25 Jahre Donausegnung Niederaltaich

"Wir haben alles ins Gebet getragen"

Donausegnung

Niederaltaich liegt an der Donau im Landkreis Deggendorf.

Bild: Von Ammerseer - Eigenes Werk, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=19756872

Marlis Thalhammer ist von Anfang an bei der ökumenischen Donausegnung in Nierderaltaich dabei. Sie setzt sich seit 1994 für den Erhalt der lebendigen Donau zwischen Straubing und Vilshofen ein.

Geplant waren drei Staustufen und ein Seitenkanal. Realisiert wurde schließlich ein sanfter Ausbau. Die Donausegnungen gaben dafür einen maßgeblichen Impuls. Der epd stellte  Marlis Thalhammer vom Aktionskreis "Lebendige Donau" drei Fragen.

Im Jahr 2013 kippte die bayerische Staatsregierung die Pläne zum Ausbau mit drei Staustufen und Seitenkanal. Wäre das auch ohne die ökumenischen Donausegnungen gelungen?
Wir haben jeden politischen Schritt in unsere Gebete getragen. Das war die spezifische Aufgabe von uns als Ökumenischem Aktionskreis "Lebendige Donau", der die Donaugebete koordiniert hat. Wir fühlten uns in einem großen Verbund mit den Initiativgruppen und den Umweltschutzverbänden. In der Spannung zwischen Kampf und Kontemplation, zwischen Politik und Mystik lag unsere große Kraft. Wir haben die politische Auseinandersetzung auf die geistlich-spirituelle Ebene gehoben. Wir brachten all unsere Klagen, Bitten, Enttäuschungen, unsere Freude und unseren Dank dem Herrn, unserem Schöpfer, dar.

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Wie fielen die politischen Reaktionen auf die Donausegnungen und monatlichen Donaugebete aus?
Bei der ersten Segnung 1994 war der damalige Ministerpräsident Edmund Stoiber noch entrüstet, dass sich die Kirche da einmischt. Das hat schon Wirbel in der politischen Landschaft ausgelöst. Aber zwei Jahre später sorgte ein Moratorium für neue Untersuchungen: Es war ja kein rigoroses Nein, das wir sagten, sondern es gab eine Alternative, nämlich den flussbaulichen Ausbau zur Verbesserung der Schifffahrt. Wir waren für einen sanften Ausbau der Schifffahrtsrinne im Fluss, ohne Stauhaltung mit Dunen und Leitwerken, damit der Fluss lebendig gehalten wurde und die Auenlandschaft nicht zerstört wurde. Diese Forderung von uns, die flussbauliche Methode zu untersuchen, ging dann 1996 durch.

Warum hat es trotzdem noch bis 2013 gedauert?
Nach dieser Untersuchung kam die abgespeckte Lösung mit einer Staustufe, keinem Kanal und dem Durchstich zur Mühlhamer Schleife. Ab 2005 wurde es auf die euopäische Ebene gehoben. 2012 kamen dann die Ergebnisse, dass die Wirtschaftlichkeit der Wasserschifffahrtsstraße in keinem Verhältnis zur Naturzerstörung steht. Im Dezember 2012 bereiste Ministerpräsident Horst Seehofer die Donau, als er erklärte, dass die Menschen an der Donau ihre Heimat liebten und keine berufsmäßigen Randalierer seien.


09.01.2018 / Gabriele Ingenthron/epd