Reformprozess

„Der PuK-Prozess nimmt Fahrt auf“

 "Profil und Konzentration" war in vielen Beiträgen auf der Herbsttagung in Amberg Thema. Der breit angelegte Beteiligungsprozess ist mit zahlreichen Veranstaltungen vor Ort gestartet.

Bereits in der Eröffnungsansprache nahm der Reformprozess „Profil und Konzentration“ (PuK) großen Raum ein. Synodalpräsidentin Annekathrin Preidel freute sich, dass die Beschlüsse von Coburg in einem breiten Beteiligungsprozess diskutiert werden. Viele lassen sich auf Ge­danken- und Planspiele im Geist von PuK ein und wollen PuK in ihren Dekanatsbezirken, aber auch in den Diensten und Einrichtungen er­proben. Ob Innovation gelinge, stehe und falle damit, ob Menschen gewonnen werden können, die diese Innovation mittragen:  „Auf unseren Kirchenentwicklungsprozess übertragen heißt dies: ob Menschen gewonnen werden können, die Lust darauf haben und Lust darauf machen, mit der altvertrauten Kirche Feste des Nicht­wiedererkennens zu feiern. Feste des Nichtwiedererkennens, auf denen sich zeigt, was Kirche sein könnte.“

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Preidel ermunterte die Synodalen und die Menschen in Gemeinden, Dekanaten, Einrichtungen, Diensten und Werken und rief dazu auf, mitzumachen: „Wagen Sie es! Seien Sie kreativ, geistreich und be­geistert! Denn Menschen werden nur dann in der Kirche die Antwort auf ihre Lebensfragen suchen, wenn wir selbst von dieser Antwort be­geistert sind und Lust darauf haben, Kirche zu sein. Ich bin mir sicher, dass Sie alle ganz genau wissen, wo bei Ihnen vor Ort in der Kirche die Energie fließt. Ich bin mir sicher, dass Sie ganz genau wissen, was Menschen spirituell erfüllt. Lassen Sie uns gemeinsam den Mut haben, uns auf das Wesentliche zu konzentrieren, das uns Kraft gibt, statt uns Kraft zu rauben! Lassen Sie uns den Mut haben, vom Evangelium her zu denken und zu gestalten!“

Landesbischof  Bedford-Strohm begrüßte in seinem Bericht vor der Synode, dass die Diskussion in der Kirche mit großer Intensität geführt werde. PuK gebe keine neuen Strukturen vor, sondern Impulse, mit denen vor Ort gearbeitet werden könne. Vor Ort solle auch geklärt werden, „welche Aufgaben in welcher Organisationsform am besten angegangen werden können.“ Dabei sei entscheidend, „dass das, was die Menschen brauchen, sich eben nicht nach dem richten kann, was wir an gewachsenen institutionellen Strukturen vorhalten, sondern dass wir – genau umgekehrt! - unsere institutionellen Strukturen an dem ausrichten müssen, was die Menschen im Lichte der Botschaft des Evangeliums brauchen.“

Zur Person

Junge Frau inmitten einer Menschenmenge , Bild: © iStock/praetorianphoto

MULTIMEDIASPEZIAL "PROFIL UND KONZENTRATION"

Mit dem Konzept "Profil und Konzentration" (PuK) will sich die Kirche auf allen ihren Ebenen neu aufstellen und mit ihren Angeboten auf die Lebenswirklichkeit der Menschen eingehen.
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Den ganzen "Garten Kirche" in den Blick nehmen

Über den aktuellen Stand des Prozesses und die nächsten Schritte informierten Oberkirchenrat Nikolaus Blum und Planungsreferent Thomas Prieto-Peral. Bislang wurden 62 Informationsveranstaltungen in Dekanaten und Kirchengemeinden durchgeführt, 13 Veranstaltungen finden noch bis Ende des Jahres statt, 67 sind bislang für 2018 geplant. „Wir werben um Vertrauen,“, erläuterte Prieto-Peral. Gerade die regionale Vernetzung sei ein Thema, das bei den Debatten in den Dekanatsausschüssen intensiv diskutiert worden sei. Auch die ökumenische Vernetzung werde immer wieder in den Debatten aufgerufen.

Die Begleitung des vertieften Arbeitens in Workshops und Konsultationen werde intensiviert, so Prieto-Peral. Sämtliche erbetene Erstveranstaltungen werden ermöglicht. In Kooperation mit der Gemeindeakademie sollen Veranstaltungsformen für die vertiefte Arbeit entwickelt werden. Auch die Einrichtungen und Dienste würden nun verstärkt in den Blick genommen. In den Erprobungsdekanaten der Landesstellenplanung werde PuK eine wichtige Rolle spielen. Blum und Prieto-Peral gaben auch Einblick in die Überlegungen der Arbeitsgruppen, der Thinktanks zu einzelnen Themen. Diese erarbeiten in einem offenen Verfahren mit vielen Beteiligungsformen Ideen und legen bis Ende 2018 Vorschläge für die Umsetzung vor.

Blum warb abschließend für die Revitalisierung des „Gartens Kirche“: Lassen Sie uns nicht um den Dünger streiten oder den Standort einzelner Pflanzen hinterfragen. Lassen Sie uns den ganzen Garten in den Blick nehmen und das Unsere tun, damit er blühen kann."


07.12.2017 / ELKB