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Ölgemälde

Geburt Martin Luthers in Eisleben

Als Sohn des Bauern und Bergmannes Hans Luther und seiner Ehefrau Margarete Luder wird der spätere Reformator am 10. November 1483 in Eisleben in Sachsen-Anhalt geboren.
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Geburt Martin Luthers in Eisleben

Damals hieß Martin Luther mit Nachnamen noch nicht Luther, sondern Luder; seine Familie soll ihre Wurzeln zurückgeführt haben auf Ritter Wigand von Lüder, und dieser stammt aus dem Adelsgeschlecht von Lüder aus Großenlüder im Landkreis Fulda in Osthessen. Die Familie soll ihren Nachnamen auch in verschiedenen Varianten angeführt haben, wahlweise soll sie sich auch Luder, Loder, Ludher, Lotter, Lutter oder Lauther genannt haben.

Taufstein Martin Luthers, dahinter eine Holzbank

Taufe Martin Luthers

Einen Tag nach seiner Geburt, am Martinstag, 11. November 1483, wird der Reformator auf den Namen des Heiligen Martin in der Eislebener St.-Petri-Pauli-Kirche getauft
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Taufe Martin Luthers

Der Martinstag steht für das Gedenken an den Heiligen „Martin von Tours“, der als Nothelfer und Wundertäter verehrt wird. Die St.-Petri-Pauli-Kirche in Eisleben gilt bis heute aufgrund ihres prominenten Täuflings als bedeutsam; nach einer zweijährigen gründlichen Sanierung wurde sie 2012 von der Botschafterin des Rates der EKD für das Reformationsjubiläum 2017, Margot Käßmann, als „Zentrum Taufe Eisleben“ wiedereröffnet.

Martin Luthers Schul- und Studienzeit

Seine Schul- und Studienzeit führt den späteren Reformator in unterschiedliche Lehranstalten, die ihn auf unterschiedlichster Weise prägen werden.
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Martin Luthers Schul- und Studienzeit

Zwischen 1488 bis 1497 besuchte der Reformator die Stadtschule in der Stadt Mansfeld in Sachsen-Anhalt und die Magdeburger Domschule. In der Domschule soll er die Lehre der „Brüder vom gemeinsamen Leben“ erhalten haben, Mitglieder einer frommen Ordensgemeinschaft, die Anhänger der religiösen Bewegung „Devotio moderna“ waren, welche eine „individuelle Christusbeziehung“ höher einstufte als die Äußerlichkeiten, Rituale und Regeln klassischer Mönchsorden. Nach Magdeburg perfektionierte der Reformator zwischen 1498 und 1501 seine Lateinkenntnisse, bevor er anschließend an der Universität Erfurt zunächst Grundkenntnisse in den Studienfächern Grammatik, Rhetorik, Dialektik, Arithmetik, Geometrie, Musik und Astronomie studierte, bevor er ab 1505 sein Jurastudium begann.

Zeichnung Lucas Cranach der Ältere: Martin Luther als Mönch

Lebenswende Martin Luthers

Am 2. Juli 1505 hat der Reformator ein einschneidendes Erlebnis, das seinem Leben eine entscheidende Wende geben und seinen beruflichen Weg für die Zukunft ebnen soll.
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Lebenswende Martin Luthers

Der 2. Juli 1505 war ein schicksalhafter Tag für den Reformator. Gerade erst hatte er seinem Vater zuliebe mit dem Jurastudium begonnen. Nachdem er seine Eltern besucht hatte, wurde er auf dem Rückweg in seine Studienstadt Erfurt in Stotternheim, einem Erfurter Ortsteil, von einem schweren Gewitter überrascht. Helle Blitze und dumpfes Donnergrollen jagten dem damaligen Studenten so eine Angst ein, dass er die Heilige Anna, die Mutter Marias anrief: „Hilf du, heilige Anna, ich will ein Mönch werden!“ Danach wendete sich das Leben des Studenten radikal: obwohl sein Vater nicht damit einverstanden war, trat er am 17. Juli 1505 in das Kloster der Augustiner-Eremiten in Erfurt ein, wurde am 27. Februar 1507 zum Diakon und am 4. April 1507 zum Priester geweiht

