Menschen

Partnerschaftstreffen Schwaben-Souhteastern Synod

Together we can

Der Kirchenkreis Schwaben besucht die Southeastern Synod.

In den Bibelbelt der USA reisten 21 Christinnen und Christen aus dem Kirchenkreis Augsburg. Das Partnerschaftstreffen stand unter dem Motto "Together we can".

Bild: Grabow

Der sich immer deutlicher abzeichnende Traditionsabbruch und die zunehmende Säkularisierung sind auch im Biblebelt der Südstaaten eine Herausforderung für die lutherische Kirche. Ein Reisebericht. 

Seit mehr als fünfzehn Jahren besteht die Partnerschaft zwischen dem Kirchenkreis Augsburg-Schwaben und der Southeastern Synod. Am 4. Juni 2000 unterzeichneten der damalige Regionalbischof Dr. Ernst Öffner und Bischof Dr. Ronald B. Warren von der Southeastern Synod einen Partnerschaftsvertrag. Seither finden alle zwei Jahre Treffen zwischen schwäbischen Gemeinden und Gemeinden aus dem Südosten der USA statt, abwechselnd diesseits und jenseits des Atlantiks.

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Die Southeastern Synod hat rund 53.000 Mitglieder in 166 Gemeinden, vor allem in den Bundesstaaten Alabama, Georgia, Mississippi und Tennessee. Sie ist ein Teil der Evangelical Lutheran Church in America, die ihrerseits 4,5 Millionen Mitglieder in etwa 10.000 Gemeinden zählt. Im Sommer 2013 wurde der Partnerschaftsvertrag von Bischof Julian Gordy und Regionalbischof Michael Grabow erneut unterzeichnet.

Das Begegnungstreffen im Mai und Juni 2015 stand unter dem Motto "Together we can". 21 schwäbische Teilnehmende aus dem Kirchenkreis, den Kirchengemeinden und der Jugend besuchten Savannah, New Ebenezer (Salzburgers - Society) und die Partnergemeinden um Atlanta und Nashville.

Das Reisetagebuch

Montag, 25. Mai 2015

Flughafen Atlanta, Ankunft der schwäbischen Delegation,© Grabow

Nach einem neunstündigen Flug kamen wir in Atlanta an und wurden sehr herzlich von unsren Freunden der Southeastern Synod am Flughafen begrüßt. Nach einer Fahrt durch heftiges Gewitter, unsre Koffer waren auf einem offenen Anhänger festgezurrt, kamen wir in Jonesboro bei Atlanta in das Museum Stately Oaks, wo uns Frauen in Kleidern des 19. Jahrhunderts empfingen und uns in dem Südstaatenhaus über die Zeit des amerikanischen Bürgerkrieges berichteten, die dort offensichtlich auch nach 150 Jahren immer noch sehr aktuell ist und gerade im Süden immer noch traumatisch erlebt wird.

Nach der Führung wurden wir mit Barbeque und anderen Südstaatenleckereien verwöhnt und fuhren nach einem weiteren heftigen Gewitter weiter nach Savannah, wo wir gegen 22.30 Ortszeit, 4.30 MEZ ankamen, auf die Gastfamilien verteilt wurden und nach 24 Stunden Wachsein in die Betten fielen.

Michael Grabow 

 

Dienstag 26. Mai 2015

Kunstwerke im Savannah Collgege of Art an Design,© Grabow

 Zusammen mit unseren Gastfamilien trafen wir uns alle um 10.30 Uhr zum Gottesdienst in der Ascension-Church in Savannah: nicht wirklich ausgeschlafen, aber voller Elan und neugierig auf unsere gemeinsamen Tage. Der Gottesdienst, der von dem Pfarrer in Savannah Carl Jost gemeinsam mit Regionalbischof Michael Grabow und Rachel Alley gehalten wurde, war für viele sicher unvergesslich: war das wirklich ein evangelisch-lutherischer Gottesdienst, den wir feierten? Es gab Kniebänke, und zum Sündenbekenntnis, den Gebeten und bei den Einsetzungsworten kniete die Gemeinde! Pfarrer Jost predigte über Pfingsten und das Thema unseres Partnerschaftstreffen "Together we can!". Ja, wir können zusammen Gottesdienste feiern, singen, beten und Gott dienen.

Nach dem Gottesdienst erhielten wir eine Stadtführung durch die Altstadt von Savannah: viele wunderschöne Häuser aus der Zeit vor dem amerikanischen Bürgerkrieg, Filmkulisse vieler Filme, wie z. B. "Forrest Gump". Mittags tragen wir uns wieder im Gemeindesaal zum Mittagessen, das sehr liebevoll und "südstaaten-like" von Frauen der Gemeinde vorbereitet worden war. Besonderen Anklang fand eine Art Tomaten-Götterspeise, die supergut schmeckte und von Bischof Grabow treffend als "Jumping Tomatosalad" beschrieben wurde, da sie sich beim Bedienen als etwas störrisch erwies.

