In der Arbeitswelt

Arbeit und Wirtschaft ein Maß geben

Arbeiter legt Platten

Arbeit bedeutet für alle sehr viel, aber nicht dasselbe. Menschen verdienen ihren Lebensunterhalt unterschiedlich schwer.

Bild: Feulner

„Arbeit ist das halbe Leben,“ besagt ein Sprichwort. Und in der Tat dreht sich sehr Vieles in unserem Leben um die Arbeit. Der Kirchliche Dienst in der Arbeitswelt unterstützt, begleitet und berät.

Probleme aus der Arbeit werden zuhause am Küchentisch besprochen, Berufstätigkeit und Familienzeit müssen immer wieder neu aufeinander abgestimmt werden, die Höhe des Einkommens oder die berufliche Qualifikation haben weitreichende Folgen für das gesamte Leben. Und ein Mensch, der seine Arbeit gar verloren hat oder keine neue Stelle finden kann, gerät schnell in existenzielle Not und/oder gesellschaftliche Ausgrenzung.

Als Kirche ist es uns wichtig, dass wir am Ort der Arbeit da sind für die Menschen mit all ihren Fragen und Herausforderungen. Dies ist insbesondere der Auftrag des Kirchlichen Dienstes in der Arbeitswelt (kda). Wir machen Bildungsangebote rund um Arbeit und Beruf, begleiten Menschen in betrieblichen Alltags- und Krisenzeiten und schaffen Freiräume zum geistlichen Auftanken – gerne auch für Sie.

Zitat

Arbeit gehört zum Menschsein dazu. Arbeit bedeutet für alle sehr viel, aber nicht dasselbe. Menschen verdienen ihren Lebensunterhalt unterschiedlich schwer. Wenn in den Medien vom Wirtschaftsfaktor Arbeit die Rede ist, dann sehen wir beim kda die Menschen.

Johannes Rehm, Leiter Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt (kda)

Menschen geben der Arbeit ein Gesicht

Arbeit hat Hand und Fuß. Menschen geben der Arbeit ein Gesicht. Sie legen in der Art ihrer Berufsausübung ihre Persönlichkeit hinein, ihre Erfahrung und, wenn alles gut geht, auch ihre Leidenschaft. Aber Arbeit kann auch Mühe und Plage sein. Arbeit verbraucht Zeit und verschleißt Kräfte. Und manche Arbeit ist ein Knochenjob. Keinem Arbeitsleben scheint die Erfahrung von der Vergeblichkeit von Arbeit erspart zu bleiben. Niemand weiß im Vorhinein, wie lange er den Anforderungen des Arbeitslebens standhalten kann. Und irgendwann muss dann auch einmal Ruhe sein von der Arbeit.

Daueraufgabe „gute Arbeit“

Als kda Bayern ist es uns eine Herzensangelegenheit, dass Menschen gut arbeiten können. Arbeitsverhältnisse sind wechselseitige Abhängigkeitsverhältnisse in mehrerlei Hinsicht. Sie sind dann gut, wenn niemand ausgenutzt wird.

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Die Welt der Arbeit ist unvermeidlich eine Welt der - auch harten - lnteressengegensätze. Das war schon in biblischen Zeiten so. Ordentliche Arbeitsbedingungen mussten vielfach von Anfang an erstritten und immer wieder auch erstreikt werden. Die Bibel bezeugt einen Gott, der bei Arbeitskonflikten auf der Seite der Schwachen steht: „Ich habe das Elend meines Volkes in Ägypten sehr wohl bemerkt. Ich habe gehört, wie sie vor ihren Peinigern aufschreien. Ich kenne ihre Schmerzen.“ (2. Mose 3, 7)

Bei unseren Betriebsbesuchen spüren wir die Wechselwirkung, dass Menschen die Arbeit prägen, die sie tun, und dass umgekehrt die Arbeit die Menschen prägt. Alle wünschen sich eine richtig gute Arbeit, was häufig und immer wieder die Freiheit und die Möglichkeit beinhaltet, für andere und mit anderen zu arbeiten. Mit dieser Einstellung wird Arbeit zum Dienst.

Glaube trägt auch am Ort der Arbeit

Wie hilft Menschen in der Arbeitswelt der Glaube? Es ist beeindruckend, wenn jemand seinem Glauben Ausdruck verleiht, dass er sich von Gott an einen bestimmten Ort gesetzt und mit einer bestimmten Aufgabe betraut fühlt. Immer wieder wird von Erfahrungen berichtet, dass sich unser Arbeitsleben im biblischen Wort auf überraschende Weise spiegelt. Martin Luther sprach sogar von der Arbeit als Beruf, da wir berufen sind, in unserem Arbeitsalltag unserem Nächsten mit unseren Gaben zu dienen.

Projekt start-ab! Gut beraten in der Arbeitswelt

Logo kda Projekt Start ab!,© Kircghlicher Dienst in der Arbeitswelt

Bild: Kircghlicher Dienst in der Arbeitswelt

Der kda Bayern wendet sich allen Menschen in der Arbeitswelt zu und möchte sie unterstützen, sich einander in guter und gerechter Arbeit zu begegnen. Mit dem Projekt start-ab! Gut beraten in der Arbeitswelt gilt diese Zuwendung insbesondere Menschen die nach Deutschland geflohen sind und sich hier in die Arbeitswelt integrieren. Diesen Prozess begleiten wir durch Beratung und Seelsorge für die „working refugees“, aber auch für ihre Helfer*innen und Betriebe. Dabei arbeiten wir klienten- und netzwerkorientiert. Die Individualität der Menschen und ihrer Situation sind für uns Auftrag zur größtmöglichen Flexibilität.

