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Den letzten Lebensabschnitt menschenwürdig und inmitten von Gemeinschaft erfahren

Imagekasten HospizWeil Sterben auch Leben ist. Who wants to live forever? Vitalität bis ins hohe Alter, unbegrenzter Fortschritt, der Griff ins endlose Warenregal des Lebens sind verführerische Visionen, mit denen die Werbung lockt. Unsere Gesellschaft macht Gebrechen, Alter, Krankheit und Tod zum Tabu. Der Tod soll mit allen Mitteln verdrängt werden, denn er zeigt die eigene Begrenztheit, Verletzlichkeit und Endlichkeit.

Sterben ist ein Teil des Lebens. Ein natürlicher Vorgang, der nicht ausgegrenzt werden kann. Wer die Endlichkeit bewusst reflektiert, stärkt das Bewusstsein für die Schönheit und den Wert des Lebens.

In der westlichen Welt finden Tod und Sterben außerhalb des Blickfelds hinter dicken Klinikmauern statt. Es ist Dr. Cicely Saunders zu verdanken, dass auch in unserem Teil der Welt unheilbar kranke und sterbende Menschen wahrgenommen werden. Die Ärztin ermöglichte sterbenskranken Menschen im St. Christophers Hospice in London, ihren letzten Lebensabschnitt menschenwürdig zu erleben. Damit gilt sie als Begründerin der Hospizbewegung.

Viele Sterbende wünschen sich, ihren letzten Lebensabschnitt im vertrauten Umfeld zu erleben. So umfasst das Angebot neben Hospizheimen und Palliativstationen (vor allem der lindernden, nicht der heilenden Therapie verpflichtete Stationen) in Krankenhäusern und Alten- und Pflegeheimen auch ambulante Hospizdienste und Sitzwachengruppen. Hospize begleiten Sterbende und leisten wichtige Hilfestellung beim Übergang vom Leben zum Tod. Manche Sterbende wünschen sich intensive Gespräche, möchten ihr Leben bilanzieren und Altes sowie Unbewältigtes noch regeln. Andere wünschen sich ein Ritual, das sie zum Loslassen und zum Sterben ermutigt. Oft sind einfach Nähe und Trost wichtig. Am Sterbebett können Erinnerungen ausgetauscht, Lieder gesungen und Gebete gesprochen werden.

Die Hospizidee möchte eine Haltung der Annahme und Begleitung von Sterben und Tod kultivieren. Sie wendet sich dementsprechend in aller Deutlichkeit gegen die Legalisierung aktiver Sterbehilfe.