Der Nachmittag war SCAD gewidmet, dem Savannah College of Art and Design. Das College ist nicht in einem Campus untergebracht, sondern dezentral in über 70 der alten Häuser Savannahs. Dort studieren ca. 7000 Studenten aus mehr als 100 Ländern alle Arten von Kunst. Das Museum, das wir besichtigen, zeigte einen Teil davon. Wirklich sehr beeindruckend! Nach diesem sehr interessanten, aber auch anstrengenden Tag konnten wir alle den Abend ruhig bei den Gastfamilien ausklingen lassen.

Carola Wagner

Mittwoch, 27. Mai 2015

Dinnereinladung zu 'Low Country Boil' ,© Grabow

Nach dem gemeinsamen Treffen in der Ascension-Kirche und einem gemeinsamen Gebet fahren wir Richtung Tybee Island. Die Straße führte durch riesige Schilfgebiete des Savannah-River Deltas.
In Tybee Island ging es gemeinsam an den Strand zum Baden, einem Spaziergang am Wasser, zu guten Gespraechen oder einfach zum Sonnenbaden oder chillen. Nach dem Mittagessen in einer kleinen, typischen Strandbar reichte die Zeit leider nicht mehr für einen Aufstieg auf den Leuchtturm. Ganz in der Nähe wartete schon das Boot für eine Fahrt zu den Delphinen. Obwohl sich nur wenige Tiere sehen ließen, wurde die Fahrt recht kurzweilig, als einer der Bootsbegleiter ein Netz auswarf. Kurze Zeit später konnten wir den „Fang" bewundern.

Auf „Captain Butler's", einem grossen Freizeitgelände der Assencion Gemeinde waren wir zum Dinner eingeladen mit einem typischen Gericht der Region: "Low Country Boil", eine Art Eintopf aus Wurststückchen, Kartoffen, Mais on the chop und Shrimps, etwas anderes als Kässpatzen. Und dann trat eine illustre Gruppe älterer Damen auf, die fröhlich einen musikalischen Reigen bunter Melodien vom Musical Potpourri bis zum deutschen Volkslied vortrug. Ein ausgefüllter Tag mit sehr schönen Eindrücken ging zu Ende. Das Bewusstsein, an der Westküste des Atlantiks in angenehm warmen Wasser zu baden, war beeindruckend - und die herzliche Gastfreundschaft und die liebevolle Betreuung unserer amerikanischen Gastgeber empfand ich als etwas Besonderes, Bleibendes.

Manfred Brambach

Donnerstag, 28. Mai 2015

Pastor Boltzius in Ebenezer in altertümlicher Tracht,© Grabow

Der Tag begann mit dem Abschied von unseren Savannah-Gastfamilien. Danach fuhren wir auf abenteuerlichen Wegen zum alten Friedhof der Salzburger Siedler mitten in einem Industriegelände; der Weg dorthin war abgesichert wie ein Hochsicherheitstrakt. Es war also eine große Ehre, ihn überhaupt besuchen zu dürfen.Anschließend ging es weiter zur „Jerusalem-Church“, wo wir von Gastgebern in altertümlicher Tracht empfangen wurden und die traditionelle „Rice-Soup“ probieren durften.

Nach dem Mittagessen sahen wir eine DVD über die Geschichte der Gemeinde und erkannten die historischen Verbindungen mit unserer St. Anna-Kirche in Augsburg. Der anschließende Museumsbesuch ließ uns noch mehr Verbindungen entdecken.Nach einem wunderschönen Gottesdienst inclusive Abendmahl vor dem malerischen Savannah-River fuhren wir weiter nach Atlanta. Dort verabschiedeten wir uns voneinander und brachen in die verschiedenen Partnergemeinden auf, wo unsere Gastfamilien uns schon freudig erwarten.

An diesem Tag hat mich besonders beeindruckt, wie viel Arbeit unsere Partnergemeinden in die Planung gesteckt haben. Sie haben dafür gesorgt, dass wir Dinge zu sehen bekommen, die nicht einmal ein normaler Amerikaner zu sehen bekommt. Das Besondere an diesem Tag war, unsere Gastfamilien zu treffen, zu sehen, wo und wie sie leben und herzlich aufgenommen zu werden.

