Hohes Augsburger Friedensfest 2016

Mut zum Frieden

Augsburger Friedenstafel 2015

Hunderte Gäste kamen zur offenen und friedlichen Begegnung auf den Augsburger Rathausplatz zur Friedenstafel im vergangenen Jahr.

Bild: Christian Menkel

Am 8. August feiert Augsburg das Hohe Friedensfest. Höhepunkte sind die ökumenischen Gottesdienste, die Friedenstafel und das Kinderfriedensfest. Den Abschluss bildet das Festkonzert in St. Anna.

Das Programm für das Friedensfest 2016 steht unter dem Motto »Mut. Einfach nur mehr, mehr nicht.« In ihrem ökumenischen Grußwort schreiben die Augsburger Stadtdekanin Susanne Kasch und der katholische Stadtdekan Helmut Haug dazu: "Als christliche Kirchen haben wir es nach Zeiten der harten, ja sogar der kriegerischen Auseinandersetzungen gelernt, auf den Mut zum Frieden zu bauen, nicht zuletzt weil es dieser Mut ist, der unserem gemeinsamen Glauben zutiefst innewohnt. Deshalb wollen wir uns heute nicht mehr nur als Christinnen und Christen gegenseitig in diesem Mut bestärken, sondern alle mutigen Initiativen in unserer Stadt unterstützen, die dem Frieden dienen." Am Vorabend und am Tag des Hohen Friedensfestes, am 8. August, wird ökumenisch gebetet und gefeiert.

Multireligiöses Friedensgebet

Christen, Juden, Muslime, Aleviten, Buddhisten, Jesiden in Augsburg: Gemeinsam ist ihnen allen der Wunsch nach Frieden. Sie teilen die Hoffnung auf eine Welt, in der niemand unterdrückt oder verfolgt wird, schon gar nicht im Namen einer Religion; in der Gewalt keine Chance hat; in der Menschen aus unterschiedlichen Religionen sich gegenseitig von ihrem Glauben erzählen, sich gegenseitig respektieren, statt sich zu bekämpfen. Dieser Hoffnung wollen die Religionsvertreter gemeinsam Ausdruck verleihen, jeder nach seiner Tradition und in seiner Sprache. Gemeinsam mit dem punkt7-Team lädt der Runde Tisch der Religionen ein zu einem multireligiösen Friedensgebet am Sonntag, 7. August, um 19 Uhr Vorabend des 8. August auf dem Rathausplatz.

Festgottesdienste

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Die Feier am 8. August beginnt um 10 Uhr mit einem ökumenischen Festgottesdienst in der Katholischen Basilika St. Ulrich und Afra. Die Predigt hält Susanne Breit-Keßler, Regionalbischöfin des Kirchenkreises München und Oberbayern und ständige Vertreterin des Landesbischofs der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern. Parallel dazu findet der Ökumenische Familiengottesdienst in der Heilig Kreuz Kirche statt. Der Gottesdienst knüpft an die alte Tradition des reichsstädtischen Kinderfriedensfestes an. Mit Gebeten, Aktionen und Liedern danken die Teilnehmenden für das Geschenk des Friedens in unserer Stadt und unserem Land und denken fürbittend an alle Kinder und Familien auf der Welt. Leckeres und begehrtes Symbol für den Frieden sind in diesem Gottesdienst stets die traditionellen Augsburger Friedenswecken, die an alle Kinder verteilt werden.

Friedenstafel

Auch in diesem Jahr lädt die Friedensstadt Augsburg alle Bürgerinnen sowie ihre Gäste am Hohen Friedensfest zu einem öffentlichen Empfang an die Augsburger Friedenstafel auf den Rathausplatz ein. Die Augsburger Friedenstafel ist ein gelebtes Symbol für die offene und friedliche Begegnung der gesamten Augsburger Stadtgesellschaft – mehrere hundert Tischnachbarn teilen von zu Hause mitgebrachte Speisen und Getränke, tauschen sich aus, lernen sich kennen.Um 11.30 Uhr öffnet die Augsburger Friedenstafel auf dem Rathausplatz.

Kinderfriedensfest, Führung und Konzert

Um 13 Uhr startet das große Kinderfriedensfest im Botanischen Garten und im Zoo. Bei rund 50 Mitmachangeboten setzen sich die Besucherinnen spielerisch mit dem Thema "Frieden" auseinander. Ein Höhepunkt ist die Formierung des »lebenden Peace-Zeichens« aus einer Menschenkette. Um 15 Uhr kann man mit Pfarrer Wolfgang Wunderer "Auf Luthers Spuren" zu Schauplätzen evangelischer Geschichte unterwegs sein (Treffpunkt: Annahof).Den feierlichen Abschluss des Hohen Friedensfest bildet das Festkonzert mit Werken von Johann Sebastian Bach um 20 Uhr in der St. Anna Kirche.

Das Augsburger Hohe Friedensfest geht zurück auf das Jahr 1650, als die evangelischen Christen Augsburgs erstmals ihre Gleichberechtigung mit den Katholiken feierten. Seit 1950, dem 300. Jahrestag des Festes, ist der 8. August gesetzlicher Feiertag in Augsburg. Er wird in ökumenischer Gemeinschaft gefeiert und verbindet alle Religionen.


03.08.2016 / Dekanat Augsburg/ELKB