Kunstwettbewerb

Riesige Fotocollage im Kirchenarchiv

Installationo 'Bildersammlung' im Landeskirchlichen Archiv Nürnberg

“Bildersammlung“ besteht aus zwei beinahe wandfüllenden, fotografischen Arbeiten in Schwarz-Weiß.

Bild: Stefanie Unruh

Siegerentwurf "Bildersammlung" im Landeskirchliehen Archiv in Nürnberg installiert: Im Foyer wurde die permanente Kunstintervention von Stefanie Unruh angebracht.

Zwei zwölf und 18 Quadratmeter große Kunstwerke zieren nun das Foyer des landeskirchlichen Archivs der evangelischen Landeskirche in Nürnberg. Die Werke mit dem Titel "Bildersammlung" sind schwarz-weiße Collagen von Fotografien aus 30 bayerischen Kirchen und des Landeskirchlichen Archivs selbst. Sie stammen aus der Werkstatt der Münchner Künstlerin Stefanie Unruh.

Der erste, rund 18 Quadratmeter große Teil "Kirchenräume" besteht aus 73 über- und nebeneinander geschichteten Fotografien von Innenräumen und Objekten aus Kirchen. Darunter sind auch Motive aus St. Sebald und St. Lorenz in Nürnberg zu finden.

 

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"Herausgekommen ist ein großes Puzzle, ein Suchbild, das zahlreiche Perspektiven zulässt", sagte Helmut Braun, Kunstreferent der Evangelischen Landeskirche. Der zweite Teil "Archiv" besteht aus 58 in derselben Technik angeordneten Aufnahmen von sämtlichen Räumen des Landeskirchlichen Archivs Nürnberg und ausgewählten Einzeldokumenten.

In den transparenten Raumschichtungen werden Regalsysteme, Ordner und Findbücher thematisiert. Schemenhaft tauchen auch Mitarbeiter zwischen den Archivalien auf. "Die Aufnahmen bieten neue Einblicke in das Gedächtnis der Landeskirche", sagte Regionalbischof Stefan Ark Nitsche. Sie seien beispielhaft für einen kunstverständigen Protestantismus.

Zeichenhaft den kollektiven Geschichtsspeicher der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern darzustellen, war Anliegen des architektonischen Ausdrucks des neu gebauten Landeskirchlichen Archives. Das Archiv sollte als „Gedächtnis“ der Bayerischen Landeskirche, als gespeichertes Wissen von Hunderten von Jahren, als kollektives Gedächtnis Form annehmen, um die gesammelte Geschichte als Selbstbefragung, Selbstvergewisserung und Selbstbestimmung einer Landeskirche darzustellen und öffentlich zu machen. Das Archiv ist eine Schnittstelle von Vergangenheit und Gegenwart, eine Öffnung von Kirche nach außen hin: Geschichte in der Gegenwart zu bilden. Nun sollte auch die Kunst zeichenhaft der Intention dieses kirchlichen Archives entsprechen. Dazu schrieb die ELKB einen Wettbewerb für eine „Kunstintervention“, bezogen auf den Neubau des Landeskirchlichen Archives in Nürnberg, aus. Die
Arbeit „Bildersammlung“ von Stefanie Unruh ging aus dem geladenen Wettbewerb als Siegerentwurf hervor. Eine dokumentierende Katalogbroschüre mit Texten von Andrea Schwarz und Helmut Braun kann im Landeskirchlichen Archiv erworben werden.

 


02.02.2017 / epd/ELKB