Dachau

Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus

Gedenktag Dachau

Stacheldrath umzäunt die KZ-Gedenkstätte Dachau und erinnert an die Opfer des Nationalsizialismus, die hier gefangen waren und ums Leben gekommen sind.

Bild: iStock_anguigena

Der Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz wird seit 1996 als „Tag des Gedenkens für die Opfer des Nationalsozialismus“ begangen. In der KZ-Gedenkstätte Dachau wird daran erinnert.

Unter dem Motto "Nie wieder" steht der 18. Spieltag der Fußball-Bundesliga. Der Anstoß zur „Initiative Erinnerungstag im deutschen Fußball“ ging 2004 von der Versöhnungskirche in der KZ-Gedenkstätte Dachau aus.  Seit dem Holocaustgedenktag 2005 veröffentlichten die Deutsche Fußballliga (DFL) und der Deutsche Fußballbund (DFB) die von der Versöhnungskirche in Dachau, Macabie München und Löwenfans gegen Rechts vorgeschlagenen Texte als offizielle Erklärung, mit der Bitte, sie zu den entsprechenden Spieltagen zu veröffentlichen. Viele Bundesligavereine kommen dieser Bitte jedes Jahr nach.

In Dachau findet am Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus ein Zeitzeugengespräch mit Leon "Henry" Schwarzbaum statt. Im Februar 1921 wurde Schwarzbaum in Hamburg geboren, wuchs aber im polnischen Bedzin, der Heimat seiner Mutter, auf. Die Familie gehörte zur großen jüdischen Gemeinde der Stadt. Leon liebte als Jugendlicher amerikanischen Swing und gründete mit Freunden die Band "Jolly Boys". Mit dem deutschen Überfall auf Polen 1939 endete das unbeschwerte Leben. SS- und Polizeieinheiten setzten die Synagoge mit allen Menschen, die sich darin aufhielten, in Brand und erschossen weitere Juden. 

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Die Familie Schwarzbaum musste ins Ghetto umziehen und wurde 1943 nach Auschwitz deportiert. Leon wurde von seiner Familie getrennt. Noch bevor er im KZ Auschwitz im ankam, waren seine Angehörigen bereits tot. Als das Lager vor der heranrückenden Roten Armee Anfang 1945 geräumt wurde, wurde Leon erst ins KZ Buchenwald deportiert, dann nach Sachsenhausen. Auf dem Todesmarsch wurde er Anfang Mai 1945 kurz vor Schwerin von US-amerikanischen Streitkräften befreit. Später lebte er als Antiquitätenhändler in Berlin. 2016 nahm er als Zeuge am Prozess gegen den Auschwitz-Wachmann Reinhold Hanning in Detmold teil.
Das Gespräch mit Leon Schwarzbaum beginnt am Freitag, 27. Januar, um 19 Uhr im Ludwig-Thoma-Haus in Dachau. Frau Dr. Gabriele Hammermann, der Leiterin der KZ-Gedenkstätte Dachau, moderiert den Abend. Der Eintritt ist frei.

Am Sonntag den 29. Januar findet um 11 Uhr in der Versöhnungskirche in der KZ-Gedenkstätte Dachau ein Gottesdienst anlässlich des Gedenktages für die Opfer des Nationalsozialismus statt.

25.01.2017 / Kerygma