Nürnberg

Dem Gedanken an den Tod nicht ausweichen

Der Friedhof St. Johannis ist kein Museun, sondern ein Ort gelebter Spiritualität. Ein Film von Axel Mölkner-Kappl.

Friedhof St. Johannis Nürnberg

Der Friedhof St. Johannis ist kein Museun, sondern ein Ort gelebter Spiritualität – und das ist bei einem Spaziergang durch das Gräberfeld auch zu spüren.

Bild: Friedhof St. Johannis Nürnberg

Die bekannten historischen Nürnberger Friedhöfe St. Johannis und St. Rochus feiern dieses Jahr ihr 500-jähriges Bestehen. Zum Jubiläum hat die Kirche ein mehrwöchiges Jubiläumsprogramm angeboten.

Die bekannten historischen Nürnberger Friedhöfe St. Johannis und St. Rochus feiern dieses Jahr ihr 500-jähriges Bestehen. 6.500 Grabstätten befinden sich heute nach zahlreichen Erweiterungen auf dem Johannisfriedhof. Auf dem Rochus-Friedhof, dem Schwester-Friedhof im Stadtteil Gostenhof, sind es 3.500. Auf ungefähr 7.000 Gräbern sind noch die typischen Epitaphien, der metallene Grabschmuck, zu finden. Auf St. Johannis fanden auch der Künstler Albrecht Dürer (1471-1528) und der Dichter Hans Sachs (1494 bis 1576) ihre letzte Ruhe. Beide Friedhöfe sind geprägt von den einheitlich großen liegenden Sandsteinen.

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Im Festgottesdienst zum 500-jährigen Bestgehen der Friedhöfe St. Johannis und St. Rochus hat Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm an die Menschen appelliert, mit der eigenen Vergänglichkeit bewusst umzugehen. Er sagte, manche Menschen wichen dem Gedanken an den Tod aus, "sie meinen vielmehr, sie könnten dem Vergehen einen Haken schlagen". Die begrenzte irdische Existenz aber sei für ihn die "Tür für ein bewusstes und erfülltes Leben", sagte Bedford-Strohm in seiner Predigt. Dieses Bewusstsein ermuntere dazu, "sich einander die schönsten Dinge nicht erst in der Grabrede zu sagen, sondern schon jetzt mitten im Leben".

Im Tod sei vor Gott jeder gleich, sagte Bedford-Strohm. Davon zeugten auf dem ältesten Teil des Johannisfriedhof die einheitlich großen liegenden Sandsteine. "Bestechend wie das hier augenfällig wird", stellte der Landesbischof fest. Auf dem evangelischen Johannisfriedhof könnten "die Steine reden". Der Friedhof werde durch die persönlichen Geschichten, die sie erzählten, lebendig.


24.10.2018 / epd