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Lebenslauf von Landesbischof Dr. Johannes Friedrich

Johannes Friedrich wurde am 20. Juni 1948 in Gadderbaum, Kreis Bielefeld, als Sohn des Neutestamentlers Prof. Dr. Gerhard Friedrich und seiner Frau Ruth Friedrich geboren. Seine Schulzeit verbrachte er in Erlangen, wo er 1967 am Gymnasium Fridericianum das Abitur absolvierte. Evangelische Theologie studierte er an den Universitäten Erlangen und Tübingen. Von 1972 bis 1976 war Friedrich Assistent des Tübinger Lehrstuhlinhabers für Neues Testament, Prof. Dr. Peter Stuhlmacher, bei dem er mit der Dissertation "Gott im Bruder?" über Matthäus-Evangelium Kapitel 25, Verse 31 - 46 "magna cum laude" promovierte.

Nach dem Lehrvikariat in der Nürnberger St. Leonhardgemeinde und der Theologischen Anstellungsprüfung wurde Friedrich am 13. November 1977 zum geistlichen Amt ordiniert. In Nürnberg sammelte er erste Berufserfahrungen - zunächst als Pfarramtskandidat an St. Leonhard, ab 1979 als Gemeindepfarrer an St. Egidien und zugleich als Studentenpfarrer.

Von 1985 bis 1991 leitete Friedrich als Propst die Evangelische Gemeinde deutscher Sprache zu Jerusalem. Stark prägte ihn die Herausforderung, an einem Ort mit 36 anderen christlichen Konfessionen Ökumene zu gestalten und im Dialog mit christlichen und muslimischen Palästinensern und jüdischen Israelis die gemeinsamen Wurzeln wie auch die Unterschiede der Religionen zu thematisieren.

1991 kehrte Friedrich nach Nürnberg zurück und übernahm das Amt des Stadtdekans für den fast 200.000 Lutheraner zählenden Dekanatsbezirk. Unter anderem engagierte er sich hier für das kirchliche Entwicklungsprogramm "Evangelisch in Nürnberg" und für den Zusammenhang von theologisch-kirchlichem Selbstverständnis und kirchlicher Organisation.

Kirchenleitende Verantwortung übernahm Friedrich ab 1996 als Mitglied der Landessynode und des Landessynodalausschusses sowie als Vorsitzender des synodalen Grundfragenausschusses. Er wirkte an zahlreichen Entscheidungen der Synode maßgeblich mit, so etwa bei der Zustimmung zur lutherisch-katholischen "Gemeinsamen Erklärung zur Rechtfertigungslehre" oder beim Schwerpunktthema "Christen und Juden", zu dem die Landessynode im Herbst 1998 eine vielbeachtete Erklärung verabschiedete.

Am 24. April 1999 wurde Friedrich im fünften Wahlgang mit 57 von 105 Stimmen von der Landessynode zum Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern gewählt. Als geistliches Oberhaupt von rund 2,7 Millionen Lutheranern im Freistaat war Friedrich der fünfte Landesbischof in Bayern. Vor ihm standen die Landesbischöfe Hans Meiser (1933-1955), Hermann Dietzfelbinger (1955-1975), Johannes Hanselmann (1975-1994) und Hermann von Loewenich (1994-1999) an der Spitze der Landeskirche.

Das Bischofsamt trat Johannes Friedrich am 1. November 1999 an. Gemeinsam mit Landessynode, Landessynodalausschuss und Landeskirchenrat bestimmte er den Kurs der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern. Als wichtige Schwerpunkte seiner Tätigkeit betrachtete er sein Eintreten für "evangelische Spiritualität in neuen wie in traditionellen Formen", für "ein geschwisterliches Miteinander von Haupt- und Ehrenamtlichen", für "theologisch reflektierte Reformen und Professionalität" und für "ökumenische Weite und Kooperation". Wesentlicher Auftrag der evangelischen Kirche sei es, "auszustrahlen, dass das Evangelium von der Liebe Gottes konkrete Hilfe zum Leben ist", so Friedrich. Nach zwölfjähriger Amtszeit wurde Johannes Friedrich im Oktober 2011 von seinem Amt als Landesbischof entpflichtet.

Von 2000 bis 2005 war Friedrich Catholica-Beauftragter der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD). Von Oktober 2005 bis Oktober 2011 war Friedrich Leitender Bischof der VELKD. In Personalunion mit diesem Amt war er auch Vorsitzender des Deutschen Nationalkomitees des Lutherischen Weltbundes (DNK/LWB). Seit 2003 gehörte Friedrich dem Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) an.

Im Februar 2012 tritt Johannes Friedrich die Pfarrstelle im mittelfränkischen Bertholdsdorf (Dekanat Windsbach) an.

Folgende Ämter wird er weiterhin - auch nach seiner Amtszeit als Landesbischof - ausüben:

- Vorsitzender der Deutschen Bibelgesellschaft
- Vorsitzender des Bayerischen Zentralbibelvereins
- Mitglied im Vorstand der Weltweiten Bibelgesellschaft:  Global Board of the United Bible Societies
- Mitglied im Rat der EKD
- Gast in der Kirchenkonferenz der EKD
- Nahostbeauftragter des EKD-Rats
- Vorsitzender der drei Kuratorien Evang. Jerusalemstiftung, Kaiserin-Auguste-Viktoria-Stiftung, Deutsches Evang. Institut für Altertumswissenschaften des Heiligen Landes
- Vorsitzender der Evangelischen Mittelostkommission
- Vorsitzender des Fördervereins für das Bündnis für Toleranz
- Vorsitzender des Fördervereins der Evangelischen Hochschule Nürnberg
- Vorsitzender des Kuratoriums und Mitglied im Vorstand des Evangelischen Studienwerks Villigst
- Vorsitzender des Hochschulbeirates der EKD
- Mitglied des Stiftungsrates der Kriegsblindenstiftung
- Mitglied des Kuratoriums der Wildland-Stiftung Bayern

Dr. Johannes Friedrich ist seit 1970 mit Dorothea Friedrich, geb. Holoubek verheiratet, die als Seminarlehrerin am Wittelsbacher-Gymnasium in München tätig war. Die Friedrichs haben zwei erwachsene Töchter, Lena und Anna.

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern