Mitarbeit im Bayerischen Garten

Spannende Begegnungen in Wittenberg

Jetzt ist es vorbei: Bis zum 10. September präsentierte sich die ELKB auf der Weltausstellung in Wittenberg. Seit Mai hatten dort zahlreiche Ehrenamtliche engagiert die Landeskirche vorgestellt.

Zum Beispiel Julia Hirsch: Bei einem Praktikum hat die Theologiestudentin drei Wochen lang in Wittenberg mitgeholfen. Von ihren Erfahrungen und Begegnungen berichtete sie von der Weltausstellung auf Bayern-evangelisch.de.

Was hat Sie bewogen, ihr Praktikum hier zu machen? 

Julia Hirsch: Zum einen habe ich hier die Möglichkeit das 500-jährige Reformationsjubiläum mitzugestalten und intensiv mitzuerleben. Das finde ich etwas sehr Besonderes! Außerdem war ich sehr neugierig, Menschen unterschiedlichen Alters, Herkunft und Konfession bzw. Religion zu begegnen und mit Ihnen ins Gespräch zu kommen. Zum anderen wollte ich auch einmal eine bestimmte Art von Öffentlichkeitsarbeit der Kirche kennenlernen, also Kirche als Großveranstaltung.

Was präsentieren Sie den Besuchern?

Julia Hirsch: Die ELKB ist auf der Weltausstellung Reformation mit einem eigenen Stand vertreten. Gäste aus aller Welt sind dort eingeladen, mehr über die Reformation in Bayern zu erfahren und miteinander über den Glauben und Kirche ins Gespräch zu kommen. Zum einen haben wir Informationen zu sechs Personen aus sechs verschiedenen Jahrhunderten ausgestellt, die in Bayern gewirkt und in ganz unterschiedlichen Bereichen Neuaufbrüche gewagt haben: Olympia Morata, Johann Pachelbel, Amalie Rehm, Johann Flierl, Karl Steinbauer und Else Müller. Zum anderen haben wir die sehr eindrückliche Große Krippe des Künstlers Martin Burchard im Bayerischen Garten, die 80m lang ist und aus genau 2017 Holzstäben besteht, einer für jedes Jahr seit der Geburt Christi. Dahinter befindet sich eine Zeitleiste mit einigen Jahreszahlen aus der Kirchengeschichte. Wir haben auch Bastelpapier da, sodass Kinder und Erwachsene ihre Wünsche oder wichtige Daten aus ihrem Leben an die Krippe hängen können. Außerdem gibt es einen Hörgarten, in dem die Gäste, die Möglichkeit haben, sich zu entspannen und tollen Komponisten und Musikern aus Bayern zu lauschen.

Ein Herz mit Botschaft an der längsten Krippe der Welt.

"An alle, die sich hässlich finden: Ihr seid wunderschön...", zu dieser Botschaft hat die längste Krippe eine Besucherin inspiriert.

Bild: ELKB

Wie verbringen Sie den Tag am Bayerischen Garten?

Julia Hirsch: Die Weltausstellung ist mittwochs bis montags jeweils von 10.00-18.00 Uhr geöffnet. Kurz vor Beginn bauen ich und meine Kolleginnen und Kollegen auf. Danach heiße ich die Besucherinnen und Besucher an unserem Stand herzlich willkommen und gebe ihnen Informationen zu unseren Ausstellungsstücken. Ich komme mit den Besucherinnen und Besuchern über unsere Ausstellung sowie über Kirche und Glaube ins Gespräch. In unseren Pausen haben wir Mitarbeitende dann noch selbst die Möglichkeit, die Pavillons und Stände der anderen Landeskirchen und kirchlichen Einrichtungen zu besuchen.

Wie gut ist denn der Bayerische Garten besucht? 

Julia Hirsch: Werktags begrüßen wir hier 200-300 Besucherinnen und Besucher, am Wochenende meist über 400. An einem Samstag hatten wir sogar über 500 Menschen in unserem Bayerischen Garten. Ich freue mich über jeden Besucher, der zu uns kommt!

Kommen viele bayerische Gruppen hierher?

Julia Hirsch: Natürlich hatten wir auch schon die große Freude, Gäste aus Bayern am Stand willkommen zu heißen. Einige bayerische Kirchengemeinden und auch Partnergemeinden, z.B. aus Brasilien und Papua-Neuguinea, waren schon hier. Ansonsten kommen natürlich auch einige bayerische Besucher, die in Wittenberg oder in der Umgebung Urlaub machen und sich die Weltausstellung Reformation nicht entgehen lassen wollen.   

Sie sind seit 3 Wochen am Bayerischen Garten in Wittenberg eingesetzt. Gibt es etwas, das Sie an der Weltausstellung besonders fasziniert?

Julia Hirsch: Mich fasziniert besonders, auf welch vielfältige Weise Menschen sich mit dem Thema Reformation auseinandersetzen. Dazu gehören Künstler aus der ganzen Welt, die ihre Kunstwerke auf der Weltausstellung ausstellen sowie verschiedene Landeskirchen, die mit ihren gestalteten Ständen und Pavillons zum Nachdenken anregen. Und selbstverständlich bringen auch die Gäste viele spannende Gedanken zum Thema Reformation mit, sodass es mir viel Freude bereitet, darüber ins Gespräch zu kommen und mich mit der Frage auseinander zu setzten, was Reformation für mich bedeutet.   

Zwei Begegnungen, die Sie nicht vergessen werden?

Julia Hirsch: Ich hatte hier viele schöne Begegnungen, die mir sicherlich noch lange im Gedächtnis bleiben werden. Daher fällt es mir schwer, zwei herauszupicken. Besonders packend finde ich es, wenn mir Menschen von ihrem bisherigen Lebensweg und ihren Glaubenserfahrungen erzählen. Sehr bewegt hat mich ein Gespräch mit zwei Frauen, die mir davon erzählt haben, dass sie in der DDR massive Benachteiligungen erfahren haben, weil sie sich konfirmieren gelassen haben und in der Kirche aktiv waren. Ich kann mich aber auch noch sehr gut an eine Familie aus dem Rheinland mit zwei kleinen Kindern erinnern, der es so gut im Bayerischen Garten gefallen hat, dass sie sehr lange geblieben sind, einiges gebastelt und sich mit mir über ihren Glauben und ihre tolle Gemeinde unterhalten haben.  

Noch bis zum 10. September läuft die Weltausstellung. Drei Gründe, warum Unentschlossene am Wochenende noch nach Wittenberg kommen sollten?

Julia Hirsch: Die Möglichkeit, eine Weltausstellung zum Thema Reformation mit tollen Beiträgen von unterschiedlichen Landeskirchen und kirchlichen Einrichtungen in der Lutherstadt Wittenberg mitzuerleben, kommt so schnell nicht wieder! Man kann viel Neues entdecken und sich mit Menschen aus ganz Deutschland und der Welt über Reformation, Glaube und Kirche austauschen. Es lohnt sich sehr, den schönen Bayerischen Garten zu besuchen.

Zur Person

Julia Hirsch, Bild: © Reformationsdekade

Julia Hirsch

Julia Hirsch studiert in Neuendettelsau Theologie und hat ein dreiwöchiges Praktikum im Bayerischen Garten in Wittenberg gemacht.


04.09.2017 / ELKB