenwart Gottes zu leben, in der Stille auf Gott zu hören und danach zu handeln. Ich meditiere seit sieben Jahren jeden Abend 30 Minuten auf meinem Taizé-Hocker. Davor habe ich Exerzitien im Alltag praktiziert. In St. Martin möchte ich Menschen begleiten, die auf der Sinnsuche sind. Mein Herz brennt mit einer großen Weite für den christlichen Glauben. Ich bin neugierig auf viele offene Begegnungen im spirituellen Zentrum.

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Sie übernehmen mit St. Martin ein Haus mit eigener Prägung und laufendem Programm: Haben Sie schon Ideen, was Sie einbringen werden?
Herzensgebet und Martinsmesse sind weiterhin Schwerpunkte, auch die Angebote in Meditation und Kontemplation laufen weiter. Zusätzlich möchte ich nach Wegen für Kinder- und Jugendmeditation suchen - ich möchte ihnen gern Alternativen zur digitalen Welt anbieten. Auch das Thema Heilung beschäftigt mich: Wie können Menschen einen Heilungsweg in ihrem Inneren finden? Dazu soll es Salbungsgottesdienste mit Handauflegung geben. Außerdem würde ich zusätzlich zu den Pilgerreisen gern auch spirituelle Reisen ins Programm nehmen: Es gibt beeindruckende spirituelle Zentren in Südafrika, an denen man zum Beispiel in Kontakt kommt mit dem Ahnenkult der Medizinmänner.

Als Beauftragter für geistliche Übung in Südbayern sollen Sie Ansprechpartner für Gemeinden und Dekanatssynoden sein. Worum geht es Ihnen dabei?
Ich möchte mehr Pfarrer für einen spirituellen Weg begeistern. Ein Stück Innerlichkeit zu pflegen, bereichert das Leben. Gerne biete ich auch Kurse zum Beispiel für das Herzensgebet in Gemeinden an. Es ist mir ein Anliegen, dass sich mehr Pfarrer für eine geistliche Begleitung öffnen.

Hintergrund

Das Spirituelle Zentrum St. Martin versteht sich als Ort für Menschen, die Stille und geistliche Begleitung suchen. Es wurde 2004 von der bayerischen evangelischen Landeskirche eingerichtet und befindet sich seit 2007 in Trägerschaft des Vereins St. Martin. Neben christlichen Meditationswegen bietet es auch Übungen aus der orthodoxen oder fernöstlichen Spiritualität an. Seit 2011 ist der Leiter von St. Martin zugleich auch Beauftragter der Landeskirche für Geistliche Übung in Südbayern und soll die "spirituellen Kompetenzen" von Gemeinden und Pfarrern stärken.
 


25.09.2017 / epd