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Die Spendenpraxis orientiert sich an der Bibel

"Amen"

„So sei es“ oder „so ist es“ - so kann das hebräische „Amen“ annähernd zutreffend übersetzt werden. Oder auch „stimmt so“: Stimmt so für mich, ich stimme zu, so stimmt es. Das kleine Wörtchen „Amen“ am Ende unserer Gebete will noch mal einen Strich ziehen unter das Gesagte und zusammenfassend die persönliche Zustimmung in Gänze ausdrücken. 
 

„Liebt einander wie ich euch geliebt habe“

Mit dem Liebesgebot bereitet Jesus seine Jünger auf die Zeit nach der Trennung von ihm vor: „Ein neues Gebot gebe ich euch, dass ihr euch untereinander liebt, wie ich euch geliebt habe, damit auch ihr einander liebhabt“ (Johannesevangelium 13,34). Die Jünger sollen dem guten Vorbild folgen, aus den guten Erfahrungen schöpfen und sie sich gegenseitig weitergeben. 
 

Quis dives salvetur? – Der reiche Jüngling

Ikonenbildnis von Klemens von AlexandrienWelcher Reiche kann gerettet werden? Diese Frage stellt Klemens von Alexandrien um das Jahr 200 n.Chr. in seiner Predigt zur Begegnung Jesu mit dem reichen Jüngling (Markusevangelium 10). Jener Jüngling hörte auf die Frage, was er tun müsse, um das ewige Leben zu ererben, von Jesus zunächst den Verweis auf die Gebote Gottes. Diese habe er eingehalten, entgegegnete der reiche Mann. Daraufhin Jesus: „Eines fehlt dir. Geh hin, verkaufe alles, was du hast, und gib’s den Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel haben, und komm und folge mir nach.“ Da ging der reiche Jüngling traurig davon; denn er hatte viele Güter.

Klemens von Alexandrien betont, es ginge um die innere Distanz gegenüber den Reichtümern dieser Erde. Auch der Wohlhabende könne in den Himmel gelangen – allein die innere Einstellung dem Reichtum gegenüber sei entscheidend vor Gott. Dem Reichen, der sein Privatvermögen gut investiert – gut im Sinne der Gottes- und Nächstenliebe –, stünde der Himmel durchaus offen.  

Paulus sammelte Spenden für Jerusalem

Mit Geld haben Menschen schon Werke der Nächstenliebe unternommen, bevor es die christliche Kirche gab. Aber das Christentum hat dieser Tätgikeit eine besondere Aufmerksamkeit gewidmet. In der Bibel ist bereits in den ältesten neutestamentlichen Texten die Rede davon. Paulus zog durch die Welt des östlichen Mittelmeerraumes und sammelte Geld für die Gemeinde in Jerusalem (Römerbrief 15 und 2.Korinterbrief 8). Auch wenn er selbst nicht vor Ort war, sammelten die Gemeinden regelmäßig Woche für Woche weiter. Verwaltet wurden die Spendengelder von so genannten „Vertrauensleuten“. Für Paulus zeigte sich in der finanziellen Unterstützung für Jerusalem die Einheit der christlichen Gemeinden. 
 

„Ökonom Gottes“

Biblische Texte aus dem zweiten Jahrhundert nach Christus sprechen vom „Ökonomen“ (oikonomos), also vom Haushalter Gottes (1.Petrusbrief 4 und Titusbrief 1). In der Bezeichnung schwingt die wirtschaftliche Verantwortung eines Verwalters mit. Die Aufnahme in die christliche Gemeinde bedeutete für den Einzelnen immer auch die soziale Absicherung. Denn in der Versorgung der Armen, Witwen und Waisen erfüllte sich für die Christinnen und Christen das Gebot der Nächstenliebe.