Dorothea Gruninger

Freitag, 29. Mai 2015

Lokomotive General im Museum von Kennesaw,© Grabow

Am Vormittag besuchen wir das historische Museum von Kennesaw. Der dort ausgestellte "General" ist eine Lokomotive, die im Bürgerkrieg eine für die Südstaaten wichtige Rolle spielte. In diesem Museum wird sehr klar der Bürgerkrieg aus Sicht der Südstaaten dargestellt. Die Lokomotive "Der General" wurde von Soldaten der Nordstaaten okkupiert, um die kriegswichtige Eisenbahnlinie Chattanooga zu zerstören. Das Museum erzählt zum einen die große Bedeutung, die die Eisenbahn als damals modernste Technik für den Kriegsverlauf hatte. Zum anderen wird die Rückeroberung des "General" durch Südstaatler als heroische Tat geschildert, die ihren Niederschlag im Stummfilm "der General" mit Buster Keaten und in einem Spielfilm der Disney-Studios gefunden hat. Es bestätigt sich noch einmal aus einem anderen Fokus heraus, dass der amerikanische Bürgerkrieg vor allem hier im Süden im Bewusstsein der Menschen immer noch sehr präsent ist, man hat fast den Eindruck eines kollektiven Traumas, wobei die Frage der Sklaverei oft ausgeklammert wird. Nachmittags arbeite ich an meinem Bericht bei der Synodalversammlung über unsren Kirchenkreis und über die Partnerschaft zwischen Augsburg und der Southeastern Synod. Mir ist immer deutlicher geworden, dass wir zwar in unterschiedlichen Kontexten und Strukturen arbeiten, aber die gleichen Herausforderungen ins Auge fassen. Dabei entdecke ich, dass auch im frommen "Biblebelt" die Kirchen in einem immer säkularer werdenden Umfeld arbeiten und über Mitgliederverluste klagen. Fragen nach Ehe und Familie werden dort genauso diskutiert wie die sexuelle Orientierung der Pfarrerinnen und Pfarrer. Es geht dort genauso um die Betreuung von Flüchtlingen oder die Finanzierung von Altenpflege, die Arbeit mit Minderheiten und Wohnungslosen oder Fragen einer traditionellen oder "modernen" Liturgie und ihren Auswirkungen auf die Lutherische Identität. Wir können hier viel voneinander lernen."

Michael Grabow

In McDonough:

Nach einem guten Frühstück, bei dem wir Squirls und Kolibris beobachten konnten, ging es mit unseren Gastgebern zu einer sehr erfolgreichen Shoppingtour in ein Einkaufszentrum in Atlanta.
Danach haben wir zum ersten Mal das Kirchengebäude in McDonough besichtigt, in dem unserer Partnergemeinde sich eingemietet hat. Dabei haben wir auch Reverend Doctor Robert L. Harrell III., den Pastor der Gemeinde kennengelernt und wurden sehr herzlich aufgenommen. Bei der Gelegenheit konnten wir sehen, wo in der Kirche die Urkunden unseres Partnerschaftsvertrages hängen werden.

Die Kirche verfügt über einen schönen Gottesdienstraum und einige Nebenräume für Sonntagsschule Kinderbetreuung, Amtsräume und eine schöne Küche, die beim gemeinsamen Essen nach dem Sonntagsgottesdienst, zu dem jedes Gemeindemitglied etwas mitbringt, intensiv genutzt wird.
Wieder zu Hause und nach mehreren teils vergeblichen Versuchen Kolibris zu fotografieren, hat uns Joe, unser Gastgeber einen besonderen Höhepunkt beschert. Er hat uns auf seinem Trike mit auf Tour genommen, ein tolles Erlebnis. Zum Abendessen waren wir bei den Hoovers, Freunden unserer Gastgeber und ebenfalls Mitglieder unserer Partnergemeinde. Und auch dort wurden wir, wie überall sehr freundschaftlich aufgenommen.

Gertrud Wagner und Gabriele Lange

Samstag, 30.Mai 2015

Gabriele Lange und Gertrud Wagner,© Grabow

In McDonough: Auf unserem Weg in die Berge haben uns unsere Gastgeber in den Verkehr von Atlanta eingeführt, der wirklich sehr “busy” ist, was sich allerdings eher auf die Menge an Autos als auf die Geschwindigkeit bezieht. Unterwegs sammelten Feuerwehrmänner im fließenden Verkehr von den Vorbeifahrenden Spenden, vermutlich für Brandopfer, mit Feuerwehrstiefeln ein. Eine Methode, die bei uns wohl sehr gefährlich wäre.
In den Bergen haben wir die Amicalola Falls „erwandert“, ein kaskadenartiger Wasserfall, mit 222 m einer der höchsten Wasserfälle im Südosten der USA und hatten die Gelegenheit, einige Schritte auf dem Appalachian Trail zu gehen. Dabei haben wir eine seltsame Blume entdeckt, die wie wir später erfuhren als ghost plant oder Indian pipe bezeichnet wird. Dann konnten wir die „World Famous Boiled Peanuts“ probieren, ein echter Südstaatensnack, der durchaus Suchtpotential hat.

Insgesamt zwei Tage voller großartiger Eindrücke, Verkehr, Landschaft, aber am eindrucksvollsten waren die Begegnungen mit den Menschen.Überhaupt das ganz besondere an dieser Reise, das wir jeden Tag aufs Neue erlebt haben, war die liebevolle Freundlichkeit unserer Gastgeber und auch der anderen Menschen, denen wir begegnen durften. Das gab uns tatsächlich das Gefühl mit Ihnen die Liebe Gottes zu teilen.

Gabriele Lange und Gertrud Wagner

Sonntag, 31. Mai 2015

Die schwäbische Delegation beim Spaziergang in Franklin.,© Grabow

Aus der Partnergemeinde Christ Church Nashville: Morgens treffen wir uns schon um 8 Uhr im Gemeindezentrum der Christ Lutheran Church zum gemeinsamen Frühstück der Gemeinde und für uns als Gäste. Die Leute treffen ein, alles ist schön vorbereitet, wir sitzen an schön gedeckten Tischen, und es ist ein lustiges Kommen und Gehen. Die internationale Ausrichtung der Gemeinde macht sich gleich deutlich: Kleine Kinder aus dem Kongo springen uns entgegen, und viele tansanische Mitglieder sind da. Ich werde heute im Gottesdienst die Predigt übernehmen und werde mit Andi Heim ein Lied aus unserem Repertoire mit der Gitarre spielen, meine Frau Maren wird Teile der Liturgie übernehmen. Alles ist bestens von Pastorin Morgan Gordy vorbereitet. Die Hefte, die die komplette Liturgie enthalten, haben wir schon in Händen. Trotzdem bin ich auf eine ganz andere Weise „nervös“ als in anderen Gottesdiensten, schließlich habe ich noch nie auf Englisch gepredigt!

