Ein frommer Brückenbauer - Zum 60. Geburtstag von Landesbischof Dr. Johannes Friedrich
Am 20. Juni 2008 wurde Landesbischof Dr. Johannes Friedrich 60 Jahre alt. 400 geladene Gäste waren am Samstagnachmittag zu einem „Fest der Kirche“ in die Münchner Allerheiligen-Hofkirche gekommen, um Landesbischof Dr. Johannes Friedrich anlässlich seines Geburtstags zu feiern.
Die guten gegenseitigen Beziehungen von Kirchen und bayerischer Staatsregierung haben führende Vertreter beider Seiten in ihren Grußworten beim Geburtstagsempfang hervorgehoben. Ministerpräsident Dr. Günther Beckstein (CSU) würdigte dabei Friedrichs Engagement für gesellschaftliche und soziale Belange. In keinem anderen Bundesland gebe es eine derartige „enge, vertrauensvolle Zusammenarbeit von Kirchen und Staat“. Davon profitierten auch die Bürger, betonte Beckstein.
So habe Friedrich etwa bei der Wertevermittlung, beim Schutz von Sonn- und Feiertagen, beim Thema Integration oder auch bei strittigen Fragen stets den konstruktiven Dialog gepflegt, um gemeinsam mit der Politik tragfähige Lösungen zu finden. Den Landesbischof nannte Beckstein einen glaubwürdigen, authentischen Vermittler der christlichen Botschaft. Er habe mit dazu beigetragen, die „christlichen Wurzeln in Bayern zu stärken“.
Das Grußwort von Ministerpräsident Dr. Günther Beckstein im Wortlaut finden Sie HIER.
Die Ständige Vertreterin des Bischofs, die Münchner Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler, hob das Wirken Friedrichs im Dialog zwischen Christen und Juden hervor. Ebenso habe er die Aufarbeitung kirchlicher Vergangenheit während der NS-Zeit vorangetrieben. Sein Anliegen sei es gewesen, „die Jahre des Naziterrors und die Rolle der Kirche kritisch zu reflektieren“.
Die Laudatio von Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler im Wortlaut finden Sie HIER.
Die Präsidentin der Landessynode, Dr. Dorothea Deneke-Stoll überbrachte die Glückwünsche „vieler Tausend ehrenamtlich engagierter Menschen in unseren Gemeinden und Einrichtungen“. Sie danke Friedrich, dass er synodales und bischöfliches Amt nicht als „Konkurrenz, sondern als sinnvolle Ergänzung“ verstehe. Das „gute und vertrauensvolle Miteinander innerhalb der gesamten Kirchenleitung“ sei darum zu einem wesentlichen Teil auch sein Verdienst.
Das Grußwort von Synodalpräsidentin Dr. Dorothea Deneke-Stoll im Wortlaut können Sie HIER nachlesen.
Die Verdienste des Landesbischofs um die Verständigung zwischen den Konfessionen in ökumenischen Fragen sowie im Dialog zwischen Christen, Juden und Muslimen würdigten der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischof Dr. Wolfgang Huber, und der Münchner Erzbischof Dr. Reinhard Marx. Huber hob Friedrichs Leidenschaft für die ökumenische Gemeinschaft hervor.
Mit seiner großen Standfestigkeit im Glauben suche er die Verbindungswege zwischen den Kirchen und Religionen. Der bayerische Landesbischof, der auch Leitender Bischof des Kirchenbundes Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands (VELKD) ist, sei immer darum bemüht, „die Lebendigkeit der lutherischen Tradition für die christliche Existenz im 21. Jahrhundert zu bezeugen“, so Huber.
Lesen Sie HIER das Grußwort des Ratsvorsitzenden der EKD Dr. Wolfgang Huber im Wortlaut.
Friedrichs Engagement für eine Partnerschaft zwischen den beiden Kirchen unterstrich Erzbischof Dr. Reinhard Marx. Den Landesbischof zeichne die Bereitschaft aus, in der Ökumene die Brückenpfeiler der Verständigung zu erhalten. Trotz aller Probleme zwischen den Konfessionen bezeuge Friedrich immer wieder die positiven Ansätze im Miteinander und vermittle daraus Schwung für den weiteren gemeinsamen Weg. Er setze sich „leidenschaftlich und mutig“ für ein ökumenisches Miteinander ein. Ein wichtiges, gemeinsames Zeichen der Christen zum Gemeinwohl werde vom Ökumenischen Kirchentag 2010 in München ausgehen, ist Marx überzeugt.
Auch Münchens Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) dankte Friedrich für dessen Wirken in Kirche und Gesellschaft. Er nannte den Bischof einen Brückenbauer zwischen Christen, Juden und Muslime, der sich um das Münchner Klima der Toleranz und Weltoffenheit verdient gemacht habe.
Das Grußwort von Oberbürgermeister Christian Ude im Wortlaut können Sie HIER lesen.
Landesbischof Friedrich wurde in Ostwestfalen geboren und steht seit 1999 an der Spitze der rund 2,6 Millionen bayerischen Protestanten. Vor seiner Wahl zum Landesbischof im Jahr 1999 war er mehrere Jahre Gemeindepfarrer und Studentenpfarrer in Nürnberg. Von 1985 bis 1991 wirkte der promovierte Theologe als evangelischer Propst in Jerusalem an einer politisch brisanten Schnittstelle zwischen Religionen und Kulturen. Nach einigen Jahren als Nürnberger Stadtdekan wurde Friedrich von der Landessynode als Nachfolger von Hermann von Loewenich in das Bischofsamt gewählt. Seine zwölfjährige Amtszeit als Bischof endet 2011.



