Das Sammeln von Spenden ist so alt wie die Kirche
Werke der Nächstenliebe – das war für die ersten christlichen Gemeinden vielerorts die Sorge um Kranke, Witwen und Waisenkinder. Mit Nahrungsmitteln und Geldspenden wurde den Armen geholfen. Da es keine sozialen Sicherungssysteme gab, bedeutete der Verlust des Ernährers den raschen wirtschaftlichen Absturz einer Familie – oftmals bis in die Sklaverei.
Der Bischof: ein Bankier
Überlieferte Dokumente aus der altkirchlichen Zeit sehen den Bischof in der Funktion eines Geldverwalters. Seine diakonische Qualität wurde auch daran gemessen, wie zuverlässig er im Sinne Jesu Christi das Vermögen der Gemeinde verwaltete. Wohlhabende Gemeindemitglieder gaben ihm das Geld, damit er es an arme, notleidende Menschen weitergeben konnte. Geberinnen und Geber sammelten auf diese Weise "Schätze im Himmel". Es war selbstverständlich, dass die Gemeinde Vermögen besaß, um damit Gutes zu tun.
Gute Werke – eine Lust
Dieses Selbstbewusstsein bekam im Zuge der mittelalterlichen Armutsbewegung einen Knacks. Schließlich war es Martin Luther, der den Umgang mit Geld in seiner Kirche scharf kritisierte. Er verwarf die zu seiner Zeit vorherrschende Auffassung, dass Almosen einen Einfluss darauf nehmen könnten, wie viele Jahre die Verstorbenen für ihre Sünden im „Fegefeuer“ zu verbringen hätten (Kritik am so genannten Ablasshandel). Darüber hinaus vertrat Luther die Auffassung, dass der Mensch allein durch Gottes Gnade gerecht würde.
Gute Werke könnten daran nichts ändern oder verbessern, sie seien vielmehr die Folge davon, dass Gottes Gnade die Menschen gerecht mache: „So auch ein Christenmensch, der in dieser Zuversicht zu Gott lebt, weiß alle Dinge, vermag alle Dinge, greift in allen Dingen kühn an, was zu tun ist, und tut alles fröhlich und frei, nicht um viele gute Verdienste und Werke zu sammeln, sondern weil es ihm eine Lust ist, Gott damit wohlzugefallen und dient Gott lauter und uneigennützig: Es ist ihm genug, dass es Gott gefällt.“ (Von den guten Werken, 1520, zitiert nach: Martin Luther. Ausgewählte Schriften, hrg.v. K. Bornkamm und G. Ebeling, S. 46).
Die Sammlungen der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern im Überblick:
- Sammlung Weltmission im Januar
- Frühjahrssammlung Diakonie
- Sammlung Aktion Fastenopfer in der Passionszeit
- Sammlung Jugendarbeit im Juni
- Sammlung Mecklenburg im Juli
- Herbstsammlung Diakonie
- Sammlung Brot für die Welt (Beginn am 1. Advent)