Luther lehnt sich auf

1512 wählt der Reformator seinen Nachnamen „Luther“ aus und trennt sich vom Namen seiner Eltern. Luther ist griechisch und bedeutet „der Freie“ – der Name war Programm
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Luther lehnt sich auf

Martin Luther hieß nicht immer so. Ursprünglich hieß seine Familie Luder, Lutter oder Lüder. Erst ab etwa 1512 nannte er sich „Luther“ und führte dies auf das griechische Wort „Eleutherios“ zurück, was übersetzt so viel wie „der Freigelassene“ bedeutet. Der Name war Programm. Denn die Erkenntnis, durch Jesus Christus befreit zu sein – von Sünden, Tod und Teufel –, durchzog das ganze Denken und Wirken Luthers. Weder weltliche Herrscher noch kirchliche Dogmen noch die Angst vor Höllenstrafen konnten letztlich über ihn bestimmen, sondern nur Jesus Christus. Und dieser war – so hatte Luther in einem langen Prozess erfahren - ganz auf seiner Seite. „Ich bin Gott recht.“ Dafür musste, ja konnte er selbst gar nichts tun. Er konnte sich nicht selbst befreien, er konnte einfach nur die Gnade Gottes, die ihm Jesus Christus gezeigt hatte, im Glauben annehmen.

Foto der Gedenktür mit den 95 Thesen Martin Luthers

Beginn der Reformation: Luthers Thesenanschlag

Mit seinen 95 Thesen protestiert Luther am 31. Oktober 1517 gegen den Umgang der katholischen Kirche mit ihren Finanzen und dem hieraus entstehenden Druck aufs Volk
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Beginn der Reformation: Luthers Thesenanschlag

Mit Ablassbriefen forderte die Kirche zu dem Zeitpunkt von ihren Gemeindemitgliedern Geldbeträge ein: Je höher der Geldbetrag ausfiel, den die Gemeindemitglieder an die Katholische Kirche für den Bau des Petersdoms in Rom spendierten, desto mehr Sündenstrafen im Fegefeuer würden ihnen erlassen. Auf diesen Ablassmissbrauch beziehen sich Luthers 95 Thesen, die Luther nicht nur als Brief an den Mainzer Erzbischof Albrecht, der die Ablassprediger anwies, und an dessen Anhänger schickte, sondern diese auch am 31. Oktober 1517 an das Hauptportal der Schlosskirche in Wittenberg angeschlagen haben soll. Luthers Thesen lösten in der Folgezeit in ganz Deutschland Unruhen aus.

Ölgemälde Paul Thumann mit Luther, der die Bannandrohungsbulle verbrennt

Leipziger Disputation und Kirchenbann

1519 zweifelt der Reformator öffentlich die Unfehlbarkeit des Papstes an. Es folgt der endgültige Bruch mit der katholischen Kirche, die Martin Luther unter Bann stellt
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Leipziger Disputation und Kirchenbann

Vom 4. bis 14. Juli 1519 nahm Martin Luther an der „Leipziger Disputation“ teil, einem theologischen Streitgespräch zwischen dem katholischen Theologen Johannes Eck, dem Reformator Philipp Melanchthon und dem Reformator Andreas Rudolf Bodenstein. Dort zweifelte Luther erstmals öffentlich die Unfehlbarkeit des Papstes an und sprach dem Konzil die Fähigkeit ab, sich niemals zu irren. Es folgte der endgültige Bruch mit der katholischen Kirche, und am 15. Juni 1520 verhängte der Papst die Bannbulle gegen Luther, womit er ihm eine letzte Frist von 60 Tagen setzte, in denen Luther sich noch unterwerfen könne, ansonsten drohe ihm der Kirchenbann. Luthers Antwort war deutlich: Unter heiterem Jubel seiner Freunde aus Wittenberg verbrannte der Reformator die päpstliche Bannbulle. Am 3. Januar 1521 folgte der Kirchenbann, am 26. Mai 1521 verhängte der Reichstag zudem das „Wormser Edikt“ über Luther, das jedermann verbot, ihn zu unterstützen und seine Schriften zu lesen.

