Kirchenvorstandswahl 2018

Ich glaub. Ich wähl.

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    Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm

    Gehen Sie zur Wahl: Am 21. Oktober sind in allen evangelischen Kirchengemeinden in Bayern Wahlen zum Kirchenvorstand.

    Bild: ELKB

    Am 21. Oktober 2018 ist es wieder soweit: Alle wahlberechtigten Jugendlichen, Frauen und Männer sind dazu aufgerufen, mit ihrer Stimme über die Zusammensetzung ihrer Gemeindeleitung zu entscheiden.

    Unter dem Motto „Ich glaub. Ich wähl.“ werden am 21. Oktober 2018 Kirchenvorsteherinnen und Kirchenvorsteher in allen evangelischen Kirchengemeinden Bayerns gewählt. Im September 2018 erhalten 2.069.408 wahlberechtigte Kirchenmitglieder der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern einen Brief mit den Unterlagen ihrer Kirchengemeinde für die Wahl des Kirchenvorstands. Jeder kann frei entscheiden, ob er per Briefwahl wählt oder am Sonntag, 21. Oktober den Stimmzettel direkt im Wahllokal der Kirchengemeinde abgibt.

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    Der bayerische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm ruft alle Evangelischen in Bayern auf, von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen: „Kirche, das sind nicht vor allem die Pfarrer oder Bischöfe. Kirche, das sind wir alle! Und deswegen ist es gut, dass wir auch alle mitbestimmen können, wer uns vertritt. Die Kirchenvorstands-Wahl am 21. Oktober gibt Gelegenheit dazu. Bitte verpassen Sie diese Gelegenheit nicht.“ Wahlberechtigt sind Mitglieder in den Kirchengemeinden ab 16 Jahren, wer konfirmiert ist, kann schon mit 14 Jahren wählen.

    Für die bayerische Synodalpräsidentin Annekathrin Preidel erwartet die neuen Kirchenvorsteherinnen und Kirchenvorsteher „eine reizvolle Aufgabe“. Wer sich bisher „nach Veränderung sehnte“ in der Kirche, habe als Kirchenvorsteher und Kirchenvorsteherin die Chance, etwas zu verändern und mitzuhelfen „dass Menschen die Kirche als Ort erleben, an dem sie die Antwort auf ihre Lebensfragen finden und die Nähe Gottes spüren“.

    In den1537 evangelischen Kirchengemeinden werden insgesamt 11.500 Kirchenvorsteherinnen und Kirchenvorsteher für sechs Jahre neu gewählt. Je nach Gemeindegröße werden durch die Wahl fünf bis neun Mitglieder der Kirchenvorstände bestimmt.

    Wie funktioniert die Briefwahl?

    Erstmals kann in den bayerischen Kirchengemeinden auch per Briefwahl gewählt werden. Bis Ende September erhalten alle Wahlberechtigten die Wahlunterlagen per Post zugeschickt. Das sind: Einladung zur Wahl mit Wahlausweis, Stimmzettel, blauer Wahlumschlag und Rücksendeumschlag. Bei der Briefwahl bitte den ausgefüllten Stimmzettel in den blauen Wahlumschlag stecken, zukleben. Bitte den Wahlausweis von der Wahleinladung abtrennen. Diesen Ausweis und den verschlossenen Wahlumschlag im Rücksendeumschlag zusammenfügen. Diese Wahlunterlagen müssen entweder dem zuständigen Pfarramt bis spätestens einen Tag vor dem allgemeinen Wahltag zugehen, sie werden im Wahllokal oder im Pfarrbüro gesammelt. Natürlich kann der Stimmzettel auch innerhalb der Wahlzeit am 21. Oktober dem zuständigen Wahlausschuss im Wahlraum übergeben werden.

    Bitte beachten Sie: Die Briefwahlunterlagen, die ohne Wahlausweis abgegeben werden und somit keinem beziehungsweise keiner Wahlberechtigten zugeordnet werden können, sind nichtig. Sie dürfen nicht in die Wahlurne gelangen und werden ungesehen vernichtet. Bitte deshalb immer den verschlossenen Stimmzettel UND den Wahlausweis in den Rücksendeumschlag stecken! Abgeben oder zurücksenden nicht vergessen.

     

    Was macht ein Kirchenvorstand?

    Beweg was! - Collage

    Dann klicken Sie sich durch unser „Beweg was!“ Sie werden erstaunt sein, wie vielfältig die Arbeit des Kirchenvorstands ist. Vielleicht macht es Ihnen ja Lust, sich zum Kandidaten oder zur Kandidatin aufstellen zu lassen.

