Vesperkirche

"Am Geld scheitert es sicher nicht"

Menschen in einer Kirche

Zum dritten Mal öffnet die Vesperkirche in Schweinfurt ihre Pforten.

Bild: (c) Lisamarie Kaspar / Vesperkirche Schweinfurt

Ab dem 22. Januar wird in der evangelischen Schweinfurter Kirche St. Johannis wieder getafelt. Der epd stellte  Schweinfurts Diakonie-Chef und Vesperkirchen-Organisator Jochen Keßler-Rosa drei Fragen.

Bis zum 12. Februar öffnet dort die nunmehr Vesperkirche ihre Pforten. In der Kirche St. Johannis wird dann wieder ein günstiges Mittagessen für 1,50 Euro pro Erwachsenen und 50 Cent pro Kind angeboten, Kaffee und Kuchen gibt es danach auch. Gut 60.000 Euro soll die Aktion dieses Jahr kosten, Schweinfurts Diakonie-Chef und einer der Vesperkirchen-Organisatoren, Pfarrer Jochen Keßler-Rosa, ist zuversichtlich, dass auch diesmal genug Spenden für das bayernweit beachtete Projekt zusammenkommen.

Die erste Vesperkirche im Jahr 2015 war ein bayernweites Pilotprojekt, kofinanziert von Landeskirche und bayerischer Diakonie. Wie sieht die finanzielle Situation im dritten Jahr aus?
Zugegeben, wir gehen mit einer kleinen Anspannung in das dritte Jahr. Letztes Jahr standen wir finanziell auch schon auf eigenen Beinen, mit ein bisschen Zittern und Zagen hat es letztlich dann doch geklappt. Auf dem Konto war am Ende eine schwarze Null - dank vieler Spenden, die zum Ende der dreiwöchigen Vesperkirche hin erst kamen. Deswegen bin ich diesmal ganz guter Dinge, auch wenn wir die rund 30.000 Euro an Spenden, die wir zur Finanzierung benötigen, noch nicht beisammen haben. Den Rest finanzieren wir über die Einnahmen - und damit, dass viele Gäste eben mehr bezahlen als die 1,50 Euro pro Essen.

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Ist die dritte Vesperkirche nun einfach eine Neuauflage eines bewährten Konzepts oder wurde sie auch weiterentwickelt?
Sicher eine Mischung aus beidem. Zum einen ist das Konzept gut, wir sind von der Idee überzeugt - sonst würden wir das nicht zum dritten Mal in Folge machen, denn eine Vesperkirche ist eine Menge Arbeit und Aufwand. Was wir diesmal anders machen wollen, ist, die sozialen Themen, die wir ansprechen wollen, besser zu platzieren. Also, wenn wir beispielsweise an einem Tag über Altenpflege sprechen, dann sollte in St. Johannis auch ein Pflegebett stehen - damit das etwas plastischer wird für unsere Gäste. Unsere Beratungsdienste sollen außerdem jetzt jeweils zwei Tage statt nur einen vor Ort sein.

Das klingt alles sehr positiv - und fast so, als stünde schon vor der dritten Vesperkirche fest, dass es sicher geben wird...
Langsam, langsam. Also: Sicher ist, dass wir bisher keine Probleme haben, genügend ehrenamtliche Gastgeber zu haben, die das Essen austeilen, Geschirr abräumen und die vielen anderen Arbeiten bei der Vesperkirche übernehmen. Das ist keine Selbstverständlichkeit - und deshalb sollte man jedes Jahr aufs Neue prüfen, ob man sich damit nicht überfordert. Bislang ist die Prüfung jedes Mal positiv ausgegangen, weil wir eben genügend engagierte Ehrenamtliche haben, die viel Freizeit für das Projekt mitbringen wollen und können. Ich will es einmal so sagen: Eine vierte Vesperkirche würde auf keinen Fall am Geld scheitern!


18.01.2017 / epd