Was heißt Nachhaltigkeit?
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Ökologische und soziale Verantwortung
Partner in der Evang.-Luth. Kirche in Bayern
Mit Nachhaltigkeit wird das englische Wort „sustainability“ übersetzt. „Nachhaltigkeit“ bedeutet im Deutschen „auf längere Zeit anhaltend und wirkend“. Gerade in Bayern wissen wir, dass „nachhaltig“ auch nichts anderes als „stur“ bedeuten kann. Das englische Wort „sustain“ bezeichnet hingegen das „am Leben erhalten.“ Darum geht es: Mit der Erde so umgehen, dass die Menschheit lebensfähig bleibt oder – mit den Worten des Brundlandt-Reports (UN, 1987) -, dass wir künftigen Generationen nicht die Möglichkeit nehmen, ihre eigenen Bedürfnisse zu erfüllen. Geldanlagen müssen gute Erträge bringen, sie müssen aber auch in ökologischer und sozial-kultureller Hinsicht zur Zukunftsfähigkeit beitragen.
Ökologische und soziale Verantwortung
Eine gesunde Umwelt ist Grundbedingung für menschliches Leben sowie für dauerhaft erfolgreiches Wirtschaften. Gerade die Industrienationen tragen aber die Verantwortung für eine Wirtschaftsweise, deren ökologische Schäden unübersehbar geworden sind. Eine umweltverträgliche Ökonomie muss deshalb auf die Herausforderungen des Klimawandels antworten und die Lebensgrundlagen zukünftiger Generationen sichern.
In das Nachhaltige Wirtschaften fließen zudem soziale Kriterien ein, wie ein achtsamer Umgang mit den Mitarbeitenden oder die Transparenz eines Unternehmens. Gerade als Kirche sind wir global vernetzt und treten ein für wirksame Schritte gegen weltweite Armut.
Nachhaltiges Wirtschaften berücksichtigt somit Umweltgesichtspunkte gleichberechtigt mit ökonomischen und sozialen Kriterien. Nur im nachhaltigen Wirtschaften sehen wir ein zukunftsfähiges Modell: Wir müssen unseren Kindern und Enkeln ein intaktes ökologisches, soziales und ökonomisches Gefüge hinterlassen.
Diese Verantwortung deckt sich mit den tiefsten Werten unseres Glaubens, der Menschen zum Frieden, zur Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung ermutigt und befähigt.
Unter ökonomischen Gesichtspunkten sind wir als Kirche auf einen dauerhaften Wertzuwachs unserer Vermögensanlage angewiesen, um verantwortungsvoll unsere Verpflichtungen als Kirche für die Menschen unserer Zeit, als Arbeitgeber wie auch als Erbe von unschätzbaren Kirchenbauten und Kulturgütern zu finanzieren. Wir legen aber Wert darauf, unser Geld nur in solche Firmen zu investieren, die rücksichtsvoll mit den Ressourcen der Schöpfung umgehen, sozial verträglich agieren und einen achtsamen Umgang mit den Mitarbeitenden pflegen. So investieren wir in Unternehmen, deren Unternehmensziele mit christlichen Grundsätzen vereinbar sind. Hiervon sind ausdrücklich Unternehmen ausgeschlossen, die mit embryonalen Stammzellen, Pornographie, Waffen- und Rüstungsgütern sowie Tabak wirtschaften. Gemäß dieser Investitionsstrategie wurde im Jahr 2003 ein Publikums-Fonds, der INIK-Fonds aufgelegt.
Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern setzt durch das „Projekt Nachhaltigkeit“ ihre Investitionsentscheidungen aktiv für einen positiven Einfluss auf Nachhaltigkeit und Corporate Governance ein. Als Kirche suchen und führen wir den Dialog mit Vertretern aus Wissenschaft, Unternehmen, Banken und NGOs, um die ökologischen und sozialen Anliegen aus christlicher Sicht zu stärken.
Partner in der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern
Neben dem „Projekt Nachhaltigkeit“, welches sich auf die Vermögensanlage und Pensionskasse der Landeskirche konzentriert, gibt es weitere kompetente Ansprechpartner in der Landeskirche zum Thema Nachhaltigkeit:
- Der Umweltbeauftragte und die ehrenamtlichen Umweltbeauftragten in den 1540 Kirchengemeinden entwickeln angesichts des stattfindenden Klimawandels zahlreiche Maßnahmen und Projekte in allen kirchlichen Einrichtungen in Bayern.
- Im Referat für Ökumene, Partnerschaften, Mission und Entwicklungsdienst und dem Zentrum Mission EineWelt wird über Weltverantwortung, gerechte Formen der Globalisierung sowie weltweite Armutsbekämpfung gearbeitet.
- Das kirchliche Institut TTN Technik-Theologie-Naturwissenschaften (TTN), das der Ludwig-Maximilians-Universität München angegliedert ist, hat große Kompetenz in der Technologiefolgenabschätzung erworben.
- Die Akademie Tutzing führt auf ihren wirtschaftsethischen Veranstaltungen Fachleute und Entscheidungsträger aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Kirche zusammen.


