"Stiften gehen" oder: Wann macht Geld glücklich?
Immer mehr Menschen gehen unserer heutigen Gesellschaft stiften! Dies mag beklagenswert sein, wenn man darunter ein "Sich-aus-der-Verantwortung-stehlen" in gesellschaftspolitischen und sozialen Belangen versteht.
Sieht man diese Entwicklung aber unter der Fragestellung, wann Geld glücklich macht, ist es eine äußerst begrüßenswerte Erscheinung.
Nach über 50 Jahren des Friedens in unserem Land und nach harten, aber wirtschaftlich erfolgreichen Aufbaujahren blicken viele auf ein beachtliches Lebenswerk und die Früchte ihrer Arbeit.
Mit steigendem Wohlstand verlieren Konsum- und Luxusgüter immer mehr ihr berauschend-beglückendes Moment, sind sie doch allgemein verfügbar. Damit büßen sie in einer sich immer stärker individualisierenden Gesellschaft ihre statussymbolische und gruppenspezifische Kraft ein. Nicht jedermann sucht und findet sein Glück auf dem Rücken edler Pferde, an Bord einer Yacht auf dem Mittelmeer oder hinter dem Steuer eines Luxus- oder Sportwagens.
Die Frage "Wann macht Geld glücklich?" wird daher heute immer häufiger dadurch beantwortet, dass Menschen "stiften gehen".
Dieses neu erwachende Interesse an Stiftungen hat gerade in der Kirche eine besonders lange und segensreiche Geschichte. Eine Wanderausstellung (siehe Auswahl rechts) zeigt dies über einen Zeitraum von nahezu zwölfhundert Jahren auf. Dabei trifft man auf eine erstaunliche Vielfalt Jahrhunderte alter und hochmoderner Stiftungszwecke. Mehr als 20 Stiftungen sind dafür beredtes Beispiel.


