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Costa Rica

Ein sicherer Ort für Kinder

Casas Albertas Costa Rica Bild Flyer Martin-Luther-Verein

Die Casas Abierta haben täglich zwölf Stunden geöffnet. Die Kinder, die kommen, sind zwischen zwei und neun Jahre alt. Sie spielen, malen, singen und lernen zusammen.

Bild: Martin-Luther-Verein Bayern

40 Kinder aus armen Familien finden Platz in den Casas Abierta. In diesen Kindertagesstätten sind sie geschützt vor häuslicher Gewalt, sexuellem Missbrauch und Jugendbanden auf den Straßen.

In Costa Rica gibt es zwei Casas Abierta. Casa ist spanisch und bedeutet „Haus“. Abierta heißt „offen“. Eine Casa Abierta ist also ein „offenes Haus“, auch wenn Türen und Fenster mit Gittern versperrt sind, damit es sicher ist. Die beiden Häuser – wir würden vielleicht Kitas dazu sagen - gehören zur Lutherischen Kirche in Costa Rica (ILCO). Das eine offene Haus ist in Alajuelita, das andere in La Carpio – zwei Stadtteile in der Hauptstadt San José, in denen die Menschen in großer Armut leben. 40 Kinder aus armen Familien finden Platz in den Casas Abierta. Ihre Mütter wissen sie dort sicher aufgehoben und können beruhigt zur Arbeit gehen. Und die Kinder kommen gerne, weil es ihnen hier besser geht als zu Hause.

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Saúl (4) freut sich, dass in der Casa Abierta niemand laut mit ihm schimpft. Zuhause erlebt er oft das Gegenteil: „Immer, wenn Papa zu viel Schnaps trinkt, fängt er an zu schreien und schlägt mich mit dem Gürtel.“

Für Joshua (5) ist das Beste das Essen: „Hier esse ich drei Mal am Tag. Es gibt Obst, Reis und Bohnen, Hühnchen und Gemüse. Besonders schön ist es, dass wir gemeinsam am Tisch sitzen. Zuhause gibt es oft nichts Warmes. Meine Mama muss arbeiten. Ihr Freund kocht nicht - obwohl er den ganzen Tag zu Hause ist. Manchmal bekomme ich eine Münze. Dann gehe ich zum Kiosk und kaufe mir eine kleine Tüte Erdnussflips.“

Auch für Mariel (8) ist die Casa Abierta ein guter Ort: „Hier bin ich nicht alleine. Zuhause habe ich Angst. Vor allem vor Männern, wie unser Nachbar. Wenn Mama in der Arbeit war, kam er manchmal in unser Haus. Er hat mich angefasst. Das wollte ich nicht und habe laut geschrien. Die Polizei ist gekommen. Jetzt sitzt der Mann im Gefängnis. Eine Psychologin spricht regelmäßig mit mir. Aber meine Angst ist immer noch da.“

Arme Kirche – Kirche für die Armen

Die Casas Abierta haben täglich zwölf Stunden geöffnet. Die Kinder, die kommen, sind zwischen zwei und neun Jahre alt. Sie spielen, malen, singen und lernen zusammen. Sie bekommen gesundes Essen. Und sie sind geschützt: vor häuslicher Gewalt, sexuellem Missbrauch und Jugendbanden auf den Straßen, die ihnen Drogen andrehen wollen.

Die Lutherische Kirche in Costa Rica (ILCO) ist mit rund 1000 Mitgliedern eine sehr kleine und arme Kirche; trotzdem versucht sie, den Armen in ihrem Land zu helfen. Ihre Arbeit finanziert sie hauptsächlich durch Spenden. Auch die beiden offenen Häuser. Die Mütter leisten ebenfalls ihren Beitrag. Sie zahlen 45 Euro im Monat - für manche bedeutet das ein Viertel ihres Einkommens. Um die Kosten zu decken, reicht es aber nicht. Staatliche Zuschüsse für die Casas Abierta gibt es (noch) nicht. Um sie zu bekommen, müssen Einrichtung und Lernangebote für die Kinder weiter verbessert werden. Das kostet Geld, das die ILCO nicht hat.

Der Martin-Luther-Verein in Bayern hat dieses Projekt für das Jahr 2017 für seine Konfirmandengabe ausgesucht. Mit diesem Engagement will das Diasporawerk der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern mithelfen, dass die Kinder in Costa Rica eine sichere Zukunft finden.


30.01.2017 / Martin-Luther-Verein

01.06.2025