Integriertes Klimaschutzkonzept

Mitwirken an der Veränderung

Baum in einer zerbrochenen Schale

Einen messbaren Beitrag zum Klimaschutz zu leisten - darum geht es beim integrierten Klimaschutzkonzept.

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Die Arbeit an einem Integrierten Klimaschutzkonzept der ELKB nimmt Fahrt auf. In mehreren Workshops wurde erarbeitet, was die Landeskirche zum Klimaschutz beiträgt und wo sie sich verbessern kann.

Es sei eine "ungeheuer wichtige" Aufgabe der Kirche, in der Klimaschutzdebatte an einschneidenden Veränderungen der Gesellschaft mitzuwirken - davon ist Christian Schürmann überzeugt. Der Pfarrer in Ruhestand und Umwelt-Beauftragte im Kirchenkreis Nürnberg hält ein Umdenken in Selbstverständnis, Wirtschafts- und Lebensstil für dringend notwendig. Deswegen freut es ihn, "dass mit dem eingeleiteten  Prozess einer Klimaschutz-Konzeption der ELKB dieses Thema nun flächendeckend aufgegriffen wird."

Nicht nur auf die Regierungen verlassen

Tanja Keller ,© privat

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"Die Weltgemeinschaft hat erkannt, dass wir dringend handeln müssen, um die weitere Umweltzerstörung aufzuhalten. Aber die Erklärung von Paris wird nicht funktionieren, wenn wir uns darauf verlassen, dass die Regierungen schon handeln werden. Wir Christen haben einen Auftrag von Gott, die Schöpfung zu bewahren. Wie kann ich glaubwürdig Jesus verkündigen, wenn meine Gemeinde und die gesamte ELKB sich nicht mit allen ihr möglichen Mitteln dafür einsetzt?" Tanja Keller, Prädikantin, Vertrauensfrau der Epiphaniaskirche in München, Präsidiumsmitglied der Prodekanatssynode München-West

An Veränderungen der Gesellschaft mitwirken

" In der dringend notwendigen Klimaschutz-Debatte hat die Kirche meines Erachtens die ungeheuer wichtige Aufgabe, an einschneidenden Veränderungen unserer Gesellschaft im Selbstverständnis, im Wirtschafts- und Lebensstil mitzuwirken. Es freut mich, dass mit dem eingeleiteten  Prozess einer Klimaschutz-Konzeption der ELKB dieses Thema nun flächendeckend aufgegriffen wird. ... In etlichen Bereichen kirchlichen Lebens werden mit Hilfe engagierter Mitarbeitender bereits erhebliche Beiträge zum Klimaschutz geleistet, nicht zuletzt durch den „Grünen Gockel“. Aus unseren Erfahrungen zeigt sich aber auch, dass dieses Anliegen vielerorts nur schwer Eingang findet."

Pfr. i.R. Christian Schümann, Fürth, Umwelt-Beauftragter im Kirchenkreis Nürnberg

Bestehende Aktivitäten besser vernetzen

" Ich war beeindruckt von dem Auftaktworkshop in Augsburg. Regionalbischof Grabow hat in seiner Andacht deutlich gemacht, dass Klimaschutz eine zutiefst theologische Herausforderung ist - nicht umsonst ist in dem Grundlagenpapier zu dem Reformprozess "Profil und Konzentration" ja "fair und nachhaltig haushalten" als eine von fünf Grundaufgaben der Kirche im 21. Jahrhundert beschrieben. Der Weg zum Klimaschutzkonzept bietet die Chance, bestehende Aktivitäten wie den Grünen Gockel, das Kirchliche Umweltmanagement, noch besser zu vernetzen. Der Auftaktworkshop war dazu eine gute Gelegenheit - mich hat beeindruckt, was schon alles in unserer Landeskirche geschieht. Deutlich geworden ist aber auch, dass wir in die Breite unserer Landeskirche hinein Bewusstsein schaffen müssen."

Christian Holler, Pfr. i.R., Mitglied im Umweltteam der Kirchengemeiden Augsburg - St. Johannis

Schürmann ist einer von etwa 200 überwiegend ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus der ganzen Landeskirche, die an einem der regionalen Auftaktworkshops zum integrierten Klimaschutzkonzept teilgenommen haben. Gemeinsam wurde erarbeitet, was die Landeskirche bereits zum Klimaschutz beiträgt und wo noch Verbesserung notwendig ist.

Wolfgang Schürger, landeskirchlicher Beauftragter für Umwelt- und Klimaarbeit, ist beeindruckt, "wie viel Engagement es in unseren Gemeinden und Einrichtungen schon gibt", sieht aber auch noch ein "erhebliches Potential zur Verbesserung". So sei die fehlende Infrastruktur für Elektromobilität in Kirchengemeinden und Einrichtungen bemängelt worden. Generell hätten die Teilnehmenden die Notwendigkeit gesehen, die Sensibilisierung für die Bedeutung des Klimaschutzes in allen Bereichen kirchlicher Arbeit noch zu verbessern.

Die in den Workshops erarbeiteten  Veränderungsvorschläge werden nun in eine weitere Potenzialanalyse einfließen. Im Klimaschutzkonzept sollten später diejenigen Verbesserungen angeregt werden, "die sich am besten umsetzen lassen und die höchste Einsparung an Treibhausgasen bringen", erläutert Schürger.

Der Verantwortung gegenüber den nächsten Generationen gerecht werden

„Das Integrierte Klimaschutzkonzept ist ein wertvoller Beitrag, um der Verantwortung für Gottes Schöpfung und der Verantwortung gegenüber den nächsten Generationen gerecht zu werden“, lobt auch Oberkirchenrat Detlev Bierbaum, Leiter der Abteilung D  "Gesellschaftsbezogene Dienste" im Landeskirchenamt, die Initiative der Landeskirche.

Intensive Gespräche bei einem regionalen Auftaktworkshop.

Intensive Gespräche bei einem regionalen Auftaktworkshop.

Bild: ELKB

In einem weiteren Schritt sollen nun gemeinsam mit möglichst vielen Kirchengemeinden und Einrichtungen die Höhe der aktuellen Treibhausgas-Emissionen und der CO2-Fußabdruck der Landeskirche erhoben werden. Dazu hofft Wolfgang Schürger auf die Mithilfe der Kirchengemeinden, denn: "Je breiter die Datengrundlage ist, desto genauer werden die Hochrechnungen." Gleichzeitig werden Maßnahmen zur Verringerung der Emissionen entwickelt. Im Herbst wird eine vertiefende Workshop-Reihe in den Regionen stattfinden, die das Konzept abrundet. Präsentiert wird dieses bei der Frühjahrssynode 2019 in Lindau.

Das Engagement der bayerischen Landeskirche wird durch die Nationale Klimaschutzinitiative des Bundesumweltministeriums gefördert. Die sustainable AG, ein Münchner Beratungsunternehmen für Nachhaltigkeit, leistet inhaltliche Unterstützung bei der Erstellung des Integrierten Klimaschutzkonzepts.


28.03.2018 / ELKB