    Bild: ©iStock: ToscaWhi, tehcheesiong, Tolga TEZCAN, DMEPhotography, DNY59, Davidscar, Murat Deniz, FredFroese

    Was macht ein Kirchenvorstand? Wer darf wählen? Wie läuft die Wahl ab? Ute Baumann befragte Pfarrer Martin Simon vom Amt für Gemeindedienst in Nürnberg zur Arbeit des Kirchenvorstands und zur Wahlvorbereitung.

    Baumann: Was macht ein Kirchenvorstand?

    Simon: Der Kirchenvorstand ist eine evangelische Spezialität: In ihm beraten und entscheiden gewählte Gemeindemitglieder gemeinsam mit dem Pfarrer oder der Pfarrerin auf Augenhöhe. Es geht um die Leitung der Kirchengemeinde - und das ist ein weites Feld. Es geht um Gebäude und Finanzen, Mitverantwortung beim Gottesdienst und dem Angebot der Gemeinde, das Personal, z.B. im Kindergarten, um die Auswahl eines Pfarrers/einer Pfarrerin, und um die geistliche Gesamtverantwortung.

    Baumann: Warum lohnt es sich zu kandidieren?

    Simon: Wenn das Herz für ein bestimmtes Arbeitsfeld schlägt, wie den Chor, die Kinder- und Jugendarbeit, den Besuchsdienst, die Eine-Welt-Arbeit oder für das "Große Ganze" der Kirchengemeinde, dann kann ich im Kirchenvorstand mit beraten, entscheiden, arbeiten und für die großen Ziele und Visionen einer christlichen Gemeinde Verantwortung übernehmen. Dabei lerne ich auch für mich selber eine Menge dazu.

    Baumann: Reicht es, wenn ich mich als Kandidat für einen Aspekt zum Beispiel Jugendarbeit oder Kirchenmusik interessiere, oder muss ich mich in allen Bereichen auskennen?

    Simon: Ein bestimmter Schwerpunkt ist völlig in Ordnung. Nur sollte die Verantwortung für das Ganze im Vordergrund stehen. Da hilft ein weiter Blick.

     

    Frau mit Herz - Kirchenvorstand 2018 Kandidaten-Check

    Im Herbst wird in allen 1.538 Gemeinden der Kirchenvorstand neu gewählt. Wer hier antritt, gestaltet Kirche vor Ort entscheidend mit. Wäre ein solches Amt das Richtige für Sie? Der Kandidaten-Check zeigt es.

    Bild: Alexandra Iakovleva, iStock

    Baumann: Gibt es eine Altersgrenze nach oben für Kandidaten?

    Simon: Tatsächlich gibt es eine Landeskirche, die versucht hat , ein Höchstalter festzulegen. Davon halte ich wenig. Die Mischung macht ́s: Es braucht die erfahrenen Ehrenamtlichen genauso wie Menschen mit frischen Ideen. Und wer sagt denn, dass Ältere nicht auch unkonventionell und innovativ sein können?

    Baumann: Wann werden die Kandidaten vorgestellt und wie erfahre ich davon?

    Simon: Ende Juni 2018 steht die Kandidatenliste in vielen Kirchengemeinden fest. Die heiße Phase der Wahlwerbung beginnt dann im September: Der Wahlvorschlag wird am Ort im Gemeindebrief, in der Tagespresse, mit Aushängen, im Gottesdienst  oder durch eigene Events und Vorstellungsveranstaltungen bekannt gemacht. Auch nutzen die Gemeinden ihre Internet- und Facebookauftritte, um die Kandidaten vorzustellen.

    Zur Person

    Kirchenvorstandswahl 2018 Logo mit Datum, Bild: © ELKB

    Alle Infos zur Kirchenvorstandswahl

    Alles zur Kirchenvorstandswahl am 21.Oktober 2018 und zur Kirchenvorstandsarbeit auf der Webseite Kirchenvorstandsarbeit in Bayern.

    Baumann: Wer darf eigentlich wählen?

    Simon: Jedes Gemeindeglied ab 14 Jahren, wenn er bzw. sie konfirmiert ist. Sonst ab 16 Jahren. Das Wahlalter ist auf 14 festgelegt, weil unsere Jugendlichen mit der Konfirmation alle Rechte und Pflichten bekommen. Und zu den Rechten gehört eben auch das demokratische Recht zu wählen. Wählbar ist man ab 18 Jahren, eine Berufung ist bereits ab 16 Jahren möglich.

    Baumann: Und wie wird gewählt?

    Simon: Die Wahl 2018 wird als allgemeine Briefwahl durchgeführt, das heißt , alle Wahlberechtigten erhalten bis Ende September 2018 per Post ihre Wahlunterlagen und können damit per Briefwahl oder am 21. Oktober 2018 im Wahllokal vor Ort ihre Stimmen abgeben.


    18.09.2018 / ELKB