„VivaVoce – Du bist da“
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Staatsempfang anlässlich des Geburtstages der bayerischen Landeskirche
„Das Engagement in Gesellschaft und Politik gehört zum evangelischen Christ sein“, betonte Landesbischof Dr. Johannes Friedrich bei einem Staatsempfang, zu dem der Bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer anlässlich des Jubiläums „200(0) Jahre Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern“ am 27. April 2009 in die Münchner Residenz eingeladen hatte. Vertreterinnen und Vertreter aus Kirche, Politik, Wirtschaft und Kultur waren die Gäste des Ministerpräsidenten.
In bunter Vielfalt brächten sich evangelische Christen in die Gesellschaft und in die Politik ein, so der Landesbischof in seiner Ansprache. Für sie sei die Gesellschaft nicht das gottlose Gegenstück zur Kirche, sondern ein Bereich Gottes neben der Kirche. Allerdings entschieden evangelische Christen nicht nach dem, was die Kirche sage, sondern nach politischer Vernunft und in freier Gewissensentscheidung, erklärte der Landesbischof.
Evangelische gebe es in Bayern nicht erst seit 200 Jahren, räumte Friedrich mit einem Missverständnis auf. Bereits 1525 habe sich die Freie Reichsstadt Nürnberg der lutherischen Reformation angeschlossen, weitere Reichsstädte und Markgrafschaften seien ihr gefolgt. Alle diese Territorien bildeten eigene Landeskirchen. Ein vor 200 Jahren erlassenes königliches Edikt schließlich schloss die evangelischen Einzelgemeinden und Territorien zu einer bayerischen Landeskirche zusammen.
In 200 Jahren sei zwischen evangelischer Kirche und Staat viel gegenseitiges Vertrauen gewachsen, betonte Friedrich. Er wünsche allen, dass auf dieser Basis auch künftig ein gelungener Weg zum Wohle des Freistaats Bayerns gefunden werde. Evangelische Christinnen und Christen würden sich dazu einbringen.
„Es ist nicht nur ein Geburtstag, den wir heute feiern“, betonte Ministerpräsident Horst Seehofer in seiner Ansprache. „Wir feiern heute ein Stück bayerischer Kulturgeschichte, ein Stück christlicher Glaubensgeschichte, … ein Stück jüngerer Menschheitsgeschichte.“ Nicht das Ende des Gegensatzes zwischen Protestanten und Katholiken in Bayern werde bei dem Jubiläum begangen. Was stattdessen gefeiert werde, sei „die Saat der offiziellen Gleichberechtigung der Konfessionen, die da ausgesät wurde, das sind die ersten Wurzeln einer guten Nachbarschaft von Protestanten und Katholike“.
Die bayerische Landeskirche bezeichnete er als eine „moderne Landeskirche, die mit vollen Kräften anschiebt im Dienste der guten Sache. Die die ökumenische Gemeinschaft und das Gemeinsame sucht. Die sich mit Gleichgesinnten einsetzt für das, was uns allen wichtig sein muss: die Würde des Menschen, seine Freiheit, sein Glauben, seine Selbstbestimmung – Werte also, die unser Zusammenleben ausmachen.“
Die Broschüre „200(0) Jahre Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern“ basiert auf einer in den beiden Sonntagblättern erschienen Reihe, die bezeichnende Ereignisse der bayerischen evangelischen Kirchengeschichte erzählt. Darüber hinaus finden sich Artikel rund um die Veranstaltungen und Aktionen im Jubiläumsjahr darin.
Die Broschüre, die beim Evangelischen Presseverband erschienen ist, können Sie per E-Mail bestellen unter: poep@elkb.de.



