„Den handelnden Glauben stärken“ - Wettbewerb

Auf Initiative der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern und des Diakonischen Werkes Bayern wurde der Wettbewerb „Den handelnden Glauben stärken“ ausgeschrieben.

Gesucht waren originelle gemeinde-diakonische Projekte, in denen auf Ebene von Gemeinde und Dekanat Diakonie besonders intensiv gelebt und praktiziert wird. Dabei waren den Teilnehmern bestimmte Auflagen gemacht worden, die sicherstellten, dass die teilnehmenden Projekte ihren Ort im Alltag der Gemeinde haben und ein regelmäßiger Austausch mit der institutionellen Diakonie vor Ort besteht. Ansonsten waren der Umsetzung keine Grenzen gesetzt: alle Fachbereiche und auch ökumenische Projekte waren willkommen.

Der mit 4.500 Euro dotierte Preis dient der Förderung der Diakonie in den Gemeinden. Die Preisverleihung fand am 28. März 2006 statt.

Die Gewinner des Diakonie-Wettbewerbs sind:


Die Diakonische Gemeinde der Gemeinde Marquartstein
Verleihung des Preises für gemeindeorientierte ProjekteBereits seit 1991 gibt es in der Kirchengemeinde Marquartstein im Dekanat Traunstein den „Freundeskreis Diakonie“, der es sich zur Aufgabe gemacht hat „allen hilfs- und unterstützungsbedürftigen Personen und Familien, Kranken, Schwachen und alten Menschen zu helfen“. Der Freundeskreis ist kein Verein, sondern eine Gruppe diakonisch handelnder Menschen, d.h. sie bringen warmes Essen ins Haus, erledigen Einkäufe, helfen beim Schriftverkehr oder sie sind einfach nur für die Menschen da, bestimmte Dinge nicht mehr allein oder gar nicht mehr machen können. Derzeitig engagieren sich ca. 20 Personen ehrenamtlich im „Freundeskreis Diakonie“ und betreuen rund 60 Menschen in der Region. Zwei Zivildienstleistende und ein Diakon sind die einzigen hauptamtlichen Mitarbeiter der Gruppe. Lange Zeit ist in Marquartstein die Gründung einer Diakoniestation diskutiert worden. Von dem Vorschlag nahm der Kreis schließlich doch Abstand. Die Gründung der „Stiftung Diakonie im Achental“ im Jahre 2003 sicherte langfristig die Finanzierung der diakonischen Arbeit. Das neuste Projekt „Die Achental-Tafel“ versorgt seit 2004 etwa 90 Personen mit kostenlosen Lebensmitteln. 35 Personen kümmern sich in diesem Bereich um einen reibungslosen Ablauf. Aus dem Glauben heraus handeln die Menschen des „Freundeskreises Diakonie“. Das ist von der Jury mit dem Preis für gemeindeorientierte Projekte honoriert worden. Diakonin Regina Reymann nahm zusammen mit einem kleinen Kreis von Ehrenamtlichen den Preis entgegen, der vom Landesbischof Dr. Johannes Friedrich als Sonderpreis eingesetzt worden ist. Er ist mit einem Geldpreis in Höhe von 500 Euro dotiert.

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Die Gemeinwesenarbeit in Coburg West der Evangelischen Jugend Coburg
Verleihung des Preises für stadtteilorientierte Projekte Der Stadtteil „Demo“ (Demonstra- tionsvorhaben) in Coburg hat sich über viele Jahre hinweg zu einem Brennpunkt der Stadt entwickelt: hier, wo viele Sozialwohnungen und kaum Infrastruktur vorhanden sind, leben überwiegend Aussiedler, die weder eine Arbeit noch eine Perspektive haben. Kombiniert mit Drogen- und Alkoholproblemen ist die Beschaffungskriminalität bei Jugendlichen über Jahre sehr hoch gewesen und hat zu starken Spannungen in „Demo“ geführt. Zusammen mit der Stadt Coburg hat die Evangelische Jugend Coburg das Problem angepackt und ein Jugendintegrationsprojekt gestartet. Später wurde mit der finanziellen Unterstützung des Bundesministeriums des Inneren die Integration von Spätaussiedlern weiterverfolgt. Durch die Zusammenarbeit mit der Kirchengemeinde Markus II in Coburg und weiteren Initiativen und Projekten ist es bis heute gelungen die Kriminalität in „Demo“ gen Null (so die Aussage der örtlichen Polizei) zu fahren. Zunehmend engagieren sich arbeitslose Jugendliche ehrenamtlich in der Kirchengemeinde. Eltern und Familien wenden sich bei Problemen an die hauptamtlichen Mitarbeiter. Die Bewohner des Stadtteils lernen Verantwortung für ihr Wohngebiet wahrzunehmen. Das soziale Engagement der Evangelischen Jugend Coburg wird deshalb von der Jury des Diakonie-Wettbewerbes mit dem Preis für stadtteilorientierte Projekte ausgezeichnet.