Wir feiern einen sehr schönen, wunderbaren und feierlichen Gottesdienst. Vieles ist uns aus unserer eigenen bayerischen Liturgie bekannt, die Lieder, die Wechselgesänge, die Gebete. Interessanter ist, was neu ist: Zum Eingangsteil des Gottesdienstes stehen wir vier Liturgen (Pastor Morgan Gordy, die tansanianische Pastorin Esther, Maren und Steffen Schubert) im hinteren Teil der Kirche am Baptisterium und ziehen dann feierlich ein, mit Kreuz voran. Zum Friedensgruß nehmen sich die Gemeindeglieder viel Zeit: Das gegenseitige „Peace be with you!“ dauert mindestens 10 Minuten (!), alle sind auf den Beinen laufen in der Kirche hin und her, um wirklich jeden der Anwesenden zu umarmen und zu begrüßen. Das Abendmahl findet im Kreis um den Altar statt. Wir Liturgen bekommen als erstes Brot und Wein. Anschließend kommen die Gemeindeglieder zum Altar und knien vor einem kleinen „Zaun“ um ihn herum nieder. Wir Liturgen laufen im Kreis hintereinander her und bieten den Gemeindegliedern drei verschiedene Kelche zur Kommunion an: Wein zum Trinken bzw. zur intinctio, Wein, der in kleine Kelche gegossen wird und Saft, ebenso für die kleinen Kelche an. Die Abendmahlteilnehmer signalisieren per Blickkontakt, welche Form von Christi Blut sie nehmen möchten.

Das Predigen auf Englisch hat mir sehr viel Freude bereitet. Ich habe es sehr genossen. Wie meine Predigt ankam, kann ich leider nicht so recht beurteilen. Allerdings waren die Rückmeldungen am Ausgang sehr positiv. Auch die Reaktion während des Predigens gaben mir den Eindruck, dass die Leute dem folgen konnten, was ich sagen wollte und dass es mir gelungen ist, dank des Heiligen Geistes eine Brücke zu schlagen, vom Leben unserer Emmausgemeinde in Kissing zur Christ Church Nashville und zu den Herzen der Menschen.

Nach dem Gottesdienst gab es Mittagessen in Form eines so genannten „potlucks“, d.h. alle brachten etwas Essbares für ein großes Buffet mit. Es gab Spezialitäten, das sogenannte „Southern Food“, aber auch viele internationale Leckereien. In sehr netter Gemeinschaft mit vielen netten Menschen aßen wir uns satt und hatten viele schöne Gespräche. Eine Frau aus der Gemeinde zeigte uns wunderschön verzierte Taufurkunden ihrer Eltern in deutscher Sprache aus den 30ger Jahren des letzten Jahrhunderts. Es ist schön zu spüren, wie die Menschen sich für uns interessieren und wie sie ihre Herzen für uns öffnen. Langsam lassen die, die an einer Reise zu uns nach Kissing / Augsburg interessiert sind, das auch immer mehr durchblicken.

Nach dem Mittagessen war Zeit für die Präsentation unserer Gemeinde per Powerpoint, die wir relativ spontan zusammengestellt hatten und die wir so vorstellten, wie auch zuhause unser Herz dafür schlägt: verschiedene Gottesdienstformen, Jugendarbeit, Konfirmandenarbeit, Seniorenfrühstück... Nur ein winziges Spotlight auf unsere Gemeindearbeit, das aber von unseren Partnern sehr interessiert aufgenommen wurde. Als sehr schön und verbindend habe ich auch die anschließende Überreichung unserer Gastgeschenke empfunden: ein Plakat mit den Unterschriften sehr vieler unserer Gemeindeglieder der letzten drei Sonntagsgottesdienste und zwei Fotocollagen mit Fotos aus unserem Gemeindeleben. Das Interesse unserer neuen Freunde aus Nashville an den ihnen ja größtenteils unbekannten Gesichtern hat mich sehr beeindruckt.

Nachmittags war ein Spaziergang in Franklin angesagt, der kleinen Stadt im Speckgürtel von Nashville, mit Pastor Morgan Gordy und Michael, dem kleinen Enkel von Gordys, der sich mit unserem 12 jährigem Andi mit Händen und Füßen gut versteht. Es ist wunderschön zu beobachten, wie die beiden Jungs immer wieder aufeinander zugehen, Spaß haben und ohne viele Worte Gemeinsamkeiten entdecken und sich daran freuen. Joghurteis essen mit vielen Toppings ist eben international eine tolle Sache... Am späten Nachmittag war wieder Gemeindetreffen im Gemeindesaal von Christ Church mit großem Hallo: Bischof Michael Grabow war auch schon eingetroffen und war zum Kishwahelifest der Gemeinde dabei. Zu Beginn sangen wir alle gemeinsam, nacheinander die amerikanische, deutsche und dann die tansananische Nationalhymne. Damit entstand ein Gefühl der inneren Verbundenheit.

