Pressemitteilung vom 27.11.2014

Disziplinarverfahren gegen die Münchner Stadtdekanin Barbara Kittelberger beendet

Barbara Kittelberger wird weiterhin als Stadtdekanin den Dekanatsbezirk München leiten, gleichzeitig werden disziplinarische Maßnahmen gegen sie verhängt.

Kittelberger hatte im Februar dieses Jahres das Verfahren gegen sich selbst beantragt, nachdem vier Unternehmen, bei denen das Kirchengemeindeamt München in Anleihen investiert hatte, Insolvenz angemeldet hatten.

Als Ergebnis der Ermittlungen im Disziplinarverfahren konnte festgestellt werden, dass sie bei der ihr obliegenden Aufsicht über das Kirchengemeindeamt und seinen Geschäftsführer ihre Amtspflicht verletzt hat und einen Teil der Verantwortung dafür trägt, dass von dem damaligen Leiter der Finanzabteilung des Kirchengemeindeamtes, Andreas R., Gelder aus der zentralen Rücklagenverwaltung ohne die erforderliche Risikostreuung bei mittelständischen Unternehmen angelegt wurden. Durch die Insolvenz dieser Unternehmen war ein Schaden von mehreren Millionen Euro entstanden.

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Die zuständige Stelle der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern hat entschieden: Die Dienstbezüge von Kittelberger werden für drei Jahre um fünf Prozent gekürzt. Gleichzeitig wird sie für die nächsten fünf Jahre, also bis zum Ende ihrer Amtszeit und den Eintritt in den Ruhestand, von der Aufsicht über das Kirchengemeindeamt und dessen Geschäftsführer entbunden. Kittelberger hat diese Maßnahmen akzeptiert.

Das gegen den früheren Geschäftsführer des Kirchengemeindeamtes eingeleitete Disziplinarverfahren ruht derzeit, da die Staatsanwaltschaft gegen ihn wie auch gegen den damaligen Leiter der Finanzabteilung im Kirchengemeindeamt strafrechtliche Ermittlungen durchführt.


27.11.2014 / Johannes Minkus