Imformationen zum Projekt start-ab!

Menschen im Betrieb

Schweißer bei der Arbeit,© Feulner

Bild: Feulner

Die Betriebsarbeit findet bei den Menschen am Ort ihrer Arbeit statt und ist Grundlage für die Arbeit des kda als Facheinrichtung der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern für Arbeit, Wirtschaft und Soziales. Geleistet wir die Betriebsarbeit von Sozialsekretärinnen und Sozialsekretären, wissenschaftlichen Referentinnen und Referenten sowie Theologen und Diakoninnen und Diakonen.

Weitere Informationen zur Betriebsarbeit

1 + 1 – Mit Arbeitslosen teilen

Landesbischof beim Jubiläum der Aktion 1+1 2014 in Nürnberg.,© Feulner

Bild: Feulner

"1+1 - Mit Arbeitslosen teilen" wurde im Herbst 1993 durch die bayerische Landessynode auf den Weg gebracht. Ziel war unter anderem mit dieser Aktion „ein Zeichen für neue Beschäftigung zu setzen und gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen.“ Seitdem werden Spenden erbracht von Einzel- und Dauerspendenden, Gemeinden und Vereinen, durch Feste und Aktionen. Diese Spenden werden durch die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern verdoppelt und nahezu vollständig für die Schaffung von Arbeitsplätzen für langzeitarbeitslose Menschen und von Ausbildungsplätzen für Jugendliche mit Vermittlungshemmnissen eingesetzt.

Informationen zur Aktion 1+1

 

Allianz für den freien Sonntag

Aushöhlung des Sonntagsschutzes durch Ladenöffnung am Sonntag,© Feulner

Bild: Feulner

Der Sonntag wird von Christen als Tag der Auferstehung Jesu gefeiert. Zugleich ist der Sonntag der erste Tag der Woche. Bereits im 4. Jahrhundert nach Christus hat sich die Feier des Sonntags durchgesetzt. Zwar ist die Sonntagsruhe gesetzlich geschützt, doch ist er als arbeitsfreier Tag zunehmend gefährdet - wie hier in der Nürnberger City.

Infos zum Sonntagsschutz

 

Kirchlicher Dienst im Gastgewerbe

Kursangebot-für-zukünftige-Ausbilderinnen-und-Ausbilder-im-Hotel--und-Gastgewerbe,© Feulner

Bild: Feulner

Der Kirchliche Dienst im Gastgewerbe kümmert sich um Menschen, die in der Hotellerie und Gastronomie arbeiten. In der Gastronomie gelten eigene Arbeitszeitregelungen. Wenn andere feiern, müssen Menschen im Gastgewerbe arbeiten - vom gesellschaftlichen und kirchlichen Leben sind sie deshalb oft ausgeschlossen. Der kirchliche Dienst bietet Seelsorge und Begleitung für alle, die im Hotel- und Gastgewerbe tätig sind.

Weitere Infos zum Kirchlichen Dienst im Gastgewerbe

Kirche und Handwerk

Landesbischof backt mit Konfis Brote,© Feulner

Bild: Feulner

Verbindungen zwischen den Organisationen des Handwerks und der Kirche werden in Arbeitskreisen, Tagungen, Studienfahrten sowie bei Festveranstaltungen geschaffen. Die Mitarbeitenden veranstalten regelmäßig Handwerkergottesdienste und Andachten, nehmen Einweihungen vor und leisten Seelsorge, Beratung und Begleitung vor Ort. Bekannt ist auch die „Gott-sei-Dank-Aktion“ des Bayerischen Bäckerhandwerks rund um Erntedank.

Weitere Informationen zu Kirche + Handwerk

 

Bestimmte Glaubenserfahrungen, von denen die Bibel berichtet, können anscheinend auch in der modernen Arbeitswelt gemacht werden. Ora et labora – bete und arbeite. Diese mittelalterliche Mönchsregel wird nicht nur in Klöstern praktiziert, sondern auch von Arbeitnehmer*innen für hilfreich gehalten. Ungefragt berichten viele Arbeitnehmende, dass sie vor Beginn ihrer Arbeit oder nach Abschluss ihres Arbeitstags für die Menschen beten, mit denen sie zusammenarbeiten. Sie scheinen damit gute Erfahrungen zu machen.

Auch als kda Bayern feiern wir Andachten oder Gottesdienste an den unterschiedlichen Orten der Arbeit oder zum Thema Arbeit und erleben: unser christlicher Glaube trägt – auch im Arbeitsleben.

Buchempfehlung

Cover des Buches Johannes Rehm (Autor), Annekathrin Preidel (Vorwort), Wolfgang Noack (Fotograf): Arbeitswege

Johannes Rehm (Autor), Annekathrin Preidel (Vorwort), Wolfgang Noack (Fotograf)

Arbeitswege

Der Fotograf Wolfgang Noack und der Pfarrer Johannes Rehm, Leiter des Kirchlichen Diensts in der Arbeits­welt, machen sich auf den Weg zu Menschen an ihrem Arbeitsplatz. In Bildern und Texten porträtieren sie zwölf Menschen bei der Ausübung ih­res Berufs.

ISBN 3872145509

Bestellinformation:

Erlanger Verlag für Mission und Ökumene (10. September 2014), 116 Seiten, kartoniert, 15 Euro – Be­stellung unter www.kda-bayern.de oder telefonisch bei Vera Altmann unter (0911) 43 100-222


27.06.2019 / kda