Dem tansanischen Teil der Christ Lutheran Church war dies, empfand ich, ganz besonders wichtig, um uns ihre historische Verbundenheit aus der Kolonialzeit mit Deutschland zu erklären. Wir aßen gut afrikanisch, hörten zwei Afrikanern zu, die uns Tansania nahe brachten und freuten uns vor allem an dem Eindruck des Kontinente überspannenden christlichen, ja lutherischen Glaubens: Afrika, Amerika und Europa versammelt in einem christlichen Geist. Mit diesem Gefühl der Freundschaft und Verbundenheit fuhren wir am späten Abend wieder nach Hause in unsere Gastfamilien, wo wir je nach „Gastgeberart“ den wunderschönen, intensiven Tag ausklingen ließen.

Steffen Schubert

Mit ihren Partnern tauschten sie sich über die Rahmenbedingungen kirchlichen Lebens in ihren Ländern aus und berichteten sich gegenseitig über Projekte in Jugendarbeit, Diakonie und Bildungsarbeit. Das Treffen schloss mit dem Besuch der Synodalversammlung in Birmingham, Alabama.

 

Montag, 1. Juni 2015

Daniel Hager,© Grabow

Aus Griffin: Heute besuchten wir mit einigen Jugendlichen der Gemeinde von St. John in Griffin das Coca Cola Museum in Atlanta. Es gab im Museum verschiedene Stationen, wo viel über die Geschichte von Coca Cola gezeigt wurde. Z.B. das "Geheimnis von Coca Cola": Die Erlebnisse, die die Menschen mit Cola verbinden. Es gab in diesem Museum auch eine Probierstation mit 100 verschiedenen Getränken der Coca Cola Company, die auf den verschiedenen Kontinenten verkauft werden. Das Interessanteste aber war der Raum, in dem die verschiedensten Cola Werbungen der vergangenen Jahre und aus allen möglichen Ländern gezeigt wurden. Der Tag endete mit einem Abendessen und Pool Party bei der Familie Miller in Griffin.

Daniel Hager
 

Dienstag, 2.Juni 2015

Walter Winkler und Niklas Bolenski ,© Grabow Am Dienstag, 2.Juni 2015 haben wir Stone Mountain besichtigt. An einer Seite des Berges gibt es ein großes Relief, das die wichtigsten Generäle der Konföderierten im Bürgerkrieg zeigt: Stonewall Jackson, Robert E. Lee und Jefferson Davis. Am Nachmittag sind wir den Berg hinauf gewandert. Nach dieser Anstrengung haben wir uns auf der Wiese vor dem Relief bei einem Picknick ausgeruht. Das Highlight des Tages war eine Lasershow, die auf das Relief projiziert wurde. Besonders zu bestaunen war dabei, dass die Show perfekt auf das Relief abgestimmt war. An einem Punkt in der Show sah es beispielsweise so aus, als ob die Generäle auf ihrenn Pferden in eine Schlacht reiten würden. Der Film, den sie über die USA zeigten, war sehr emotional und in viele kleine Abschnitte unterteilt, die die verschiedenen Aspekte über die USA und ihre Geschichte darstellen. Am Ende der 45min Show standen alle auf und sangen die Nationalhymne. Für mich war das der ergreifendste Moment des Tages.

Walter Winkler und Niklas Bolenski

Mittwoch, 3. Juni 2015

Gottesdienst auf der Lutherranch,© Grabow

Lutherranch: In diesen Tag starteten wir mit weniger Freude, denn es stand der Abschied von unseren mittlerweile echt lieb gewonnen Gastfamilien bevor. Wir hatten wunderschöne Tage in Nashville, oder in den jeweilig anderen Partnergemeinden, weshalb die Abreise zum Retrait-Center lange, herzlich und manchmal sogar tränenreich ausfiel. Es stand uns eine lange Fahrt zur Lutheranch bevor. Jedoch hatten wir uns nicht träumen lassen, welch ein schöner Ort uns erwartet. Die Ranch lag malerisch an einem See und bot die perfekte Kulisse für die letzten Tage. Am Abend feierten wir einen wunderschönen Gottesdienst direkt am Ufer und genossen die Gemeinschaft mit der Gruppe am Lagerfeuer.
Ganz besonders beeindruckend fand ich die wunderschöne Lage der Ranch, aber auch die passende Atmosphäre, welche sich uns in dieser wilden Natur bot. Ich kann definitiv sagen das ich eine direkte Verbundenheit mit Gott beim Abendmahlsgottesdienst am Lagerfeuer gespürt habe.

