chrismon-Kolumne "Der Heilige Rasen"

Elfen helfen gegen England

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Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler kommentiert die Ereignisse der Fußball-Europameisterschaft 2016 in einer chrismon-Kolumne.

Bild: Monika Höfler, istock

Folge 15: Standen wirklich nur 11 Isländer auf dem Platz? Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler hat da eine Theorie. Die hat mit den Kindern Evas zu tun.

Der Trainer heißt Lagerbäck. Der Rest sind Söhne: Halldorsson, Saevarsson, Arnason, zwei Sigurdssons, Skulason, Gudmundsson, Gunnarsson, Bjarnason, Bödvarsson, Sigthorsson. Eine große Familie, die Isländer. Mehr Vulkane als Fußballprofis, wie Gary Lineker, ehemaliger britischer Top-Spieler, twitterte. Trotzdem haben sie die "Three Lions" vom Platz gefegt. Brexit. EM-Exit. Zuhause müssten die Engländer für ihre Konsequenz gefeiert werden. Wird aber nicht so sein - irgendwie will man doch dazu gehören. Tja.

Der Schiedsrichter hat sich jedenfalls nach dem Spiel England - Island bekreuzigt. Erleichterung? Ich habe eine Theorie. Er hat gesehen, wer noch auf dem Spielfeld war. Huldufólk. Geheime Wesen. Elfen, Feen, Zwerge, Trolle, Gnome. Alle, mit denen die Isländer, mehrheitlich aufrechte Protestanten, eine freundschaftliche Beziehung pflegen. Es gibt offiziell beauftragte Elfenfachleute in Island, die alle Wesen kategorisieren und ihre Wohnsitze und Wege in einer "Landkarte der verborgenen Welt" markieren.

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Damit es keine Konflikte mit Elfen und Co. gibt, wird schon mal eine Straße wieder neu geplant. Unfallträchtige Wege bekommen einen neuen Verlauf: Möglicherweise war da ja das verärgerte Huldufólk unterwegs. Übrigens: Elfen sind der Sage nach Kinder Evas. Gott wollte zu Besuch kommen und Eva schaffte es nicht, alle ihre Kleinen rechtzeitig zu waschen. Wer nicht herausgeputzt war, musste sich verstecken. Und lebt bis heute im Verborgenen. Hat seine Vorteile, wenn man an das Fußballspiel denkt.

Die Mitglieder des Huldufólk seien insgesamt sehr sozial. Wer, so sagte die Elfenfachfrau Ela Stefánsdóttier, die Tür seiner Seele öffnet, wird sich mit allen lebenden und natürlichen Wesen in Einklang befinden und Energie, Licht und Freude für sein Leben gewinnen. 2:1 gegen England. Präsident Olafur Ragnar Grimsson meinte: „Isländer gibt es nur in einer geringen Zahl. Deshalb haben wir schon früh unsere Zahl verdoppelt mit Elfen und Feen.“ Sag´ ich doch. Frankreich muss sich in Acht nehmen. Die kommen in Überzahl.

Zur Person

Susanne Breit-Keßler, Bild: © ELKB / Poep

Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler

 Seit 2000 ist sie Regionalbischöfin des Kirchenkreises München-Oberbayern, seit 2003 Ständige Vertreterin des Landesbischofs. Sie ist Autorin der chrismon-Kolumne "Im Vertrauen" und begleitet die Fußball-Europameisterschaft mit einer Online-Kolumne bei www.chrismon.evangelisch.de.


28.06.2016 / Susanne Breit-Keßler