Kirchliche Finanzen stabil
In der kontroversen Auseinandersetzung um das kirchliche Arbeitsrecht verteidigte der Landesbischof den "Dritten Weg" der Kirche nachdrücklich. Das Arbeitsrecht sehe "feste Mechanismen" für die Beteiligung der Mitarbeiter vor, die denen der paritätischen Mitbestimmung ähnelten, sagte Bedford-Strohm in seinem ersten Bericht vor den 108 Synodalen. In dem kirchlichen Arbeitsrecht, das ohne Streik und Aussperrung auf einen Konsens angelegt ist, sei auch die Beteiligung der Mitarbeitenden festgeschrieben.
Bei dem sogenannten "Dritten Weg" regelt eine gemeinsame Kommission von kirchlichen Dienstgebern und Mitarbeiterschaft arbeits- und tarifrechtliche Fragen. Die Gewerkschaft ver.di fordert seit längerem, dass die Kirche statt des "Dritten Weges" die üblichen Tarifregelungen übernimmt.
Plädoyer für andere Gottesdienstzeiten
Einen persönlichen Schwerpunkt seiner Amtszeit will Bedford-Strohm auf eine zeitgemäße und attraktive Ausgestaltung der Gottesdienste legen. Die Veränderungen in der Gesellschaft müssten sich auch in den Gottesdiensten widerspiegeln. Die Menschen wollten sich nicht mehr an feste Termine binden, sondern ihre Lebensrhythmen möglichst selbst bestimmen. Deshalb sollte es neben den Gottesdiensten am Sonntagmorgen noch andere Gottesdienstzeiten geben.
Die Ökumene sieht Bedford-Strohm, der sein Amt als Landesbischof am 1. November angetreten hat, in "keiner schlechten Verfassung". Vor allem in praktischen Fragen habe sich viel getan. Die Tabuisierung von konfessionsverschiedenen Ehen wirke heute wie eine "Geschichte aus einer fremden Welt". In der Ökumene sollte nicht nur über den Papst gesprochen werden, denn der Katholizismus umfasse auch Verbände, die universitäre Theologie und vor allem die Gemeinden.
"Kirche in der Freizeitwelt" inhaltlicher Schwerpunkt
Zum Thema "Kirche in der Freizeitwelt", einem inhaltlichen Schwerpunkt der Synodaltagung, sagte die Synodalpräsidentin Dorothea Deneke-Stoll, dass kirchliche Angebote Räume schaffen könnten für "Erfahrungen jenseits des Alltagstrotts, für die Begegnung mit Gott, mit anderen Menschen und mit sich selbst". In den vielfältigen Freizeitangeboten der Kirche lägen "missionarische Chancen". Jährlich besuchten rund 170.000 Urlaubsgäste eine Veranstaltung der bayerischen evangelischen Landeskirche. Zudem gebe es 800 Gottesdienste unter freiem Himmel.
Quelle: epd