Robert Kolberg

Donnerstag, 4. Juni 2015

Lutherranch am See,© Grabow

Nach einem Frühstück trifft sich die Gruppe zum Morgengebet. Rachel Alley, die Jugendbeauftragte, Bill Alderfer, der Partnerschaftsbeauftragte und ich setzen uns zusammen, um über den nächsten Besuch der amerikanischen Partner in Augsburg für 2017 zu planen. Das Reformationsgedenkjahr ist dabei eine besondere Herausforderung, aber auch eine große Chance. Als Thema wird von mir die Herausforderung einer ständigen Reformation der Kirche auch heute ins Spiel gebracht. Wir einigen uns auf einen Arbeitstitel, der ein früheres Motto wieder aufnimmt: „Be a Reformer – Sei ein Reformer“. Am folgenden Tag wird die Delegation nach Deutschland zurückfliegen, Pfarrerin Wagner, Pfarrer Lorenz, Pfarrer Schubert und ich fliegen nicht mit der Gruppe zurück, sondern kommen am Freitag nach Birmingham, um an der Synodalversammlung teilzunehmen. Für uns ist der Aufenthalt in Birmingham noch aus einem anderen Grund besonders beeindruckend. Nur wenige Schritte entfernt vom Tagungsort steht das Jefferson County Jail, in dem Martin Luther King Jr. am 16. April 1963 seinen berühmten Brief aus dem Gefängnis schrieb und damit der Welt die Augen öffnete, dass jegliche Form von Diskriminierung gegen das Evangelium verstößt und von Christen nicht toleriert werden darf. Inzwischen ist Birmingham ein wichtiger Ort für die Gleichberechtigung aller Amerikaner geworden. Ein „Civil-Rights“-Museum und ein Civil-Rights-Weg erinnern an die Bürgerrechtsbewegung, die in Birmingham ihren Anfang nahm. Im Hotel erwartet mich bereits Bischof Julian Gordy in der Lobby. Am Abend tauschen wir uns beim Dinner mit den Mitgliedern des Synod Councils über die kirchliche Arbeit aus, wobei viel Neugier über unsere Kirche in Deutschland zu spüren ist.

Michael Grabow

Freitag, 5. Juni 2015

'Beer and Hymn Project' in Birmingham, Alabama,© Grabow

In Birmingham findet von Freitag bis Sonntag die diesjährige Synodalversammlung der South-Eastern-Synod der ELCA statt. Etwa 400 Delegierte aus den Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinden der vier US-Bundesstaaten Mississippi, Tennessee, Georgia und Alabama kommen zusammen, um gemeinsam Themen zu diskutieren und ggf. zu entscheiden. Es werden Positionen für zukünftige Versammlungen besetzt, in Workshops miteinander debattiert und Gottesdienst gefeiert. Um 12.30 Uhr beginnt die Synodalversammlung im Birmingham Jefferson Conference Center gegenüber dem Hotel mit einem feierlichen Gottesdienst. Viele Lieder im Gottesdienst stammen aus amerikanischer Tradition, einzelne Lieder werden von einer Band mit Chor begleitet und kommen aus koreanischer oder afrikanischer Tradition und werden sehr schwungvoll mehrsprachig gesungen. Uns zu Ehren ist als erstes Lied "Ein feste Burg" vorgesehen, allerdings auf Englisch. Pfarrer Lorenz aus unserer Gruppe liest die Epistel auf Deutsch, das Evangelium wird auf Koreanisch verlesen. Das Abendmahl ist sehr feierlich. An vielen Stationen wird das Abendmahl ausgeteilt: viele praktizieren Intinctio, wer möchte, kann auch aus dem Gemeinschaftskelch trinken. Anschließend wird die Synodalversammlung von der Assembly-Chaplan mit Gebet eröffnet. Es fällt auf, dass die gesamte Versammlung vom Bischof geleitet wird, der auch sich selbst zu seiner Rede auffordert. Die Vizepräsidentin der Versammlung sitzt am Podium, hat aber für den Außenstehenden keine erkennbare Funktion. Nach der Klärung der Tagesordnung und der Regeln für die Verhandlung hält Bischof Gordy seinen Rechenschaftsbericht. Er geht dabei auf die auch in den USA und auch in den Südstaaten, dem ehemaligen Biblebelt, immer stärker spürbare Säkularisierung der Bevölkerung ein und belegt das mit Statistiken, die in ganz analoger Form auch für Mitteleuropa und Bayern Gültigkeit haben. Dr. Mark Allen Powell vom Trinity Lutheran Seminary hält den ersten Teil seines Vortags über biblische Bilder von Kirche. Er spricht über Kirche als Leib Christi und den grundsätzlichen Gemeinschaftscharakter von Kirche. Nach einem Abendgebet wird die Versammlung aufgehoben und wir werden von Bischof Gordy in die "Southeastern Kitchen" zum Abendessen eingeladen. Anschließend besuchen wir das „Beer and Hymn" Projekt. Diese Veranstaltung findet normalerweise in einer Bar statt. Für die Assembly haben sie die Veranstaltung in einen der Veranstaltungsräume verlegt. Alle Tische sind belegt. Bei einem Bier werden alte und moderne Kirchenlieder gesungen, begleitet von einer mitreißenden Band.

