Haushalt 2008
Einnahmen im Haushalt 2008 (in Mio. Euro)
| 1. | Laufende Kirchensteuereinnahmen | 494,8 |
| 2. | Vermögensverwaltung und Deutsche Rentenversicherung | 85,6 |
| 3. | Vertragsleistungen | 76,3 |
| 4. | Sonstige Einnahmen | 28,1 |
| 5. | Einmalige Einnahmen | |
| a) periodenfremde, zwischenkirchliche Abrechnungen | ||
| b) Entnahme Rücklage Personalverpflichtung | 13,1 | |
| c) Entnahme Investitionsrücklage | 26,9 | |
| d) Rücklagenentnahme Immobilien | ||
| Kirchengemeinden und Dekanatsbezirke | 13,5 | |
| e) Motivation für wirtschaftliches und sparsames Handeln | - | |
| f) Sonstiges | 22,3 | |
| Gesamtsumme Einnahmen | 760,6 | |
Ausgaben (in Mio. Euro)
Ausgaben nach Handlungsfeldern (durch Anklicken der einzelnen Punkte erhalten Sie Informationen zu den jeweiligen Handlungsfeldern)
| Gemeindepfarrdienst, Diakoninnen/Diakone vor Ort | 221,0 | |
| Spiritualität, Gottesdienst, Verkündigung, Kirchenmusik | 15,3 | |
| Gemeindeaufbau- und Gemeindeentwicklung | 153,5 | |
| Erziehung, Bildung und Unterricht | 66,3 | |
| Seelsorge und Beratung | 2,6 | |
| Themen- und zielgruppenbezogene gesellschaftliche Dienste | 6,3 | |
| Ökumene, Mission, Entwicklungsdienst und Partnerschaft | 49,1 | |
| Diakonisches Handeln | 31,0 | |
| Presse, Öffentlichkeitsarbeit und Medien | 4,6 | |
| Aus-, Fort- und Weiterbildung | 16,8 | |
| Handlungsfeldsteuerung, Personal- und Finanzverwaltung | 32,7 | |
| Sonstiges | 15,9 | |
| Zwischensumme Ausgaben nach Handlungsfeldern | 615,1 | |
| Ausgaben für Kirchensteuerzuordnung und -verwaltung | ||
| 1. | Kirchensteuer Verrechnungsverfahren (gesamt) | 29,9 |
| 2. | Kirchensteuerämter | 7,1 |
| 3. | Kirchenlohnsteuerverwaltung | 8,3 |
| 4. | Seelsorge in der Bundeswehr, Evang. Reformierte Kirche | 5,0 |
| Zwischensumme Ausgaben für Kirchensteuerzuordnung und -verwaltung | 50,3 | |
| Ausgaben für die Verwaltung des allgem. Finanzvermögens | 13,4 | |
| Ausgaben für Investitionsschwerpunkte | ||
| Vorsorge für die Zukunft | - | |
| Rücklage für Personalverpflichtungen | 19,7 | |
| Immobilieninvestitionen Landeskirche | 26,8 | |
| Investitionsobjekte Immobilien Kirchengemeiden und Dekanatsbezirke | 30,0 | |
| Schwankungsrücklage für Kirchengemeinden | 5,3 | |
| Motivation für wirtschaftliches und sparsames Handeln (Vorträge) | - | |
| Zwischensumme Ausgaben für Investitionsschwerpunkte | 81,8 | |
| Gesamtsumme Ausgaben | 760,6 | |
Bevor mit der Arbeit begonnen werden kann, braucht es eine qualifizierte Ausbildung. Während diese Berufsausbildung bei Theologinnen und Theologen sowohl an staatlichen Universitäten als auch der eigenen Hochschule angeboten wird, konzentriert sich die Ausbildung der Diakoninnen und Diakone auf die Ausbildungsstätte in Rummelsberg. Die Ausbildung anderer Berufsgruppen findet i.d.R. durch das allgemeine Ausbildungsangebot in der Bundesrepublik statt.
Ein paar Eckdaten:
Für das Jahr 2008 werden an der Augustana-Hochschule 210 Studierende der Theologie erwartet, im Jahr 2004 waren es noch 155. Im Predigerseminar werden Vikarinnen und Vikare in der zweiten Phase der Pfarrersausbildung fit für den Beruf gemacht. Im Jahr 2007 rechnet man mit 678 Teilnehmenden.
