Augsburger Friedenspreis 2017

Brückenbauer zwischen Konfessionen und Kontinenten

LWB Martin Junge

Dr. Dr. h.c. Martin Junge ist der Friedenspreisträger 2017. Junge ist Generalsekretär des Lutherischen Weltbundes, hier bei einer Rede im Mai 2017.

Bild: LWB

Seit 1985 wird alle drei Jahre der Augsburger Friedenspreis verliehen. 2017 geht er an Dr. Dr. h.c. Martin Junge, Generalsekretär des Lutherischen Weltbundes - ein Brückenbauer und Versöhner.

Der Generalsekretär des Lutherischen Weltbundes (LWB), Martin Junge, ist Träger des diesjährigen Augsburger Friedenspreises. Der 56-Jährige sei ein "geduldiger Brückenbauer zwischen den Kontinenten", der "Europa als  ,globalen Norden' und Südamerika als ,globalen Süden' miteinander verbindet", sagte Augsburgs Oberbürgermeister Kurt Gribl (CSU) am Dienstag bei der Bekanntgabe des Preisträgers im Augsburger Rathaus. Gribl: "Martin Junge wird geehrt als Brückenbauer zwischen Nord und Süd, für seinen Einsatz für die Versöhnung von Konfessionen und Religionen und für sein weltweites, entschiedenes Eintreten für Frieden, Gerechtigkeit und Menschenwürde als Grund-Konstitutiven christlicher Existenz und Grundbedingungen für ein konstruktives, mescnhenwürdiges Zusammenleben in Gesellschaft und Kirchen."

 

Zitat

Martin Junge tritt leidenschaftlich ein für eine Welt, in der das Miteinander gefördert, das Verbindende stark gemacht und der Zusammenhalt gesucht wird.

Juryvorsitzender Regionalbischof Michael Grabow trägt die Begründung für den Friedenspreis vor.

Junge wurde 1961 in Chile als Sohn einer österreichischen Mutter und eines chilenischen Vaters geboren. Er studierte Theologie in Deutschland und arbeitete anschließend in Deutschland, Chile und der Schweiz. Er war Präsident der evangelisch-lutherischen Kirche in Chile. Seit 2010 leitet er das Büro des Lutherischen Weltbundes (LWB) in Genf. Der LWB umfasst 145 lutherische Kirchen mit mehr als 74 Millionen Mitgliedern in fast 100 Ländern.

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In Junges Denken und Handeln verbinde sich "ein klares Bewusstsein für den geistlichen Charakter der Kirche mit engagierter Weltverantwortung", begründete Augsburgs evangelischer Regionalbischof Michael Grabow als Juryvorsitzender die Wahl. Zugleich setze sich der LWB-Generalsekretär "nachdrücklich für ein globales Selbstverständnis der lutherischen Kirche ein". 

Junge selbst sagte in einer ersten Stellungnahme laut Mitteilung, der mit 12.500 Euro dotierte Preis "ermutigt uns im Lutherischen Weltbund und mich persönlich, den Weg der Versöhnung zwischen Kirchen und Religionen fortzusetzen". In einer Welt, die von Konflikt und Spaltung geprägt sei, lohne es sich, im Dialog zu bleiben. "Unterschiede können überwunden werden", betonte Junge: "Dies zeigt die Annäherung zwischen Lutheranern und Katholiken in den 50 Jahren des Dialogs zwischen LWB und Vatikan eindrücklich." Überreicht wird Junge der Preis am 21. Oktober 2017.

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Den Augsburger Friedenspreis gibt es seit 1985. Er wird alle drei Jahre verliehen. Preisträger sind Persönlichkeiten, die sich um ein tolerantes und friedfertiges Miteinander der Kulturen und Religionen verdient gemacht haben. Der Preis ist mit 12.500 Euro dotiert und wird in diesem Jahr zum zwölften Mal verliehen. Preisträger waren unter anderem Ex-Bundespräsident Richard von Weizsäcker (1920-2015) und der Friedensnobelpreisträger Michail Gorbatschow.

Seit 1985 wird das Friedensfest ökumenisch begangen, seit 1985 wird auch der Friedenspreis verliehen. Im Jahr 2002 wurde erstmals ein gemeinsamer Gottesdienst von Protestanten und Katholiken gefeiert. 2005 rief die Stadt Augsburg die Friedenstafel ins Leben. Hunderte Augsburger kommen dazu in die Innenstadt und teilen Essen und Getränke, Vertreter verschiedener Religionen entsenden Friedensgrüße. Den Abschluss bildet immer ein Festkonzert in  der St. Anna-Kirche.


09.08.2017 / epd/ELKB/Hoffmann