Augsburg

Luther in St. Anna

Augsburg, St. Anna

Die St. Annakirche liegt mitten im Herzen Augsburgs und ist die evangelische Hauptkirche der Stadt.

Bild: Mölkner-Kappl

Augsburg feiert auch 2018 ein Luther-Jubiläumsjahr. Mit Musik, Theater, Stadtführungen und einer Gesprächsreihe erinnern Stadt und evangelische Kirche an den Aufenthalt Luthers vor 500 Jahren.

Der Höhepunkt im Augsburger Lutherjahr ist Aufführung des Pop-Oratoriums "Luther" am 1. November. Anlass ist der Aufenthalt und das Verhör Luthers in Augsburg im Jahr 1518. Der Reformator hatte damals im Karmelitenkloster St. Anna zwei Wochen lang übernachtet. Er musste auf dem Reichstag in Augsburg seine Thesen vor dem päpstlichen Kardinal Cajetan rechtfertigen. Dieses Ereignis sei "weltgeschichtlich bedeutsam" gewesen, betonte Augsburgs evangelische Stadtdekanin Susanne Kasch. Luthers Begegnung mit Cajetan sei "das einzige offizielle Aufeinandertreffen von römischer Amtskirche und Martin Luther" gewesen. Daran wolle man mit den Jubiläums-Veranstaltungen erinnern - und an die Aktualität von Themen wie "Gewissensfreiheit" oder "Widerstand aus Glauben", so Kasch.
 

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Diese Themen stünden auch im Mittelpunkt des Poporatoriums "Luther", erläuterte dessen Komponist Dieter Falk. Für die Aufführung des Oratoriums an Allerheiligen in der Augsburger Kongresshalle suche man noch rund 250 Sängerinnen und Sänger, so Falk. Das Oratorium thematisiert im Musical-Sound die Lebensgeschichte des Reformators, ausgehend vom Auftritt Luthers vor dem Reichstag in Worms im Jahr 1521. Das Oratorium war vergangenes Jahr an verschiedenen Orten in Deutschland gezeigt worden - zum Teil vor mehr als 10.000 Zuschauern. In Augsburg könnten rund 1000 Zuschauer dabei sein, erklärte der Komponist.

Im Vorfeld der Aufführung soll es in der Kirche St. Anna tägliche Talk-Abende geben. Von 7. bis 20. Oktober - der Zeitspanne, in der Luther 1518 in Augsburg weilte - diskutieren dann prominente Gäste mit dem Publikum über Themen, die Luther aufgeworfen hat. Einer der Talk-Gäste wird dabei der bayerische evangelische Landesbischof Heinrich-Bedford Strohm sein.

Daneben seien Stadtführungen auf den Spuren Luthers in Augsburg geplant, so die Veranstalter. Außerdem werde es ein Theaterstück geben, dass das Verhör Luthers in Augsburg mit der Verlesung der "Confessio Augustana", des zentralen lutheranischen Bekenntnisses, in Verbindung bringe.

Augsburgs Tourismusdirektor Götz Beck rechnet damit, dass man mit dem Programm "auch in diesem Jahr Impulse setzen" könne. Das Reformationsjahr 2017 habe Augsburg seinen Angaben zufolge ein Rekordergebnis bei Übernachtungen und Gästezahl beschert. Beides sei im Vergleich zum Jahr davor um fünf Prozent gestiegen. Dies liege "weit über dem bayerischen Durchschnitt". Auch den deutlichen Anstieg bei der Zahl der Gäste aus den USA um fast 28 Prozent führte Beck zum Teil auf das Reformationsjubiläum zurück.


16.05.2018 / epd