Die Evangelische Fachhochschule Nürnberg hat Ihr Angebot im Rahmen des Bologna-Prozesses abgerundet. Sie bietet zum Wintersemester folgende Studiengänge an:
- Bachelor Soziale Arbeit
- Bachelor Sozialwirt
- Bachelor Pflegemanagement
- Bachelor Pflegepädagogik
- Bachelor Heilpädagogik
- Diplom Religionspaädagogik
und Kirchliche Bildungsarbeit - Master Adult Education
- Master Social Management
Hier werden im Jahr 2008 insgesamt 861 Studierende erwartet. Im Jahr 2003 waren es noch 822.
Gemeindepfarrdienst, Diakoninnen und Diakone vor Ort
In der bayerischen Landeskirche können rund 2,6 Millionen evangelische Christen in 1541 Kirchengemeinden bzw. 68 Dekanatsbezirken ihren Glauben leben, Gottesdienste feiern, Seelsorge erfahren und Gemeinschaft erleben.
Waren Ende 2006 noch 1624 Pfarrerinnen und Pfarrer in den Gemeinden tätig, so sollen es zum 31.12.2008 rund 1.647 sein. Gemeinsam mit 180 Diakoninnen und Diakonen im Gemeinde- und Jugendbereich soll die Basis kirchlicher Flächenarbeit gewährleistet werden.
Spiritualität, Gottesdienst, Verkündigung und Kirchenmusik
Übers Jahr werden in der ELKB rund 120.000 Gottesdienste gefeiert. Nach der aktuellen Statistik wurden im Jahr 2006 23.707 Menschen getauft, fanden 28.530 Konfirmationen statt und ließen sich 6.335 Paare kirchlich trauen. Rund 30.000 Menschen wurden auf Ihrem letzten Weg begleitet.
Rund 2.400 Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusiker begleiten diese Arbeit. An der eigenen Hochschule für Kirchenmusik besteht eine Vielzahl von Kirchenmusikalischen Ausbildungsmöglichkeiten. Zu den musikalischen Highlights, die die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern zu bieten hat, zählt sicherlich der Windsbacher Knabenchor. Allein schon zahlenmäßig beeindruckend ist die Posaunenarbeit: So gehören dem Verband evangelischer Posaunenchöre in Bayern e.V. derzeit 896 Posaunenchöre mit rd. 18.000 Bläserinnen und Bläsern an.
Für die Aus-, Fort- und Weiterbildung von ehren-, neben- und hauptamtlichen Gottesdienstmitarbeitern wird das Gottesdienstinstitut im kommenden Jahr 40 Seminare anbieten. Hierzu werden 850 Teilnehmer erwartet. Darüber hinaus werden im Wege von Publikationen Arbeitsmaterialien an die Hand gegeben. Lesegottesdienst, Gottesdienstmodelle und Impulsmaterialien werden veröffentlicht.
Auch dem „Geistlichen Zentrum Schwanberg“ kommt offenbar eine zunehmende Bedeutung zu. Wurden dort im Jahr 2004 noch rd. 25.000 Übernachtungen gezählt, werden für das Jahr 2008 rund 31.500 erwartet. In der Evangelischen Tagungsstätte Wildbad Rothenburg o.d.T. konnten im Jahr 2006 rund 500 Seminare mit 14.867 Teilnehmern stattfinden.
Gemeindeaufbau und Gemeindeentwicklung
Die ca. 19.900 Gemeindekreise mit rd. 282.000 Teilnehmenden sprechen für ein intensives Gemeindeleben.
Das kirchliche Leben und die Arbeit in 1.978 Kirchen und Kapellen, 1.245 Gemeindehäusern, 1.071 Kindertagesstätten, 253 Diakonie- und Sozialstationen, 32 Sozialpsychiatrischen Diensten, 76 Seniorenwohnheimen und 24 Behindertenwerkstätten muss koordiniert und organisiert werden. Hierzu stehen sowohl auf Kirchengemeindeebene als auch auf Dekanats- und landeskirchlicher Ebene haupt-, neben- und ehrenamtliche Mitarbeitende zur Verfügung. Für Veränderungsprozesse von Kirchengemeinden und Dekanatsbezirken bietet die Gemeindeakademie Rummelsberg ihre Begleitung an.
Ohne die Jugend geht nichts … Der CVJM Landesverband zählte im Jahr 2006 rund 10.981 Mitglieder, die Belegung der Tagungsstätten weist eine steigende Tendenz auf. Für das Jahr 2008 hat sich der CVJM Nürnberg als Ziel gesetzt, „mehr kirchenferne Nürnberger als bisher zu erreichen“. Ebenfalls für das Jahr 2008 rechnet das Studienzentrum Josefstal mit 13.400 Teilnehmertagen. Für Familien bietet das FrauenWerk Stein e.V. in seinen Bildungsstätten Nürnberg und München im kommenden Jahr 850 Veranstaltungen an.