Reichtstag verhängt Reichsacht über Luther

Anfang des 16. Jahrhunderts verbietet der Reichstag das Lesen und Drucken der Schriften des Reformators. Martin Luther gilt als vogelfrei – ein menschliches Freiwild
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Reichtstag verhängt Reichsacht über Luther

Der Buchdruck, der im 15. Jahrhundert von Johannes Gutenberg erfunden wurde, hatte dafür gesorgt, dass Luthers Schriften weit verbreitet wurden, nicht nur in Deutschland, sondern auch in anderen Ländern in andere Sprachen übersetzt. Nachdem der Reichstag die „Reichsacht“ über Luther verhängt hatte - eine Form der Ächtung, die sich auf das gesamte Gebiet des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation erstreckte - war es verboten, die Schriften des Reformators weiter zu lesen und zu drucken. Luther galt als vogelfrei, womit zum Beispiel verbunden war, dass er keine feste Behausung mehr haben durfte. In „Friedrich dem Weisen“, dem damaligen Kurfürsten von Sachsen, hatte er jedoch einen Freund, der nicht zuließ, dass Luther etwas zustieß: Am 4. Mai 1521 wurde Luther von Friedrichs Soldaten entführt und auf die Wartburg nach Eisenach gebracht, um ihn so außer Gefahr zu bringen. Unter dem falschen Namen Junker Jörg versteckte er sich dort zehn Monate, bevor er 1922 nach Wittenberg zurückkehrte.

Luther beendet die „Wittenberger Bewegung“

Als Luther 1522 nach Wittenberg zurückkehrt, findet er Stadt und Menschen verändert vor – reformatorische Bestrebungen haben sich inzwischen ein Stück weit durchgesetzt
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Luther beendet die „Wittenberger Bewegung“

Luther hatte inzwischen Rückenwind vom Reformator Andres Bodenstein, genannt „Karlstadt“, bekommen und war nicht mehr „Persona non Grata“; so konnte er nach Wittenberg zurückkehren. Während Luthers Abwesenheit hatte sich die „Wittenberger Bewegung“ gebildet, die Luthers Reformen durchsetzen wollte – wenn nötig mit Gewalt. Luther beruhigte die Menschen mit acht Ansprachen, den so genannten Invokativpredigten, mit denen er eine radikale Durchsetzung seiner Reformen ablehnte, das Volk dabei aber weniger kritisierte als vielmehr beruhigte. Die Menschen hörten auf ihn, und die Wittenberger Bewegung galt als beendet. Zwischen 1523 und 1534 übersetzte Luther das Alte Testament in die deutsche Sprache. Seine Übersetzung wurde sprachprägend und ist bis heute in Gebrauch. Inmitten dieser Jahre gab er seine Lebensform als Mönch auf. 1525 hielt er die erste deutsche Messe ab und veröffentlichte im folgenden Jahr eine Gottesdienstordnung.

Ölgemälde von Lucas Cranach dem Älteren: Katarina von Bora

Heirat in Wittenberg

Am 27. Juni 1525 heiratet Luther die ehemalige Nonne Katharina von Bora: Der Schritt entspricht seiner Lehre, die Ehe als Sakrament ebenso wie das Zölibat abzulehnen
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Heirat in Wittenberg

Luther hatte drei Söhne und drei Töchter mit Katharina von Bora; sie lebten alle im ehemaligen Schwarzen Kloster in Wittenberg. Luthers Kinder starben alle in relativ jungen Jahren, seine Tochter Margarete war seine jüngste Tochter und die einzige, die ihren Vater überlebte.

Ölgemälde: Luther auf dem Sterbebett

Luther stirbt in Eisleben

Luther reist in seine Heimatstadt Eisleben, um einen Grafenstreit zu schlichten, doch kurz nach seiner Ankunft stirbt er – die Folge eines schon längeren Herzleidens
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Luther stirbt in Eisleben

Anfang des Jahres 1546 trat der Reformator seine letzte Reise an, und zwar in seine Heimatstadt Eisleben, weil er einen Streit der Grafen von Mansfeld schlichten wollte. Kurz nach seiner Ankunft in Wittenberg, genauer gesagt am 15. Februar 1546, starb Luther, der Zeit seines Lebens unter zahlreichen Krankheiten wie Tinnitus, Nierensteinen, Magenbeschwerden oder Schwindelanfällen gelitten hatte. Sein Leichnam wurde nach Wittenberg überführt und in der dortigen Schlosskirche beigesetzt. Die Schlosskirche ist heute UNESCO-Welterbe-Stätte der Lutherstadt Wittenberg.