Kampagnenstart 1+1

Licht in das Leben der Menschen bringen

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Langzeitarbeitslose Menschen finden im Diakonie-Sozialkaufhaus Aschaffenburg sinnvolle Beschäftigung, gewinnen Selbstvertrauen und das Gefühl gebraucht zu sein, zurück.

Bild: Diakonie-Kaufhaus Aschaffenburg

Die Aktion 1+1 gebe Langzeitarbeitslosen nicht nur Beschäftigung sondern auch die Würde zurück, so Regionalbischöfin Gisela Bornowski bei der Eröffnung diesjährigen Kampagne 1+1 in Rottendorf.

Der Kirchliche Dienst in der Arbeitswelt (kda) der bayerischen evangelischen Landeskirche hat am Dienstag in Rottendorf bei Würzburg seine diesjährige Kampagne gestartet. Mit der "Aktion 1+1" werden Langzeitarbeitslose unterstützt. Offizieller Kampagnenstart war beim Sozialunternehmen Brauchbar der Diakonie Würzburg mit einer Andacht, die von der Ansbach-Würzburger Regionalbischöfin Gisela Bornowski mitgestaltet wurde.

Für Bornowski "bringt Arbeit, so wie Gott sie gewollt hat, Licht in das Leben der Menschen". Die "Aktion 1+1" gebe Langzeitarbeitslosen nicht nur Beschäftigung, sondern auch ihre Würde zurück.

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Mehr als 1,2 Millionen Euro fließen durch "1+1" jährlich in 50 bis 80 Projekte, sagte kda-Leiter Pfarrer Johannes Rehm beim Auftakt der Kampagne in Rottendorf. Damit verdopple die Landeskirche Spenden, die gemeinnützige Einrichtungen oder Unternehmen für Personalkosten erhalten haben, erläuterte "1+1"-Geschäftsführerin Dorothea Kroll-Günzel.

Bedingung sei, dass der Antragsteller einen Langzeitarbeitslosen beschäftige. Die Empfänger wähle ein Verteilungsgremium aus. Laut Kroll-Günzel seien darunter auch kleine Einrichtungen wie eine Kirchengemeinde, die eine halbe Stelle für einen Friedhofsgärtner finanziere, ebenso wie das Wertstoffzentrum Veitsbronn mit 250 geförderten Arbeitsplätzen, davon 60 mit Mitteln der "Aktion 1+1".

"Je besser die wirtschaftliche Konjunktur, desto schwieriger ist es, Aufmerksamkeit für Arbeitslose zu gewinnen", bedauerte kda-Leiter Johannes Rehm. Dabei zähle die bayerische Statistik "nur 242.000 Arbeitslose im Mai 2016". Im Durchschnitt dauere die Erwerbslosigkeit 47 Wochen: "Etwa jeder vierte bayerische Arbeitslose gilt als langzeitarbeitslos und gehört somit zum harten Kern der Ausgegrenzten."

Die angelaufene Kampagne steht unter dem Motto des Bert-Brecht-Zitats "... und man sieht nur die im Lichte, die im Dunkeln sieht man nicht". "1+1 - Mit Arbeitslosen teilen" wurde im Herbst 1993 durch die Bayerische Landessynode auf den Weg gebracht. Ziel war unter anderem mit dieser Aktion „ein Zeichen für neue Beschäftigung zu setzen und gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen.“

Seitdem werden Spenden erbracht von Einzel- und DauerspenderInnen, Gemeinden und Vereinen, durch Feste und Aktionen. Diese Spenden werden durch die Evangelisch-Lutherischen Landeskirche in Bayern verdoppelt und nahezu vollständig für die Schaffung von Arbeitsplätzen für langzeitarbeitslose Menschen und von Ausbildungsplätzen für Jugendliche mit Vermittlungshemmnissen eingesetzt. Die Strukturen dazu bieten diakonische Betriebe und Werkstätten, Gemeindeämter, Kirchengemeinden, Vereine und Initiativen.

 


08.06.2016 / epd/ELKB