Michael Grabow

Samstag, 6. Juni 2015

Regionalbischof Michael Grabow beim Grußwort auf der Synode der Southeastern Synod. ,© Grabow Birmingham, Alabama, ist der diesjährige Ort der Synodalversammlung der South-Eastern-Synod der ELCA. Etwa 400 Delegierte aus den Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinden der vier US-Bundesstaaten Mississippi, Tennessee, Georgia und Alabama kommen zusammen, um gemeinsam Themen zu diskutieren und ggf. zu entscheiden. Es werden Positionen für zukünftige Versammlungen besetzt, in Workshops miteinander debattiert und Gottesdienst gefeiert. Für uns als „special guests“ ist der Aufenthalt in Birmingham noch aus einem anderen Grund besonders bedeutend. Nur wenige Schritte entfernt vom Tagungsort steht das Jefferson County Jail, in dem Martin Luther King Jr. am 16. April 1963 seinen berühmten Brief aus dem Gefängnis schrieb und damit der Welt die Augen öffnete, dass jegliche Form von Diskriminierung gegen das Evangelium verstößt und von Christen nicht toleriert werden darf.
Wir beginnen den Tag mit dem „Glocal-Breakfast“, denn lokales und globales Denken sind jeweils Ansichtssache. Regionalbischof Grabow gibt einen Überblick über unseren Kirchenkreis und mögliche gemeinsame Herausforderungen unserer beiden Kirchen. Wir besuchen Workshops zur Mitgliedergewinnung, Musik als gelebtes Evangelium und die Möglichkeiten, das Kirchengemeindeleben umweltfreundlicher zu gestalten. Wir hören von den finanziellen Herausforderungen der ELCA-Synode aufgrund schrumpfender Mitgliederzahlen und erleben inspirierende und kraftgebende Bibelstudien mit Dr. Mark Powell.

Die Mittagspause besuchen einige von uns das Civil Rights Museum in Birmingham. Regionalbischof Grabow zeigt den neuen Film über den Kirchenkreis Augsburg-Schwaben.
Beim Abendmahlsgottesdienst zur Halbzeit der Synodalversammlung begeistert Regionalbischof Grabow die Synodalen mit einer Predigt zu Johannes 17 und die liebevolle Zuwendung Jesu Christi zur Welt. Mit einem Grußwort des Regionalbischofs in der Nachmittagsvollversammlung verabschieden wir uns aus zwei Wochen wundervoller, wenngleich auch unterschiedlicher Erfahrungen auf unserer Begegnungsreise durch den Süd-Osten der U.S.A. in der Hoffnung, auch zukünftig unsere gegenseitige Partnerschaft zwischen den beiden Kirchenkreisen zu leben.

Benjamin Lorenz

Sonntag, 7. Juni 2015

Torte Together we did ,© Grabow

Am Morgen nehmen wir noch einmal am Gottesdienst teil. Es ist ein ganz traditioneller Gottesdienst mit großem Einzug der Zelebranten. Bischof Gordy hatte mir vorab mitgeteilt, dass dieser Gottesdienst ganz bewusst an die übliche Liturgie gekoppelt ist, um am Sonntag auch die mitzunehmen, die sich darin wohler fühlen. Gleichzeitig zeigt die Vielsprachigkeit der Lesungen und Texte (englisch, spanisch, Kiswahili), dass die SES auch in dieser traditionellen Liturgie die Multilingualität und Multikulturalität ihrer Mitglieder sehr ernst nimmt und sich bewusst in allen Vollzügen als Teil der weltweiten Kirche und Christenheit wahrnimmt und auch darstellt. Nach dem Gottesdienst verabschieden wir uns mit vielen Umarmungen und sehr emotional von Bischof Gordy, den Freunden und Begleitern aus den Partnerschaftsbegegnungen und von vielen Menschen, mit denen auf der Synodalversammlung ein neuer und oft erstaunlich wiederholter Kontakt ergeben hatte.

Michael Grabow

"Ich habe mich sehr über das hohe Interesse der Southeastern Synod an weltweiten Partnerschaften gefreut", fröhlich berichtete Regionalbischof Michael Grabow nach dieser Reise. "Interessant  an der South Eastern Synod im Biblebelt ist die Verbindung von tiefer persönlicher, oft pietistisch geprägter Frömmigkeit mit einer großen Weltoffenheit und liberalen Grundhaltung", so Grabow.

"Wir leben in unterschiedlichen Strukturen und doch stehen wir als Kirche beide vor ähnlichen Herausforderungen." Der sich immer deutlicher abzeichnende Traditionsabbruch, die zunehmende Säkularisierung, die Zunahme der zu keiner Kirche gehörenden Mitbürger, das Älterwerden der Gemeindemitglieder, fehlende Bindung der Jugendlichen, Migration und Multikulturalität, diese Themen bewegen beide Kirchen.

 

Maren Schubert, Kissing

"Für mich waren die 14 Tage in USA ein ganz besonderes Pfingsterlebnis. Beispielhaft dafür amerikanische, deutsche und kongolesische Kinder, die zusammen einträchtig spielen, ohne jeweils die Sprache der anderen zu sprechen. Und unzählig viele Begegnungen mit lieben Menschen, die wirklich zu Herzen gingen und entsprechend viele Abschiedstränen, verbunden mit der Hoffnung auf ein Wiedersehen 2017 in Deutschland."