Erziehung, Bildung und UnterrichtIn diesem Bereich liegt der Schwerpunkt auf dem Religionsunterricht. Neben Pfarrerinnen und Pfarrern sind insgesamt 1.116 Religionspädagogen und Religionspädagoginnen, Katecheten und Katechetinnen im Dienst der bayerischen Landeskirche für den Religionsunterricht eingesetzt.
Das Religionspädagogische Zentrum in Heilsbronn bereitet die Lehrkräfte auf den Religionsunterricht vor und begleitet diese. Die gymnasialpädagogische Materialstelle unterstützt die Religionslehrer und -lehrerinnen an Gymnasien durch wertvolle Arbeitshilfen.
In evangelischer Trägerschaft befinden sich ca. 130 schulische Einrichtungen mit etwa 3.000 Mitarbeitenden. Sie erziehen, bilden und unterrichten etwa 22.000 Kinder, Jugendliche und Erwachsene in einem „christlichen Aufmerksamkeitshorizont“.
Die Arbeitsgemeinschaft für Evangelische Erwachsenenbildung in Bayern bot im Jahr 2006 in 37.545 Veranstaltungen an.
Seelsorge und BeratungIn Bayern gibt es 15 evangelische Gehörlosengemeinden mit ca. 2.600 gehörlosen Mitgliedern. Im Jahr 2008 soll im Raum Ansbach/Feuchtwangen die Neugründung einer Gemeinde erfolgen.
In diesem Jahr begeht die Blinden- und Sehbehindertenseelsorge in der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern ihr 50 jähriges Bestehen. Im Bereich der Landeskirche gibt es ca. 3.800 Blinde, 1.700 an der Grenze der Erblindung und ca. 11.800 Sehbehinderte. Die Tendenz ist aufgrund demografischer Entwicklung steigend. Rund 66% der blinden Menschen sind über 65 Jahre alt. Im Jahr 2006 fanden 76 überregionale und regionale Veranstaltungen statt.
Darüber hinaus gibt es für unterschiedliche Lebenslagen oder Berufsgruppen Seelsorgebereiche wie z.B. Polizeiseelsorge, Seelsorge in der Bundeswehr, Straffälligen- und Strafentlassenenseelsorge, Schwerhörigenseelsorge, Seelsorge in Rettungsdienst und Feuerwehr, Briefseelsorge und Krankenhausseelsorge.
Themen- und zielgruppenbezogene gesellschaftliche DiensteDer Beauftragte für Naturwissenschaft und Technik berät und informiert Einrichtungen der Landeskirche und Kirchenleitende Organe zu Fragen aus dem Bereichen Bioethik (z.B. Medizin, Agrarwesen) und Wirtschaftsethik, die mit naturwissenschaftlich-technischer Entwicklung verbunden sind. Im Jahr 2008 sind 30 Vorträge und Beratungen geplant.
Nach aktueller Schätzung studieren derzeit etwa 70.000 evangelisch Getaufte in Bayern. An den Hochschulen selbst gibt es ca. 20.000 evangelische Mitarbeitende.
Allein an diesen Zahlen zeigt sich, wie wichtig die Evangelischen Hochschulgemeinden sind.
Das Evangelische Bildungs- und Tagungszentrum Bad Alexandersbad konnte sich über die in diesem Jahr gegründete und bei ihr angesiedelte Projektstelle gegen Rechtsextremismus, zu deren Träger auch die Stadt Wunsiedel und das „Bayerische Bündnis für Toleranz – Demokratie und Menschenwürde schützen“ gehören, weiter profilieren. Der Kirchliche Dienst in der Arbeitswelt nennt unter seinen Zielen für 2007/2008 die Ringvorlesung an der Universität Erlangen – Nürnberg „Menschenrecht auf Arbeit? Perspektiven evangelischer Sozialethik“ und Weiterentwicklung des Projektes „Pfarrer/innen in der Wirtschaft“.
Ökumene, Mission, Entwicklungsdienst und PartnerschaftDie Landessynode 2006 in Rummelsberg hat die Neufassung des Kirchengesetzes über Ökumene, Mission, Entwicklungsdienst und Partnerschaft und damit eine neue Arbeitsstruktur in diesem Handlungsfeld verabschiedet. Wesentlicher Bestandteil der Neuordnung ist die Schaffung von Mission EineWelt, dem Centrum für Partnerschaft, Entwicklung und Mission der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern. Das Centrum hat zum 1. Januar 2007 in dieser neuen Struktur seine Arbeit aufgenommen und vereinigt die bisherigen Arbeitsbereiche Missionswerk, Beauftragter für den Kirchlichen Entwicklungsdienst (KED) und Lateinamerikabeauftragter.
