Reformation

Denkmal für Argula von Grumbach

Argula von Grumbach

Argula von Grumbach auf einer Portraitmedaille, um 1520.

Bild: Wikipedia / Hans Schwarz - http://www.heiligenlexikon.de/BiographienA/Argula_von_Grumbach.html

An die evangelische Reformatorin Argula von Grumbach soll künftig in Lenting (Landkreis Eichstätt) ein Denkmal erinnern. Die Adelige hatte mehrere Jahre im damaligen Lentinger Wasserschloss gelebt.

Das Leben der bayerischen Reformatorin Argula von Grumbach (1492-1554) spielte sich viele Jahre in Lenting ab, wo sie Hofmarksherrin war. Im Hinblick auf das Reformationsjubiläum 2017 wird zur Zeit über eine angemessene Erinnerungsstätte für Argula von Grumbach in Lenting diskutiert, schließlich war sie ja die berühmteste Bewohnerin des alten Lenting.

An einem zentralen, höher gelegenen Standort sei ein begehbares Monument geplant, das figürlich die Diskussion der streitbaren Luther-Anhängerin mit Ingolstädter Theologieprofessoren darstellt, sagte Bürgermeister Christian Tauer (CSU) am Rande der Verleihung des kirchlichen Argula-von-Grumbach-Preises in München. Im unteren Teil des Denkmals werden speziell gefertigte Metall-Platten Flugschriften der Reformatorin zeigen und Informationen über ihr Leben und Werk bieten.

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Der Geburtsort von Grumbachs, Beratzhausen in der Oberpfalz, hat bereits vor Jahren ihr zu Ehren eine Bronzefigur errichtet, siehe nebenstehendes Foto. Eine Denkmalfigur allein veranschaulicht aber noch nicht viel über das Leben der Persönlichkeit, sondern weist lediglich darauf hin, dass sie einen Bezug zum Ort hat. Ein solches Erinnern hat Lenting seit den 50er Jahren durch die Benennung der Argula-von-Grumbach-Straße. Um darüber hinaus eine inhaltliche Anregung zu bieten, wurde innerhalb des Geschichtskreises die Gestaltung der Lebensgeschichte Argulas in einem „erzählenden Denkmal“ als sinnvolle Umsetzung in Betracht gezogen.

Einen Entwurf für das Denkmal hat der Lentinger Theologe und Künstler Stefan Weyergraf Streit erarbeitet. Dieser nimmt Bezug auf die historisch überlieferten Flugblätter, die Argula von Grumbach gegenüber der Ingolstädter Professoren darstellen. Der Ausschnitt der Figuren soll im oberen Teil einer silhouettenhaften, beidseitig begehbaren Flachplastik aus Metall mit ca. 2 -3 m Höhe und ca. 2 m Breite angebracht werden. Im unteren Bereich gruppieren sich beidseitig zahlreiche Flugblätter als Hinweis darauf, dass sie durch die Verbreitung von Flugschriften weithin bekannt wurde.

Jedes Flugblatt des Denkmals wird vom Künstler graphisch mit einer Bild-Szene aus der Lebensgeschichte Argula von Grumbachs gestaltet und jeweils mit einem biographischen Kurztext, sowie der Jahreszahl des dargestellten Ereignisses versehen. Durch diesen Bilderzyklus werden die Stationen ihres Lebens und Wirkens detailliert durch Wort und Bild veranschaulicht.

Die Kosten belaufen sich auf rund 35.000 Euro, sagte der Bürgermeister. Diese Mittel seien bereits in der Finanzplanung der 5.000-Einwohner-Gemeinde berücksichtigt. Im April werde der Gemeinderat endgültig über das Denkmal beschließen.


31.03.2016 / epd/Lentinger Geschichtskreis