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„1484“- generationenübergreifende Konfirmanden- und Seniorenarbeit
Verleihung des Preises für ein besonders innovative ProjektEin gemeinsames Projekt haben die Kirchengemeinde „St. Andreas“ und das Seniorenheim der Diakonie, das „Paul-Gerhard-Haus“ in Selb auf die Beine gestellt. Es bringt Konfirmanden und Senioren zusammen und fördert damit gegenseitige Wahrnehmung und Verständnis. Die Kirchengemeinde „St. Andreas“ in Selb hat ca. 60 Konfirmandinnen und Konfirmanden. Als vor einigen Jahren der Verkauf eines gemeindeeigenen Hauses notwendig war, kam man auf die Idee, den Konfirmandenunterricht in das Paul-Gerhard-Haus der Diakonie zu legen. Dies ermöglicht den Jugendlichen, den Alltag im Heim zu erleben und viele unterschiedliche Menschen kennen zu lernen. Zusätzlich zum Konfirmandenunterricht, der mit einer Andacht in der Hauskapelle beginnt und zum Schluss die Teilnahme am Wochengottesdienst der Senioren ermöglicht, fanden Veranstaltungen zusammen mit den Hausbewohnern statt. So lernten sich Konfirmanden und Bewohner kennen und tauschten sich aus. 2006 ist sogar eine Ausstellung erarbeitet worden, die die Konfirmation „Damals und heute“ zeigt. Den Abschluss eines Projektjahrgangs bildet die Konfirmation, an der auch die Senioren teilnehmen können. Dass die Jugendlichen auf diese Art mit diakonischem Handeln vertraut gemacht werden, war für die Jury der Preis für besonders innovative Projekte wert.

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„Stephanuslauf“ – Laufen für barrierefreien Zugang zum Gemeindehaus
Verleihungs des „Sonderpreises für die beste Öffentlichkeitsarbeit“Ein einmaliges Projekt hatte die Kirchengemeinde der Stephanuskirche in Unterasbach-Kreutles gestartet. Anlässlich des 40jährigen Jubiläums der Gemeinde im September letzten Jahres sollte das Gemeindehaus behindertengerecht ausgebaut werden. Das Geld für die Umbaumaßnahmen wurde mit einem Benefizlauf, dem Stephanuslauf am 24. September zusammengetragen. Eine ortsansässige Bank war als Hauptsponsor gewonnen worden, aber auch Privatpersonen sagten ihre finanzielle Unterstützung zu. Mit jeder gelaufenen, gegangenen oder gewalkten Runde von 400 Metern trugen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zur Finanzierung des Umbaus bei, denn die Sponsoren spendeten für jede Runde einen gewissen Betrag. Insgesamt sind schließlich etwa 5200 Runden von 600 alten und jungen Menschen zusammengekommen. Das Projekt „Stephanuslauf“ ist wegen der großen Solidarität der Gemeindemitglieder zum Erfolg geworden. Es erhält den „Sonderpreis für die beste Öffentlichkeitsarbeit“, der vom Landesbischof Dr. Johannes Friedrich gestiftet wurde. Der Preis des Diakonie-Wettbewerbes bereitet der Kirchengemeinde einen krönenden Abschluss des Projektes. Anwesend bei der Preisverleihung war auch Frau Distler, die mit ihren 86 Jahren als älteste Teilnehmerin auch zwei Runden für das Gemeindehaus gelaufen ist

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Preise wurden in drei Kategorien vergeben:

1.   Innovative Projekte
Das Gewinnerprojekt dieses Preises zeichnet sich durch seine Einmaligkeit und Neuheit in Bayern aus. Es hat damit das Potential, für andere Gemeinden als Beispiel zu dienen.

2.   Gemeindeorientierte Projekte
Das Gewinnerprojekt richtet sich an die Mitglieder der jeweiligen Kirchengemeinde und ist somit diakonisches Handeln der Gemeinde für die Gemeinde.

3.   Stadtteilorientierte Projekte
Das Gewinnerprojekt kommt aus der Gemeinde und richtet sich an alle Bürgerinnen und Bürger des Ortes oder des Stadtteils.

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