Dorothea Gruninger, Königsbrunn

"Mich hat sehr beeindruckt, wie viel Arbeit unsere Partnergemeinden in die Planung gesteckt haben. Sie haben dafür gesorgt, dass wir Dinge zu sehen bekommen, die nicht einmal ein normaler Amerikaner zu sehen bekommt, zum Beispiel den alten Salzburgers-Friedhof. Ganz Besonders war für mich auch, unsere Gastfamilien zu treffen, zu sehen, wo und wie sie leben und so herzlich aufgenommen zu werden.“

Carola Wagner, Mering, Pfarrerin

"Immer mehr amerikanische Gemeinden wollen sich an der Partnerschaft beteiligen und suchen eine deutsche Partnergemeinde. Ich finde das phantastisch."

Andi (12 Jahre), Kissing

"Ich fand toll, dass die Amerikaner mich so herzlich aufgenommen haben. Besonders Joe war sehr lustig und nett. Der Tag am Meer war einfach klasse, besonders die Delphine. Hoffentlich kann ich das nächste Mal wieder mit dabei sein."

Bill Alderfer, Woodstock, Partnerschaftsbeauftragter

"I thank God, the holy spirit – and the planning committee – that they made this joyful experience for us – Germans and Americans together in close friendship, what we will remember forever."

Paulette Alderfer, Woodstock, Georgia

"The partnership is always going stronger."

Morgan Gordy, Pfarrerin, Nashville, Tennessee

"Im gemeinsamen Gottesdienst sind wir, aus verschiedenen Ländern kommend „ein Leib“ geworden. Als ich vor zwei Jahren die Gemeinde in Kissing besuchte, habe ich viel gelernt und in meine Gemeinde Christchurch in Nashville mitgebracht: Die Türen zu öffnen, Nachbarn einzuladen zum Gottesdienst und zu Feiern. So lebt Kirche in der Nachbarschaft und zeigt die Liebe Gottes."

Katherine Tilman, Savannah, Georgia

„Wir haben vor zwei Jahren in Deutschland so viel Gastfreundschaft erfahren. Das wollten wir jetzt gern zurückgeben. In Savannah haben wir als Nachfolger der „Salzburger“ eine historische Beziehung zu Augsburg. Das gibt unserer Freundschaft tiefe Wurzeln.“

Bischof Julian Gordy in einer E-Mail

"This morning Morgan noted that we are already missing our Bavarian friends and are looking forward to seeing you again. Thank you for all you offered to our Assembly."

Die Teilnehmenden tauschten sich über Aktionen und Projekte aus, mit denen neue Wege beschritten werden sollen. "Wir hörten hier von dem realistischen Umgang mit zu klein gewordenen Gemeinden, die auch wieder aufgelöst werden und das parallele Programm der Gründung von Missionsgemeinden in Gebieten, wo es noch keine lutherischen Gemeinden gibt."

"Lutherische Identität ist ein wichtiges Stichwort in einer Minderheitskirche mit 50.000 Gemeindegliedern in 165 Gemeinden", berichtete Grabow. "Wir waren beeindruckt davon, dass in der Southeastern Synod eine bewusst gelebte lutherische Identität gar nicht verstaubt wirken muss, sondern höchst zeitgemäß und attraktiv ist. Wie können wir uns als Lutheraner sehen, nicht nur als Evangelische? Geht das nur auf einer Negativfolie in Abgrenzung zu anderen Kirchen, oder geht es auch in aller selbstverständlichen Eigenständigkeit – und was bedeutet das für die Ökumenische Zusammenarbeit und Annäherung? Diese Fragen haben uns sehr bewegt."

 

Besuch der schwäbischen Delegation bei der Southeastern Synod im Süden der USA

Together we can: Viel Freude am Austausch und an der Begegnung im Süden der USA hatten diese schwäbischen und amerikanischen Christen.

Bild: Grabow

Die strenge lutherische Liturgie wurde von den schwäbischen Reiseteilnehmern als "katholisch" empfunden. Grabow: "Diese Liturgie ist da Ergebnis einer "hochkirchlich geprägten" Liturgischen Erneuerungsbewegung in den 80er-Jahren des letzten Jahrhunderts. Es wird deutlich, dass es bei dieser Form der Liturgie um die Identität einer sich als bewusst lutherisch verstehenden Kirche und Gemeinde in einer in den Südstaaten stark baptistisch und freikirchlich geprägten Landschaft geht." Dabei sei es besonders interessant, so Grabow, dass in vielen Gemeinden zwei bis drei Gottesdienste jeden Sonntag stattfinden, von denen einer "modern" gestaltet ist mit Band und neuen Liedern, aber der strukturell gleichen strengen Liturgie.

Bisher unterhalten vier Kirchengemeinden im Kirchenkreis Schwaben eine Partnerschaft mit Gemeinden der Southeastern Synod. Weitere vier neue Gemeinden haben Interesse an einer Partnerschaft bekundet, darunter auch die "Salzburgers". Diese Beziehungen werden nun gefestigt, der bischöfliche Austausch intensiviert. Und dann ist auch wieder Zeit für ein nächstes Treffen in Deutschland im Jahr 2017. Es steht unter dem Arbeitstitel "Be a Reformer".


15.07.2015 / Andrea Seidel

01.06.2025