Pressemitteilung vom 09.03.2015

„Bedrückend und beschämend“ - wenn Juden keine Kippa tragen können

Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm würdigt diesjährigen Preisträger der Buber-Rosenzweig-Medaille

Als „bedrückend und beschämend“ hat es der bayerische Landesbischof und Ratsvorsitzende der EKD Heinrich Bedford-Strohm bezeichnet, dass der Vorsitzende des Zentralrats der Juden „überhaupt nur die Überlegung anstellen muss“, ob Juden an bestimmten Orten besser keine Kippa tragen. Niemand dürfe sich „an die tägliche Realität der Bedrohung der Sicherheit von Juden in diesem Land gewöhnen“, so Bedford-Strohm heute in Ludwigshafen anlässlich der bundesweiten Eröffnung der „Woche der Brüderlichkeit“.

Die Kirchen hätten hier eine besondere Verantwortung, so Bedford-Strohm weiter. Denn der „lange unhinterfragte und immer noch wirksame theologische Antijudaismus der Vergangenheit“ sei mitverantwortlich dafür gewesen, „dass eine rassistische Ideologie des Antisemitismus Nährboden gefunden hat, die unendliches menschliches Leid angerichtet hat“. Darum sei der christlich-jüdisch Dialog wichtig, dem die „Woche der Brüderlichkeit“ gewidmet sei, betonte Bedford-Strohm.

In diesem Jahr zeichnet der Deutsche Koordinierungsrat der Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit den katholischen Theologen Hanspeter Heinz und den Gesprächskreis „Juden und Christen“ beim Zentralkomitee der deutschen Katholiken mit der Buber-Rosenzweig-Medaille aus.

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Heinz und der Gesprächskreis hätten, so Bedford-Strohm, durch ihre Impulse zum christlich-jüdischen Dialog Wegmarken gesetzt. In keinem anderen Gremium weit und breit kämen Katholiken und Juden regelmäßig in dieser Dichte zum Austausch zusammen. „Das ist wirklich bemerkenswert.“

Die „Woche der Brüderlichkeit“ findet seit 1952 jedes Jahr statt. Sie wird getragen von den Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Deutschland.


08.03.2015 / München, Johannes Minkus, Pressesprecher