Flossenbürg

Denkmal für Sinti und Roma

'Tal des Todes'

Das "Tal des Todes" in der Gedenkstätte Flossenbürg. Etwa 100 000 Männer und Frauen waren hier zwischen 1938 und 1945 inhaftiert.

Bild: ELKB

Bei einem feierlichen Gedenkakt am 71. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Flossenbürg, am Sonntag, 17. April, wird das Denkmal für die ermordeten Sinti und Roma enthüllt.

Das KZ-Flossenbürg bei Weiden im Oberpfälzer Wald bestand von 1938 bis 1945. Das Lager war zur "Vernichtung durch Arbeit" geplant worden. Insgesamt wurden rund 100.000 Menschen in dieser Zeit dort inhaftiert und zur Arbeit in den vielen Außenlagern gezwungen. Mindestens 660, unter ihnen 511 Frauen, waren Sinti oder Roma. In den Bücher des Stammlagers Flossenbürg wurden sie als „Zigeuner“ verschiedenster Nationalitäten oder als „Asoziale“ geführt. Sinti und Roma sind vor allem in den Flossenbürg-Außenlagern Wolkenburg und Zwodau zur Zwangsarbeit für Rüstungsfirmen eingesetzt worden. Kurz vor Kriegsende, wurde Flossenbürg in mehreren Todesmärschen evakuiert. Viele der Gefangene überlebten die Torturen der Zwangsarbeit sowie der Todesmärsche nicht. Heute befindet sich auf einem Teil des ehemaligen Lagergeländes eine Gedenkstätte.

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Am 71. Jahrestag der Befreiung des KZ wird den Opfern der Nationalsozialisten in Flossenbürg gedacht und als Erinnerung an die ermordeten Sinti und Roma ein Denkmal auf dem Gelände des ehemaligen Lagers enthüllt. Ab 14 Uhr werden Dr. Ludwig Spaenle, Bayerischer Staatsminister für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst, Romani Rose, Vorsitzender des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma sowie  Venanzio Gibillini, ehemaliger Häftling des Konzentrationslagers Flossenbürg Verteter der Internationalen Jugendbegegnung, reden. Im Anschluss an die Kranzniederlegung am Platz der Nationen, wird Erich Schneeberger, Vorsitzender des Verbands Deutscher Sinti und Roma - Landesverband Bayern e.V., das Denkmal enthüllen. Bei dem feierlichen Gedenkakt wird auch Regionalbischof Hans-Martin Weiss anwesend sein.

12.04.2016 / ELKB/Gedenkstätte Flossenbürg