Im Jahr 2010 wird der Ökumenische Kirchentag in München stattfinden. Die Vorbereitungen hierzu sind haben auf bundesweiter und regionaler Ebene begonnen.
Diakonisches HandelnNeben den großen eigenständigen Diakonischen Einrichtungen Augustinum Gruppe, Neuendettelsau und Rummelsberg können vor allem kleinere diakonische Träger (rd. 1.300) auf das Diakonische Werk Bayern als Verbandsberatungsstelle zurückgreifen.
Die Diakonische Arbeit in Bayern beschäftigt rund 60.000 Mitarbeitende auf 43.402 Vollzeitstellen. Deren Arbeit konzentriert sich schwerpunktmäßig auf folgende Bereiche:
- Offene Altenhilfe
- Ambulante Pflegerische Dienste
- Altenpflege (Teilstationär und stationär)
- Anti-Gewalt-Arbeit
- Arbeitslosigkeit
- Beratungsstellen
- Gefährdetenhilfe
- Hilfen für Menschen mit Behinderung
- Hospizdienste
- Krankenhäuser
- Kur- und Erholungshilfe
- Migration
- Sozialpsychiatrie
In Art. 41 der Kirchenverfassung der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern ist die Zusammenarbeit der einzelnen kirchenleitenden Organe geregelt. „Landessynode, Landessynodalausschuss, Landesbischof bzw. Landesbischöfin und Landeskirchenrat leiten die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern in arbeitsteiliger Gemeinschaft und gegenseitiger Verantwortung. Die kirchenleitenden Organe sind dafür verantwortlich, dass die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern in Lehre und Leben, Verkündigung und Seelsorge, Ordnung und Verwaltung ihre Aufgabe erfüllt und ihre Einheit und Freiheit wahrt“. Über die Arbeit der Kirchenleitung wird kontinuierlich berichtet, u.a. über „Synode aktuell“ und auf den Internetseiten der Landeskirche unter http://www.bayern-evangelisch.de/.
Zur Führung der laufenden Geschäfte steht dem Landeskirchenrat das Landeskirchenamt zu Verfügung. Dort werden die oben beschriebenen Handlungsfelder koordiniert und Querschnittsfunktionen wie die Verwaltung von theologischem Personal als auch die Finanzverwaltung wahrgenommen.
Um bereits eingegangene personelle Rechtsverpflichtungen in Form von Pensions-oder Anstellungszusagen auch zuverlässig bezahlen zu können, ist teilweise die Refinanzierung über den Kapitalmarkt organisiert. Dabei wurde bereits seit dem Jahr 2003 die „Nachhaltigkeit“ als fester Bestandteil neben Risiko und Rendite in das Zielsystem aufgenommen. Zum Themenkreis „Nachhaltige Investments“ ist im kommenden Jahr eine Veranstaltung geplant.
Um die Kirchensteuer zu erheben, kooperiert die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern mit dem Freistaat Bayern bezüglich der Erhebung von Einkünften aus unselbständiger Arbeit und wird hierfür im kommenden Jahr 8,3 Millionen Euro bezahlen. Die Abwicklung von Steuerrückvergütungen und die Erhebung von Kirchensteuern auf andere Einkunftsarten werden von eigenen Kirchensteuerämtern bewerkstelligt. Diese Verwaltungsleistung schlägt mit 5,8 Millionen Euro zu Buche.
Presse, Öffentlichkeitsarbeit und MedienDas in München herausgegebene „Sonntagsblatt. Evangelische Wochenzeitung für Bayern“ und das in Rothenburg herausgegebene „Evangelische Sonntagsblatt aus Bayern“ berichten jeweils wöchentliche über das, was in der Kirche läuft – mit Schwerpunkt Bayern, aber natürlich auch darüber hinaus. Von der EKD verantwortet, erscheint das evangelische Monatsmagazin „Chrismon“. Es wird in Bayern als Beileger der Süddeutschen Zeitung verteilt.
Zum Beispiel sind in den Hörfunk-Programmen des Bayerischen Rundfunks für das Jahr 2008 rund 270 evangelische Sendungen geplant. Im Bayerischen Fernsehen werden im Jahr 2008 darüber hinaus 13 evangelische Gottesdienste übertragen.


