Werdendes Leben und Geburt
Das Wunder des Lebens
Neues Leben bleibt bei aller wissenschaftlichen Erkenntnis ein Wunder der Schöpfung: "Du hast mich gebildet im Mutterleibe. Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin. Wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele. Deine Augen sahen mich, als ich noch nicht bereitet war." (Psalm 139,13.14.16)
Zwischen Hoffen und Bangen
Von Anfang an pulsiert Leben in dem neuen Geschöpf. Gott der Schöpfer nimmt sich dieses werdenden Lebens an. Deshalb setzen sich Christen für seinen Schutz ein. Die Zeit der Schwangerschaft ist meist eine Zeit freudiger Erwartung. Doch nicht immer ist eine Schwangerschaft willkommen, nicht immer wächst ein gesundes Kind im Leib der Mutter heran. Das kann die Eltern in schwere Konflikte bringen, in denen der Abbruch einer Schwangerschaft als einziger Ausweg erscheint. Befürchtete oder absehbare Behinderungen des heranwachsenden Kindes sind eine Herausforderung an den Glauben: Können Eltern auch ein behindertes Kind annehmen? Jedes Paar kann in solchen Situationen eine beratende seelsorgerliche Begleitung in Anspruch nehmen.
Die neue Rolle
In den Monaten vor der Geburt können sich die werdenden Eltern auf ihre neue Rolle vorbereiten. Sie haben die Verantwortung für einen heranwachsenden Menschen übernommen. Die Geburt des eigenen Kindes, das Mutter- und Vaterwerden wird von Frauen und Männern als tiefer Lebenseinschnitt empfunden. Das Wahrnehmen der ersten Kindsbewegungen im Mutterleib macht den Eltern bereits bewusst, dass hier ein eigener Mensch sich den Weg ins Leben bahnt.
Die Geburt
Unter schmerzhaften Wehen wird das Kind geboren. Die Geburt ist eine große Lebensbedrohung für das Kind und vielleicht die größte Anstrengung ihres Lebens für die Mutter. Der Körper des Kindes wird dabei großen Belastungen ausgesetzt, und die Mutter setzt all ihre Kraft ein, das Kind zur Welt zu bringen. Die Erschöpfung nach der Geburt weicht der Erleichterung und der Freude über das neugeborene Leben: Das Warten hat ein Gesicht bekommen, die Freude ein Gegenüber, die Liebe sichtbare Gestalt.


